Wenn die Ankündigung eines Chefwechsels den Aktienkurs eines Unternehmens nach oben treibt, ist das meist ein untrügerisches Zeichen dafür, dass gegenwärtig so einiges im Argen liegt. Ein Zeichen, das es im Fall von Boeing freilich gar nicht gebraucht hätte. Der einst so stolze US-Flugzeugbauer, eine Ikone der amerikanischen Industriegeschichte, ist zum Krisenkonzern mutiert. Nicht plötzlich, aber zuletzt mit zunehmender Rasanz. So dominierte der Riese aus Everett bei Seattle auch in dieser Woche die Schlagzeilen: Der zuletzt aufgrund einer beispiellosen Pannenserie (siehe rechts) ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Boeing-Chef, Dave Calhoun, wird das Unternehmen bis Jahresende verlassen. Die Nachricht ließ die Börsenaktie um knapp drei Prozent steigen. Angesichts eines Kurssturzes von 23 Prozent seit Jahresbeginn 2024 ist das zwar nur eine zarte Korrektur. Aber immerhin.