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Branche unter DruckFrage der Woche: Ist uns das Brot vom Bäcker genug wert?

Das seit Jahrzehnten beklagte Bäckersterben hat nichts an Dramatik eingebüßt. Im Gegenteil: Während die Umsätze kleiner Bäcker weit unter Normalwert liegen, steigen Marktanteile von Supermärkten und Großbäckereien. Mangelt es uns Konsumenten an Bewusstsein?

 Rund um eine der traditionsreichsten Handwerksbranchen überhaupt, jene der Bäcker, sind dunkle Wolken aufgezogen
Rund um eine der traditionsreichsten Handwerksbranchen überhaupt, jene der Bäcker, sind dunkle Wolken aufgezogen © (c) s-motive - stock.adobe.com (DENIS STANKOVIC)
 

Umsatzeinbrüche, aufsehenerregende Insolvenzen, Einschnitte ins Filialnetz oder Schließungen mangels Nachfolger. Rund um eine der traditionsreichsten Handwerksbranchen überhaupt, jene der Bäcker, sind dunkle Wolken aufgezogen.

Kommentare (62)

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Onlinebien
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Ein ganzer Grazer Bezirk ohne Bäcker!

Wir befinden uns im Jahr 2020. In ganz Graz gibt es zahlreiche Bäckereien... In ganz Graz? Nein - in einem Grazer Bezirk gibt es keinen Bäcker. Und so ist das Leben nicht leicht für die Bevölkerung in Graz-Liebenau...
Bis auf die Filiale im Einkaufszentrum Murpark gibt es keine einzige Bäckerei mit gutem steirischen Gebäck. Wenn man diesem "Einkaufsgroßerlebnis" ausweichen möchte, hat man in Liebenau keine Gelegenheit zu frischem Brot zu kommen. Ganz zu schweigen von einem feinen Sonntags-Kipferl. Einzig die Bäckerei/Konditorei Arena hält als kroatische Bäckerei noch frische Backwaren für den Süden von Graz bereit, halt in der gewohnt kroatischen Art. Nicht schlecht, aber auch kein steirisches Gebäck. Wer kann helfen, #Martin Auer, #Hubert Auer, #Sorger, #Klescher, #Kern, #Regula?

notokey
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Die Backbox

bei Hofer-Märkten ist angeblich der Todesstoß für viele Bäcker gewesen. Hofer hat medial kommuniziert, dass mit den Backboxen Verluste eingefahren werden und diese zur zusätzlichen Kundenbindung installiert wurden.

Auch die kleinen Bäcker brauchen eine gewisse Menge, damit sich ihre Arbeit auszahlt und die Kosten gedeckt werden können. Wenn die Politik zuschaut, wie den Bäckereien die Kunden "abgejagt" werden, wird das auch weitergehen.
Dazu kommt, dass die meisten Konsumenten behaupten, sie kaufen nur beim Bäcker, wenn man hinterfragt, kommt man schnell drauf, dass sie meistens die bequeme Variante wählen und das Gebäck beim Lebensmittelmarkt kaufen.

Solange die Bürgermeister der Gemeinden stolz auf ihre immer größer werdenden Diskonter sind, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die "Kleinen" vor die Hunde gehen. Beides geht sich nicht aus.

stadtkater
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Welcher Grazer Bäcker macht noch richtig resche Semmeln?

Welcher Grazer Bäcker verwendet keine Teiglinge und chemische Zusätze?

Bitte melden!

Warum gibt es in Bäckereien keine Zutatenliste und Herkunftsangaben und bei Brot die Gewichte?

Nicht nur in Bäckereien, sondern auch am Bauermarkt erhält man manchmal Aufgetautes. Dafür ist daszu teuer!

Balrog206
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Du

Bist wohl der Hausverstand !

Christianofner
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Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken

1000 Zeichen sind zu wenig um die Entwicklung der Bäckerei der letzten 20 Jahre zu beschreiben.
Fakt ist: ein Großteil der Bäcker sind fast selbst schuld an ihrer Misere. Während man im Handel begann auf Frische zu setzen und auch am späten Nachmittag frische Semmeln anzubieten- gab es Bäcker, die ihre nicht verkaufte Ware am Abend einfroren um am nächsten Tag nochmals zu verkaufen.
Die Backmittelindustrie hat den Bäckern das Denken genommen - Einheitsbrei und TK Ware als Trend.
Im Vergleich zur Steiermark & Kärnten gibt es im Raum Wien und NÖ wieder eine Trendumkehr.
Einzelne, junge Bäcker(innen) , die sich bemühen beste Qualität anzubieten- ihre Tore öffnen, die Menschen einladen ihre Arbeit wert zu schätzen - offen ihre Lieferanten nennen und Liebe zum Produkt zeigen.
Der Zug für die letzten guten Bäcker ist noch nicht abgefahren - aber Qualität ist heute tausendmal wichtiger als Quantität. Wer das erkennt wird auch weiterhin bestehen - für den Rest sieht es leider düster aus.

