Von links schallt der Sirtaki vom Folklore-Abend, von rechts irgendein angesagter Discoclub-Hit: Auch das kann Zakynthos, wo neben den Österreichern gerne die Briten und Niederländer Party machen. Wer Ruhe im Urlaub sucht, darf halt nicht die Bettenburg Nummer eins der Insel buchen: Laganás im Südosten – für Touristen, die feiern wollen, freilich ein Eldorado. Und natürlich mit seinem flach abfallenden, langen Sandstrand verlockend.

Dort ist zudem das „Maskottchen“ von Zakynthos zuhause, das man auf Strandtaschen und Handtüchern oder als Plüschkuschelfigur mit zurück in den Alltag nehmen kann: die Meeresschildkröte. So gehören „Turtle-Spotting-Trips“ mit Glasbodenbooten zu den Hauptattraktionen des drittgrößten Eilands im Ionischen Meer.

Auch so kann eine Touristenattraktion aussehen: das Wrack in der Schmugglerbucht im Norden der Insel
© FLORIAN ALBERT/TUI

Und das Maskottchen muss geschützt werden: Die Unechte Karettschildkröte (Caretta Caretta) – erkennbar durch ihren rotbraunen Rückenpanzer und ihren relativ großen Kopf – legt am Strand von Laganás im Sommer ihre Eier ab. Künstliche Lichter sowie starke Geräusche desorientieren die frisch geschlüpften Schildkröten, die sich im Normalfall in der Nacht von ihrem Nest, wo sie geschlüpft sind, Richtung Meer bewegen.

Wer auf kein Boot steigt, hat ohnehin nur die halbe Schönheit von Zakynthos gesehen. Von der Hauptstadt mit seinen rund 11.000 Einwohnern werden die Ausflügler zur Schmugglerbucht geschifft, einem weiteren Markenzeichen der „Blume des Ostens“ („Fior di levante“), wie die einst herrschenden Venezianer die Insel nannten.
In der berühmtesten und meist fotografierten Bucht (Navagio) liegt ein im Herbst 1980 gestrandeter Frachter.

Diese Farben! Ein Ausflug zu den Blauen Grotten lohnt sich
© FLORIAN ALBERT/TUI


Ob die stürmische See schuld war oder die Schmuggler ihr Schiff absichtlich auf Grund laufen ließen, als sich die Küstenwache näherte und man mit der Ware (15 Tonnen Zigaretten und Alkohol) entkommen wollte, sind offene Fragen der Legendenbildung. Was dort mehr als das rostige Wrack begeistert, sind die freilich die Farben des Wassers. Beim Badestopp hat man das Gefühl, in der schönsten türkisfarbenen Postkarte der Welt zu schwimmen.

Einen Abstecher wert ist auch das Kap Skinari: der ideale Ausgangspunkt, um mit einem Boot die blauen Grotten zu erkunden – Schwimmbrille und Schnorchel im Rucksack als Empfehlung.

Eine Meeresschildkröte unter dem Glasbodenboot
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Auch wenn Zakynthos bezüglich des Besucheraufkommens nach Korfu den zweiten Platz unter den Ionischen Inseln einnimmt, findet der Erholungssuchende im nördlichen und raueren, verkarsteten Teil – wo die Küste mitunter steil ins Wasser abfällt –, nach wie vor Strände und Buchten, die nicht überlaufen sind. Die touristischen Hochburgen erstrecken sich im südlichen Teil mit seinem dagegen lieblichen Flach- und Hügelland.

Viele Stammgäste aus Österreich zieht es nach Vassilikós, unweit von Lagánas, wo der Bär weniger steppt – und vor ihren Augen die schönsten Badebuchten von Zakynthos liegen. Die Vielfalt der Insel mit Sand-, Kies- und Steilorten sowie einer Höhlenwelt macht die Insel halt so reizvoll.

Menschenleer am Morgen: der Strand von Laganás, wo sich die Partymeile befindet
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