In Kärnten und der Steiermark war die Südgrenze Teil der nationalen Identität, lange vor der NS-Zeit. Grenzer brauchte man nicht mehr zu werden, Grenzer war man bereits. Zur nationalen kam nun aber noch die rassische Komponente dazu: das ideologisch verbrämte Überlegenheitsgefühl gegenüber den Slowenen im Lande. Die „Südmark“, in der die Länder von Osttirol bis ins südliche Burgenland organisatorisch zusammengefasst wurden, sollten Aushängeschilder „deutscher (nationalsozialistischer) Gesinnung, Kultur und Wirtschaft“ an der Südostecke des Reiches sein. Was wirtschaftlich dazu fehlte, sollte rasch aufgeholt werden. Mit Förderungen, Aufträgen, Krediten, in Gleichschaltung und Verfolgung aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen. Fast jeder zehnte Kärntner und Steirer war NSDAP-Mitglied, jeder dritte davon war bereits vor 1938 Illegaler – ein Spitzenwert in Österreich.