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ArbeitszeitWiderstand: Gewerkschaft geht nun in die Betriebe

Die neuen Arbeitszeit-Regeln wurden auch vom Bundesrat abgesammelt. Die Gewerkschaft kündigt weiteren Widerstand an.

ÖGB-Boss Wolfang Katzian am Rande einer Betriebsversammlung
ÖGB-Boss Wolfang Katzian am Rande einer Betriebsversammlung © APA
 

Die neuen Regeln für die Höchstarbeitszeit haben am Donnerstag auch den Bundesrat passiert. Der Abstimmung vorangegangen war eine für die Länderkammer ungewöhnlich hitzige Debatte, wobei sich die SPÖ noch einmal - vergebens - für eine Zurückweisung an den Nationalrat stark machte. Empörung löste ein "Geschenk" der Grünen für die Regierung aus: zwei Pflastersteine.

Aufregung herrschte nach der Grünen-Aktion erwartungsgemäß bei den Regierungsfraktionen. Von einer "Provokation" sprach ÖVP-Mann Edgar Mayer. "Das war nicht an der Grenze, das ist über der Grenze gewesen", meinte die Freiheitliche Monika Mühlwert. Und selbst Vizekanzler Heinz-Christian Strache schaltete sich gegen Ende persönlich ein: "Vom Silberstein zum Pflasterstein. Das ist offensichtlich das gängige Motto der Sozialdemokratie", verwies er auf einen umstrittenen Berater der SPÖ im Wahlkampf.

"Widerstand bleibt aufrecht"

Der ÖGB hat nach dem Beschluss der Arbeitszeitausweitung im Bundesrat jedenfalls angekündigt, den Widerstand in die Betriebe zu verlegen. "Wir werden hingehen zu jenen, die sich dieses Gesetz bestellt und gewünscht haben," sagte Wolfgang Katzian. Und: "Der Widerstand in den Betrieben gegen das unsoziale Arbeitszeitgesetz bleibt aufrecht."

"Es scheint Wirklichkeit zu werden, dass der Angriff auf die Geldbörsen, auf die Gesundheit und auf die Freizeit der Arbeitnehmer stattfindet." Man gehe jetzt weg vom Gesetzgeber zu jenen, "die sich dieses Gesetz bestellt und gewünscht haben". "Entsprechende Aktivitäten wird man sehen und spüren", so der ÖGB-Chef.

Kommentare (13)

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wintis_kleine
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Es geht vor allem darum

dass ein über Jahrzehnte erprobtes und höchst erfolgreiches System (Sozialpartnerschaft) seitens der Regierung ausgehebelt wurde und zusätzlich noch der adäquate Vorgang zum Beschluss eines so weitreichenden Gesetzes auf Initiativantrag eines Parlamentariers erfolgt und daher der Begutachtungsphase entzogen wird.
Obs gut ist oder nicht liegt sicher im Auge des Betrachters. Aber für viele Alleinerziehende oder Paare mit Kindern oder anderen Betreuungsverpflichtungen wird es sicher zu keiner Verbesserung gereichen.
Wenn selbst Prof. Badelt (WIFO Vorsitzender und langjähriger Rektor der WU Wien) sagt, dass es kein neues Gesetz braucht , wenn, so wie die Regierung es behauptet, sich ja nichts ändere (er spricht aber auch davon, dass der permanente 12 Stundentag und die 60 Stundenwoche auch im Land der Märchen zu situieren ist) ist doch wohl zu sehen, dass das eine HuschPfusch Aktion war, um zu zeigen, wie "stark und mächtig " man doch sei.

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erzberg2
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Meiner Ansicht nach

haben diese Aktionen keinen Sinn. Nichts gegen die Bemühungen der Gewerkschaft die Arbeiter und Angestellten über die Folgen des 12 Stunden Tages aufzuklären, aber viele wollen diese 12 Stunden aus persönlichen Motiven. Man sollte abwarten und sehen welche Gruppen den 12 Stunden Tag ablehnen und welche ihn bevorzugen.

