Von den Schlagwörtern „zero waste“ oder zumindest „less waste“ hört man heutzutage in der klimakritischen Situation beinahe täglich. Personen, die den „zero waste lifestyle“ leben – oder es zumindest versuchen – produzieren praktisch keinen Müll. Doch sind wir uns ehrlich: In unserer hoch entwickelten Gesellschaft ist es unmöglich, keine Abfallspuren zu hinterlassen. Dem stimmen auch die Inhaberinnen Katharina Muhr und Marlene Znopp vom Unverpacktladen „Minimali“ zu, der vor Kurzem in der Leonhardstraße 30 eröffnet wurde.

Unter dem Motto „do something drastic, cut down on plastics” bieten die beiden in ihrem kleinen, aber feinen Shop nachhaltige, fair-produzierte und vegane Alltagsgegenstände an. Entstanden ist das Konzept dahinter vor gut einem Jahr, zuerst war allerdings nur ein Onlineshop geplant. "Marlene und ich haben uns schon lange gedacht, dass wir einen nachhaltigen Shop brauchen, indem alles erhältlich ist", meint Inhaberin Katharina Muhr.

Im Minimali kann dienstags bis samstags eingekauft werden
Im Minimali kann dienstags bis samstags eingekauft werden
© Jürgen Fuchs

Neben verschiedensten plastikfreien Hygieneprodukten wie unverpackten oder nachfüllbaren Seifen werden auch WC-Papier und Taschentücher aus Bambusgras angeboten. Herkömmliche Papierartikel für das Badezimmer bestehen aus Zellstoff von Bäumen, hingegen wächst Bambus im Vergleich viel schneller nach und ist somit die ressourcenschonendere Option. Der Bestseller aus dem großen Sortiment ist allerdings der Rasierer aus Metall mit wechselbaren Klingen.

Die Minimali-Inhaberinnen Katharina Muhr und Marlene Znopp bei der Eröffnung
Die Minimali-Inhaberinnen Katharina Muhr und Marlene Znopp bei der Eröffnung
© Manuel Hanschitz

Die Hälfte der Erdbevölkerung ist weiblich. Und Frauen produzieren in ihrem Leben während des Zyklus Unmengen an Müll, wie etwa Plastikverpackungen von Tampons oder Einwegbinden. Ein einfacher Einstieg in die nachhaltige Menstruation sind in Papier verpackte Tampons, welche sogar in Österreich produziert werden. Für „Fortgeschrittene“ bieten die beiden Menstruationsunterwäsche und Binden aus Stoff an, welche nach der Benutzung mit kaltem Wasser ausgeschwemmt werden und danach in die Waschmaschine kommen. Eine andere „zero waste“-Möglichkeit ist das Verwenden einer Menstruationstasse, die jahrelang benutzbar ist, aus medizinischem Silikon besteht und nur ausgekocht werden muss.

Doch bis der „less-waste-lifestyle“ für jedermann erreich- und leistbar ist, müssen noch einige Hürden überwunden werden, denn sowohl EU-Richtlinien bezüglich Kosmetika, als auch Marketing und die ästhetischen Ansprüche der Kunden erschweren diesen Weg.