melahide
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Bäcker

nachdem ja immer wieder gesagt wird, das auch die Bäckereien in Graz Teiglinge und Chemie nutzen wollte ich mal in die Runde fragen, ob da jemand nähere Kenntnisse hat. Also ist das eine Pauschalaussage um seine eigene Meinung zu legitimieren („ist ja das gleiche nur zahl ich beim Bäcker mehr als im Supermarkt“) oder soll das wirklich stimmen? Von einem Mitarbeiter von einer (Groß)Bäckerei wurde mit erklärt, dass sie alle paar Tage Teig für Semmeln machen und die „Rohware“ dann auch mal eingefroren wird.

Das der Bäckerlehrling bei der LAP aber nur noch wissen muss, wie viel Triebmittel auf 1 kg Mehl zugegeben werden muss und nicht wie man den Teig richtig führt, verwirrt dann doch ...

Hat da wer Erkenntnis?

Christianofner
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Backhilfsmittel

Backmittel bzw Backhilfsmittel werden quasi in allen Betrieben eingesetzt um die Teige maschinengängig zu machen - d.h. Enzyme werden eingesetzt um eine höhere Teigstabilität zu erzeugen , die Wasseraufnahme wird erhöht- Backtechnologische Wirkungen von Geschmack, Rösche und Haltbarkeit werden dadurch verändert.
Ohne Backmittel könnten die meisten Bäcker gar keine Semmel mehr produzieren...

jaenner61
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aber christian ofner sei dank

backe ich mein brot schon viele jahre selbst, so weiß ich ganz genau was drinn ist im brot 😏

redbull
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Genau!

Vielen Dank, Christian, für deine Backkurse, Bücher, Rezepte, Zutaten, Videos usw. Habe gerade 2x2 kg Bauernbrot im Backrohr.

Christianofner
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:-)

Danke

Balrog206
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Brot

Gebacken wird ja erst seit vielen tsd Jahren 🤭

melahide
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OK

aber dennoch weniger Chemie als in den Backshops vermutlich ... weil... zumindest kommen die Rohstoffe vom Bäcker aus regionalen Quellen. Zumindest sagen sie das ...

crawler
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Ich denke

es ist halt angenehmer im großen Geschäft gleich auch das Broot mit zu nehmen, als auch noch zum Bäcker zu fahren. Die Lebensmittelkonzerne haben aber nicht nur die Bäcker an den Rand der Existenz gedrängt sondern auch die Fleischer, die Bauern, die Gärtner usw. Wenn man wirklich den "Handwerkern" helfen will, sollten zentrale Markthallen entstehen, wo die einzelnen Gewerke ihre frischen Produkte unabhängig von der Witterung verkaufen können. Vielleicht sollten die EU-Förderungen einmal in diese Richtung fließen. Man darf nicht vergessen, saß damit ja auch Lehrstellen erhalten bleiben.

pesosope
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Vielleicht, aber nur vielleicht erkennen so manche endlich einmal die Realität des Lebens

Es ist nicht so, dass niemand beim Bäcker einkaufen möchte/würde, es wären sogar sehr viele. Was aber heute das Problem ist, ist der Umstand, dass alle ihre Lebensmittel in Geschäften einkaufen, wo auch Backwaren erhältlich sind und damit eine Extra-Fahrt zu einem Bäcker fast ausgeschlossen ist, weil er ja nicht gerade ums Eck seinen Laden hat. Sehen Sie sich doch Graz oder Wien einmal genauer an, da gibt es fast keine Bäcker außerhalb der Innenstadt und da soll mir einmal jemand erklären, wie der Kunde dorthin kommt, wie lange es dauert, welche Umstände er damit hat, nur um ein Brot für 4 Euro zu kaufen. Das gilt übrigens für alle Lebensmittel, denn regional beim Erzeuger einzukaufen ist absolut gut und empfehlenswert, aber wenn man für den täglichen Bedarf ein Auto braucht, damit 30 km fahren muss, dafür 2 Stunden braucht und auch noch mehr bezahlt, ist es nahezu unmöglich und ein Relikt aus der Vergangenheit

Mein Graz
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@pesosope

Heute ist der Tag, an dem du von mir einen 👍 kriegst - denn du hast völlig recht!

