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Alarmierender Klima-SonderberichtGefährlicher Anstieg der Meeresspiegel und drastische Eisschmelze

Für das 22. Jahrhundert prognostiziert der Weltklimarat, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels verhundertfacht. Statt 3,6 Millimeter jährlich würde das Wasser dann jedes Jahr um mehrere Zentimeter steigen.

Der Klima-Sonderbericht des IPCC ist alarmierend © APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND
 

Im Ringen um entschiedene Klimaschutzmaßnahmen liefert der Weltklimarat IPCC neue Argumente. In seinem Sonderbericht über die Ozeane und die weltweiten Eis- und Schneevorkommen, der am Mittwoch veröffentlicht wird, zeichnet das Expertengremium ein alarmierendes Bild der Risiken, die etwa durch den Anstieg der Meeresspiegel und das Schmelzen von Gletschern und Permafrostböden drohen.

Zentrale Punkte vorab

Das sind die zentralen Punkte des Berichtsentwurfs, der der Nachrichtenagentur AFP vorab vorlag. Die Weltmeere spielen bei der Stabilisierung des Klimas eine zentrale Rolle. Sie speichern laut IPCC-Bericht ein Viertel der vom Menschen erzeugten Treibhausgase und 93 Prozent der zusätzlichen Erhitzung der Atmosphäre, welche die Menschheit verursacht. Als Konsequenz sind die Ozeane wärmer, aber auch saurer und weniger salzhaltig geworden, was zahllose Meeresbewohner beeinträchtigt.

Die Häufigkeit, Intensität und das Ausmaß der Hitzewellen im Meer haben deutlich zugenommen. Sie sind heute doppelt so wahrscheinlich wie noch in den 1980er-Jahren. Eine solche Hitzewelle richtete etwa am weltgrößten Korallenriff, dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens, massive Schäden an.

Erwärmung der Ozeane

Der Weltklimarat warnt, die Erwärmung der Ozeane sorge dafür, dass Meeresbewohner vom Plankton bis zu großen Fischen und Meeressäugern sich neue Lebensräume suchen müssten. Die Erwärmung und Übersäuerung der Meere könne dazu führen, dass die aus niedrigen Gewässern gewonnene Nahrung um 40 Prozent zurückgeht.

Wenn sich die Erde um zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmt, würden laut IPCC-Bericht die Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um einen halben Meter steigen. Derzeit ist die Welt allerdings auf dem Weg zu einer Erwärmung um drei bis vier Grad. Dies würde einen Meeresspiegelanstieg von 84 Zentimetern bedeuten.

Für das 22. Jahrhundert prognostiziert der Weltklimarat, dass sich der Anstieg verhundertfacht. Statt 3,6 Millimeter jährlich würde das Wasser dann jedes Jahr um mehrere Zentimeter steigen.

Bewohnte Gebiete überflutet

Im Falle einer Zwei-Grad-Erwärmung würden Gebiete überflutet, in denen heute noch 280 Millionen Menschen leben. Küstenregionen müssen sich daher für den Klimawandel wappnen, denn ohne solche Anpassungsmaßnahmen würden sich die Schäden durch Stürme an den Küstengebieten laut IPCC bis 2100 verhundert- bis vertausendfachen.

Durch die CO2-Verschmutzung ist die Sauerstoffkonzentration im Meer binnen 60 Jahren um zwei Prozent zurückgegangen, bis 2100 erwartet der IPCC einen Rückgang um weitere drei bis vier Prozent. Durch die Erwärmung der Meere und ihre Verschmutzung entstehen riesige sogenannte Todeszonen, in denen es keinen Sauerstoff gibt.

Todesurteil für Korallenriffe

Besonders sensibel für diese Entwicklungen sind laut Weltklimarat die Korallenriffe, die zugleich ein Lebensraum für zahlreiche Tiere sowie ein Schutz gegen Sturmschäden an den Küsten sind. Selbst bei einer Erderwärmung um nur 1,5 Grad werden dem IPCC-Bericht zufolge 90 Prozent absterben. Eine Erwärmung von zwei Grad wäre das Todesurteil für alle Korallenriffe.

Die beiden Eisschilde der Erde in der Antarktis und auf Grönland sind seit 2006 jährlich um durchschnittlich mehr als 430 Milliarden Tonnen Eis geschrumpft - ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Meeresspiegel. Auch die Gletscher, die in aller Welt als Wasserspeicher von Bedeutung sind, sind vom Klimawandel bedroht. Niedriggelegene Gletscher wie in den Alpen und in Skandinavien werden laut IPCC-Prognose bis 2100 mehr als 80 Prozent ihrer Masse einbüßen. Außerdem werden immer mehr Berge ihre Schneedecke verlieren.