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Lodengrün
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Herr Strache

so lange ihre Parteifreunde bei den Identitären Vorträge halten und die Burschis noch deftige Liedchen grölen würde ich den Ball flach halten. Claro?

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hakre
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!

die Gewerkschaft soll sich einmal die Auswirkungen des neuen gesetzes anschauen und dann, wenn etwas nicht ok ist, reagieren. aber die bossen müssen sich ja auten und gegen die Regierung auftreten.

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Lamax2
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Es geht um Macht

Der Gewerkschaft geht es in erster Linie um ihre Macht im Staat. Wie kann sich eine Regierung erdreisten, vor einem Entschluss die Gewrkschaft nicht zu fragen; wo kommen wir da hin? Die Gewerkschaft sollte zerst einmal dringend über moderne Arbeitsabläufe nachdenken und die Arbeiter ohne Aufhetzung direkt befragen, was sie brauchen.

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SoundofThunder
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Es geht um die Existenzberechtigung der Gewerkschaft

Wenn die Gewerkschaft alles widerspruchlos zur Kenntnis nimmt gibt es eine Austrittswelle! Dann hat die Regierung ihr Ziel erreicht.Wenn die Gewerkschaft nicht kämpft ist sie Geschichte (das ist es was Schwarz/Blau in Wahrheit will!).Es ist der Selbsterhaltungstrieb den die Bläulinge unterschätzen.

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fon2024
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andaman

Lamax 2 Sie sollten einmal schwer arbeiten und nicht 12 Std am Hosenboden absitzen,dannkönnensie mitreden,

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X22
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Logische Antwort, warten wir bis was passiert und dann reagieren wir drauf, bzw. die Allgemeinheit hat eh genug um dies wieder auszubügeln

So ähnlich wie die Bürgermeister als oberste Bauinstanz bei Bauten im Hochwasser- und Lawinengefährteden Gebieten gedacht haben.

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Balrog206
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Xx2

Ist natürlich ein super Vergleich ! 🙈

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X22
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Es gibt sicher auch andere, im Grunde geht's dabei immer ums Gleiche

a; ums Geld
b; wir wissen was passieren kann und wir machen es trotzdem oder lassen es zu.
Was würde es ausmachen dies zu diskutieren mit Argumenten und Beispielen aller Parteien die dadurch betroffen sein könnten, ein Monat ein Jahr mehr würde keinem wehtun, Kompromisse sind gefragt.
Dass es durch die Regierung nicht durchdacht war, zeigen die "Missinterpretationen" sofort nach bekannt werden der Gesetzesänderungen, wo war die Miteinbeziehung der Vertreter der AN, der Mediziner, Arbeitsrechtler, dass wären die Experten, mich als Unternehmer hat nie einer Informiert, aber ich gehöre ja nicht zur IV.
Und ich kenne beide Seiten sehr gut, war selbst 20 Jahre AN, und habe mit meinem AG um über 300 Überstunden gestritten, über 56 Stunden in der Woche die noch zu den 40 Normalstunden hatte.
Ich weiß von was ich rede und was ich nicht haben will ist, dass man solchen Menschen die Gesetzliche Macht dazu gibt.

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Balrog206
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Naja

ist ja eine Regierung ohne SPÖ-ÖGB Beteiligung , da ist natürlich alles von vornherein schlecht und unsozial !
Bin auch der Meinung , abwarten und wenn was in die falsche Richtung geht , könnens streiken oder was auch immer !

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Lodengrün
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Augen auf @Balrog206

es geht schon in die falsche Richtung. Vielleicht betrifft es uns beide nicht mehr aber wenn die Betriebsvereinbarungen wie es jetzt schon passiert umgeschrieben werden schauen Ihre Kinder und Enkerln dumm aus der Wäsche. Und sie werden nicht glauben dass diese dem Unternehmer dann im Einzelgespräch die Vorgaben diktieren.

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Balrog206
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@lodengrün

Für Enkerl vielen mir schon noch einige Jahre 😉 meine Kinder werden hoffentlich Ärzte , dann hat sich das mit den 12h auch schon erledigt 😉

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