Balrog206
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Beim

Mehr bezahlen würde ich einmal genauer schauen ! Es gibt diskont Ware und normale !! Nur diskont ist billiger Rest ist der Preis sehr ähnlich oft ist sogar der Markt teurer !

melahide
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Das stimmt

Bäcker und Fleischer sind leider keine Nahversorger mehr, weil es zu wenige gibt. Auf der anderen Seite gibt es auch genug die einen Extraweg in einen anderen Supermarkt auf sich nehmen, weil da irgendwas im Angebot ist.

bluebellwoods
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Wertigkeit nicht über Preis definieren

Über den Preis kann man nicht unbedingt auf Qualität schließen - nur weil ein Brot teurer ist, muss es nicht besser sein, es ist einfach die Gewinnspanne größer...
Ich kaufe mein Brot bevorzugt am Bauernmarkt, bei kleineren Bäckereien (leider gibt es in Graz ja fast nur mehr Ketten und die guten kleinen Bäckereien, die die Vielfalt ausmachen würden, verschwinden zusehends) oder backe selbst.
Sowohl am Bauernmarkt als auch in den kleineren Bäckereien bekomme ich schmackhaftes, nahrhaftes Brot zu einem angemessenen Preis.

CIAO
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ist halt auch eine Preisfrage

sicher für viele
sah ich gestern am Bauernmarkt am Lendplatz für 1 Kg Bauernbrot um € 4,50, sind das doch etwa in Schilling 55 - 60; Das Schlagwort, man darf nicht umrechnen...stimmt nicht. Ein Durchschnittsgehalt stieg nicht über das doppelte wie das Brot.
Also viele müssen sparen und können sich so manches Spezialbrot - so gut es auch sein mag - einfach nicht leisten

amse84ik
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Schilling....

Wir haben 2020....

melahide
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Bauernbrot

4,50 für 1 kg Brot ist doch nicht viel. Wie lange isst du an einem kg Brot? Setz das mal in Relation zu einem Glas Bier oder einem Kaffee...

Balrog206
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Mel

Top Beispiel !!!! 👍

wildkraut
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Backbox - nein danke!

Gebäck aus der Backbox ist sooo praktisch - und sooo gesund?
Keine Deklaration über Herkunft der Zutaten, WELCHE Zutaten!? Wieviel Chemie braucht es , um den Gärvorgang zu stoppen? Selbst ist der Konsument! Wer ein Backrohr besitzt, kann im Handumdrehen selbst feines Gebäck herstellen.

Heidrun42
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Die Wohlstandsverwahrloste Gesellschaft

....die heute alles sofort bekommen will lässt grüssen....wir sind in
unseren Breitengraden ....auch und vor allem durch den Fleiß unserer Eltern und Großeltern nicht mehr in der Lage differenziert und überlegt zu konsumieren und nachhaltig zu handeln....die Not und der Verzicht müßte so groß werden das wir es wieder lernen was ein Lebensmittel ist...Brot ist das Lebensmittel...und aus Bäckerhand frisch duftend und mit krachender Kruste ein Genuß....erst wenn die letzten Fleischhauer...Bäcker...Schuhmacher...Greissler...und ähnliche ihre Geschäfte geschlossen haben werden..erst wenn die ganze Tradition und das Handwerk von uns Konsumenten durch den Kauf bei den Backshops und Aufbackfabriken zerstört wird....erst wenn wir kein Geld mehr für die neueste Smartphonegeneration mehr haben werden....erst dann wird die Ernüchterung eintreten...recht geschieht uns...👎

ichbindermeinung
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nur mehr Semmel in Supermärkten sonst nichts

nur mehr Semmel in den Lebensmittelgeschäften verkaufen lassen, andere Backwaren verbieten, damit die Bäcker wieder eine Chance kriegen und neue Firmen/Arbeitsplätze im Land entstehen können

Mein Graz
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@ichbindermeinung

Und alle, die nicht zum Bäcker kommen (z.B. auf Grund von Gehproblemen, keine Öffis, kein Auto uvm.) müssen sich fortan von Semmeln ernähren und auf Brot verzichten.

Du meinst es mit deinen Vorschlägen sicherlich gut. Nur sind sie häufig nicht bis ans Ende durchdacht.

 
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