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LOS ANGELES AUTO SHOW

Der Elektro-Jaguar I-Pace kommt aus Graz

Jaguar zog in Hollywood das Tuch von seinem ersten Elektroauto. Was der britische Autohersteller dabei noch verschwieg: Es ist eines der beiden Modelle, die bei Magna-Steyr in Graz gebaut werden.

Der I-Pace: Die elektrische Katze aus Graz
Der I-Pace: Die elektrische Katze aus Graz © JAGUAR
 

Zwei Tage vor der offiziellen Weltpremiere auf der Los Angeles Auto Show ließ Jaguar gestern Abend die Katze aus dem Sack. In den Milk Studios von Hollywood enthüllte der Premiumhersteller in kleinem Kreis ein „Production Concept“ eines reinen Elektroautos, das ab 2018 in Serie gebaut und auf den Markt kommen wird.

Was die Briten dabei noch nicht verkündeten: Der sogenannte „I-Pace“ ist eines der beiden Jaguar-Modelle, die Magna-Steyr in Graz als Auftragsfertiger künftig bauen wird.

Modellvorstellung: Jaguar I-Pace

Der I-Pace ist der Vorbote des ersten elektrisch angetriebenen Jaguar-Modells, dessen Serienversion Ende 2017 vorgestellt, bei Magna-Steyr in Graz gebaut wird und 2018 in den Handel kommt. Preislich soll das fünfsitzige Elektro-SUV bei rund 70.000 Euro liegen, also unter dem Model S von Tesla.

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Spätestens als Jaguar 2015 angekündigt hat, in der Formel E an den Start zu gehen, war klar, dass die Briten an einem Elektroauto arbeiten und dessen Technik in der Rennserie in die Auslage stellen. Bei der Reichweite machen die Briten eine Ansage: Sie soll nach dem NEFZ bei mehr als 500 Kilometern liegen.

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In Vorder- und Hinterachse integrierte Elektromotoren (ergibt also Allradantrieb) mit einer maximalen Gesamtleistung von 294 kW (400 PS) und einem Drehmoment von 700 Newtonmetern lassen den I-Pace in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h schnellen.

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Das seriennahe I-Pace Concept ist 4,68 Meter lang und beansprucht weniger Verkehrsfläche als ein mittelgroßes SUV, bietet aber das Platzangebot eines im nächsthöheren Segment positionierten Modells. Der Radstand von 2990 Millimeter spendet großzügige Platzverhältnisse und die Kniefreiheit auf der Rückbank liegt auf einem sonst nur in Full-Size-SUVs anzutreffenden Niveau.

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Es ist möglich, die Lithium-Ionen-Batterien mit 90 kWh an einem Gleichstrom-Anschluss mit 50 kW in 90 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität aufzuladen. In etwas über zwei Stunden sind sie wieder zu 100 Prozent gefüllt.

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Dank einer Wärmepumpe wird die Effizienz des Systems im Winter gesteigert. Sie ist weitaus wirkungsvoller als ein konventionelles elektrisches Heizgerät, weil zum Aufwärmen des Fahrgastraums Energie aus der Außenluft genutzt und nicht die Ladung der Bordbatterie angezapft wird. Als Folge kann sich die Reichweite des I-Pace Concept um weitere 50 Kilometer vergrößern; selbst bei Temperaturen von unter null Grad Celsius.

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Fahrer und Beifahrer sitzen in schlank geformten Sitzen und niedriger als in einem herkömmlichen SUV. Der Instrumententräger ist tief angeordnet, die reduzierten Bedienelemente betonen die Größe des Innenraums zusätzlich. Mit Druckknöpfen kann der Fahrer die Fahrstufen D, N, P und R einfach per Daumendruck anwählen.

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Da der I-Pace keinen Kardanwellentunnel braucht, nutzt Jaguar den Raum für eine acht Liter große Ablage zwischen den Sitzen. Anstelle des traditionellen Schaltknaufs finden sich clevere Staufächer für Smartphones, Schlüssel oder andere kleine Gegenstände. Trotz der flach und sportlich abfallenden Heckscheibe fasst der Kofferraum 530 Liter. Er wird ergänzt um einen zweiten, 38 Liter großen Stauraum unter der Vorderhaube.

