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KSV1870-Leiterin Wiesler-Hofer"Je länger Firmen künstlich am Leben gehalten werden, desto größer der Schaden"

Die Firmenpleiten sind in Kärnten im ersten Halbjahr 2021 abermals zurückgegangen: um mehr als 58 Prozent. Laut KSV1870 wähnen sich eltiche Unternehmen ob der Staatshilfen in trügerischer Sicherheit - und türmen weiter Schuldenberge auf.

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Kommunalschulden weiter hoch
© APA/dpa/Rolf Vennenbernd
 

Nur 25 Insolvenzverfahren wurden im ersten Halbjahr 2021 über Kärntner Unternehmen eröffnet. Weitere 19 Insolvenzanträge führten mangels Vermögens der Schuldner zu nicht eröffneten Verfahren. In Summe waren 44 Unternehmen mit Verbindlichkeiten von neun Millionen Euro insolvent. Das bedeutet laut KSV1870 einen Rückgang von 58,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit diesem Minus rangiert Kärnten im Bundesländervergleich auf Platz drei. Österreichweit gibt es um rund 48 Prozent weniger Firmenpleiten zu vermelden als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Die geschätzten Verbindlichkeiten in Kärnten sind gegenüber 2020 um fast 80 Prozent auf neun Millionen Euro zurückgegangen.

„Seit Beginn des 1. Lockdowns vor über 15 Monaten sind die Unternehmensinsolvenzen im Sinkflug. Gegenüber dem Jahr 2019, dem bis dato letzten Normaljahr, beträgt das Minus in Kärnten sogar 72 Prozent“, sagt Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Klagenfurt.

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KSV1870-Leiterin Barbara Wiesler-Hofer Foto © Weichselbraun/KLZ

Verantwortlich für die niedrigen Insolvenzzahlen sind die künstlichen Eingriffe der Bundesregierung, wegen der sich zahlreiche Unternehmen in trügerischer Sicherheit wähnen. Denn: "Der Schuldenberg der Betriebe vergrößert sich ja dennoch", so Wiesler-Hofer. "Und an dieser Konstellation wird sich aufgrund der angekündigten Safety Car Phase für Steuerschulden, die ab kommenden Juli für drei Monate geplant ist, vorläufig wenig ändern." Denn dadurch verlängere sich für Unternehmen die Möglichkeit, die Rückzahlung ihrer Schulden hinauszuzögern.

„Je länger in finanzielle Schieflage geratene Unternehmen künstlich am Leben erhalten werden, desto größer wird der gesamte volkswirtschaftliche Schaden sein. Am Ende werden wir vermehrt Insolvenzen erleben, deren Sanierung unmöglich ist, da diese Firmen über keine werthaltigen Aktiva mehr verfügen werden."

Kärnten mit drittgrößtem Minus

Kärnten hat im Bundesländervergleich mit 44 insolventen Firmen ein Minus von 58,5 Prozent. 

In Salzburg gingen die Unternehmensinsolvenzen um 64,4 Prozent zurück.

In Vorarlberg gingen die Insolvenzen um 59 Prozent zurück.

Im Vergleich zu früher sind die Großinsolvenzen kleiner geworden. Die drei größten Insolvenzfälle in Kärnten sind in diesem Jahr bisher die Konkursverfahren Seelcon aus Poggersdorf mit Passiva von 1,2 Millionen Euro, WKS Isoliertechnik aus Wolfsberg mit Passiva von 1,1 Millionen Euro und Pro Passiv Bauträger aus Velden mit Passiva von 1,1 Millionen Euro.

Der KSV1870 erwartet ab Herbst 2021 steigende Insolvenzzahlen, nicht aber eine plötzliche Insolvenzwelle. Für das 2022 wird eine Rückkehr zum „normalen“ Insolvenzaufkommen erwartet

Kommentare (1)
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dieRealität2020
0
1
Lesenswert?

Welch eine kluge Feststellung aus dem Wirtschaftsgefüge der Realität.

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Als wüssten das nicht schon Kaufleute und Unternehmer aus den letzten Jahrhunderten. Erfolgreiche Kaufleute und Unternehmer wissen es schon seit dieser Zeit. Es gibt keinen Unterschied ob du mit Diamanten oder mit Reißnägel handelst. Einerseits, die kaufmännischen und finanziellen Grundlagen sind gleich. Andererseits, ist es erforderlich die Materie zu kennen. Damit ist alles gesagt.