Die Regionen, in denen der Boden ganzjährig gefroren ist, werden deutlich schrumpfen. Laut IPCC drohen bis 2100 zwischen 30 und 99 Prozent der oberen Schichten der Permafrostböden zu schmelzen, wenn der CO2-Ausstoß ungebremst fortgesetzt wird. Beim Schmelzen von Permafrostböden würden Unmengen der Treibhausgase CO2 und Methan freigesetzt, was die Erderwärmung wiederum verstärken würde. Der IPCC warnt, dass durch das Schmelzen von Gletschern und Permafrostböden außerdem Quecksilber und andere giftige Altlasten ins Trinkwasser geraten.

>>>Wahlquiz zu Klimapolitik Öffi-Ausbau, CO2-Steuer, radikale Begrünung: Was sagen die Parteien, was sagst du?

 

Kommentare (8)

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cicero1111
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Stammtisch - Poster gegen vereinte Wissenschaften

Es sind nicht nur zahlreiche Klima Wissenschaftler, die von der Klima Krise sprechen. Es sind auch zahllose Geographen u. - logen, Biologen, Arktis- und Meeres Forscher, alpinisten, Agrarwissenschaftler ...
Hier davon zu sprechen, das wäre nur ein Hype von Jugendlichen oder angeblichen Wissenschaftlern ist so was von krank!

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mcpmumi
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Hauptsache "schönes" Wetter!

Jeder Wetterbericht klingt so: " ... und morgen ist es wieder so schön, so angenehm warm. $ Grad über dem langjährigen Schnitt - na haben wir es nicht gut". Regenwetter? Pfui Teufel, wer kann den sowas brauchen. Wasser rinnt aus dem Wasserhahn. Trinkwasser spült das Klosett.

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brosinor
5
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Des is uns wurscht!

Mir foarn ab sofurt hin und her, alloan im SUV, die neuesten Herbstklamotten zsamm kaufn, juchuuuu

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selbstdenker70
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...

Naive Frage an die, die sich damit auskennen...mehr Wärme, mehr Schmelzwasser, mehr Wasser in Kombination mit mehr Wärme ist gleich mehr Verdunstung, mehr Verdunstung ist gleich mehr Wolken ist gleich mehr Niederschlag. Wo habe ich da als absoluter Laie den Denkfehler?

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dude
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Da haben Sie wahrscheinlich überhaupt keinen Denkfehler, Selbstdenker.

Nur, daß der vermehrte Niederschlag nach den meisten Prognosemodellen dann selten in Form eines gemütlichen Landregens fällt, sondern, wie die Wissenschaft so schön sagt, in Form eines "Regenereignisses". Dann fällt in einem Tag oder in wenigen Stunden so viel Regen, wie er sonst in 2 Monaten fällt. Und das ist nicht gut! Weder für die Menschen, noch für die Tiere und Pflanzen und schon gar nicht für's saubere Trinkwasser!

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paulrandig
1
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selbstdenker70

Ein Clou liegt in der Energieänderung beim Wechsel der Aggregatszustände.
Nehmen wir an, wir führen Wasser konstant Wärme zu. Dann wird das Wasser ebenfalls immer wärmer, und zwar um genau die Wärmemenge, die wir zuführen. Verdunstet das Wasser allerdings, verbraucht es zu diesem Zweck eine Extraportion Wärme, ohne selbst noch wärmer zu werden. Kondensiert es dann wieder, gibt es diese Extraportion an Wärme wieder ab. Auf diese Weise werden riesige Energiemengen transportiert. Energie kann aber nur transportiert werden, nie verschwinden.
Derzeit wird zum Beispiel die Energie, die in Jahrmillionenbeständen von prähistorischen Pflanzen gespeichert war und dann zu Kohle und Öl wurde, in sehr kurzer Zeit dem System hinzugefügt. Vollkommen egal, welchen Aggregatszustand das Wasser in Ihrer Darstellung hat, es wird einfach in Summe das gesamte System wärmer. Ist mehr Wasser im Kreislauf unterwegs, transportiert es auch mehr Energie. "Verschwinden" tut diese Energie nie, wir können sie nur binden. Und vor allem: Weniger zusätzliche freisetzen.

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selbstdenker70
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....

Danke für die Antworten. Aber würde es nicht bedeuten, das wir ab einer gewissen Menge Wasser, und wenn sich der Kreislauf eingependelt hat, permanent unter einer Wolkendecke sitzen, mit einer Luftfeuchtigkeit von einem Glashaus?

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checker43
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Eher

nein, weil warme feuchte Luft aufsteigt und irgendwann eine kühlere Zone erreicht, bei der das Wasser auskondensiert und abregnet. Sonst wären die Tropen immer wolkenverhangen.

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