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Der primäre Informations-Hub gruppiert sich um einen zwölf Zoll großen und bündig mit dem Instrumententräger eingesetzten TFT-Touchscreen. Unterhalb davon angeordnet ist ein zweiter, 5,5 Zoll großer und ebenfalls berührungssensitiver Bildschirm. Er ist angebunden an zwei lasergeätzte Aluminium-Drehregler mit darin integrierten, hochauflösenden Runddisplays. Über diese Regler können die Insassen unter anderem Infotainment- und Klimaeinstellungen vornehmen.

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Weiters findet sich im I-Pace Concept ein konfigurierbares HD-Kombiinstrument mit zwölf Zoll Diagonale sowie ein farbiges Head-up-Display. Zugleich gibt es ein Dreispeichen-Lenkrad mit kapazitiven Multifunktionstasten. Sie bleiben solange unsichtbar, bis sie berührt werden.

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Publik soll der Produktionsstandort erst auf dem Genfer Salon im März gemacht werden, wenn Jaguar die Premiere seines elektrischen Performance-SUV in der Serienversion zelebriert – wobei sich dieser nur in wenigen Details vom „I-Pace Concept“ unterscheiden dürfte. Die Fertigung in Graz soll im Frühjahr 2018 anlaufen, auf die Straße wird der E-Flitzer in der zweiten Jahreshälfte kommen.

Größenmäßig liegt der Fünfsitzer mit einer Länge von 4,68 Meter nahe am Jaguar „F-Pace“ – und ist eine Kampfansage an Tesla. Tatsächlich sind die Leistungsdaten (400 PS, 700 Newtonmeter, 0 auf 100 km/h 4,2 Sekunden) so beeindruckend wie die Reichweite, die im Normzyklus bei mehr als 500 Kilometer liegen soll. Die Lithium-Ionen-Batterie mit 36 Modulen und einer Kapazität von 90 kWh bezieht Jaguar aus dem LG-Werk in Polen. Auch beim Preis will Jaguar überraschen und Tesla deutlich unterlaufen. Es soll auch ein Basismodell mit 320 PS geben.

Noch Stillschweigen herrscht hingegen um den zweiten Jaguar, der bei Magna in Graz vom Band laufen wird. Wobei dieses Modell mit Verbrennungsmotor noch vor dem E-Auto auf den Markt kommt. Schließlich soll das neue kleine Jaguar SUV, das „J-Pace“ heißen könnte, auf der Frankfurter IAA nächsten September Premiere feiern und unmittelbar danach in Produktion gehen und noch vor Jahresende 2017 bei den Händlern stehen. Der Allradler wird in den Abmessungen mit dem Land Rover Evoque (Länge 4,3 Meter) vergleichbar sein.

Zugeknöpft gibt man sich bei Jaguar freilich noch in Sachen Stückzahlen. Spricht man hinter vorgehaltener Hand beim Elektro-Jaguar von 10.000 Stück pro Jahr, rechnet man beim kleinen SUV immerhin mit 50.000 Einheiten. Der Fertigungsvertrag zwischen Magna und Jaguar soll über acht Jahre laufen.

Kommentare (4)

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KlausHirtler
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klausi

....... ist der schön und endlich elektrisch ...

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Das ist nicht die Elektromobilität die wir brauchen!

"Zwei E-Motoren mit zusam men 294 kW / 400 PS und maximal 700 Nm Drehmoment ..."
Wozu? Das Ganze ist doch nur eine Verarsche durch die Automobilindustrie! Solche Autos sind weder leistbar noch Alltagstauglich, zumindest nicht für 95% der Bevölkerung.
Hier wird suggeriert, wir machen ja - in Wirklichkeit soll das alte Geschäftsmodell der Verbrennerfahrzeuge, trotz Klimaerwärmung und Umweltproblemen, Rohstoffkriegen mit dazugehörigen Auswirkungen so weiterlaufen wie bisher. Einige kriegen den Kropf nicht voll und die Politiker und Manager spielen mit!
Meiner Meinung sind hier Verbrecher am Werk!
Wo bleiben die leistbaren E-Autos mit 50kw und echten Reichweiten um die 200km mit 22kw Lader - das reicht für 99% der Fälle- , um einen vernünftigen Preis.

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styrianprawda
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@economy

Das Wort "Verbrecher" nehmen in diesem Zusammenhang nur "Öko-Faschisten" in den Mund.

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Schleinzer1
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nicht brauchen aber wollen

Elektromobilität die wir nicht brauchen aber wollen!! so wie jeder Tesla - Vernunft Autos wie Ampera-E, Zoe, Soul Ev und i3 wird es ja auch geben

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