Industrie und Bildung Hand in Hand
Die Prognosen lassen keinen Zweifel: Ohne MINT-Nachwuchs keine industrielle Zukunft. Genau hier setzen Initiativen wie das „Forum Industrie und HTL“ an. Sie zeigen, welche Kompetenzen künftig gefragt sein werden und wie Bildungseinrichtungen bereits heute darauf reagieren können.

Kärnten steht am Arbeitsmarkt vor einer doppelten Herausforderung. Zum einen nimmt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften stetig zu, zum anderen verstärken der demografische Wandel und die technologische Transformation den Druck auf Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Förderung von MINT-Kompetenzen weiter an Bedeutung. Der Erfolg der österreichischen Industrie basiert wesentlich auf Forschung, Technologie und Innovation.
Diese Innovationsorientierung spiegelt sich auch in der Beschäftigungsstruktur wider: In den Industrieleitbetrieben arbeiten bereits zwei Drittel der Mitarbeitenden in technischen und MINT-nahen Bereichen wie etwa in der Produktion oder in Forschung und Entwicklung. Eine ausreichende Zahl an qualifizierten MINT-Fachkräften wird damit zu einem zentralen Faktor.
Darum MINT
Mit der zunehmenden Technologieorientierung wächst auch die Nachfrage und Bedeutung von MINT-Fähigkeiten (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Während der MINT-Arbeitsmarkt boomt, nimmt der Fachkräftemangel in diesem Bereich zu. Was für Industrie und Wirtschaft eine immer größere Herausforderung darstellt, ist für junge Menschen heute eine enorme berufliche und persönliche Chance.
HTLs als Talentmotor
In Anbetracht dessen kommt den HTLs eine entscheidende Rolle zu. Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben wollen, benötigen junge Menschen, die technisches Verständnis mit Problemlösungskompetenz, Innovationsfähigkeit und Flexibilität verbinden. Technische Ausbildungswege gewinnen somit nicht nur für einzelne Betriebe, sondern auch für die langfristige Entwicklung des Wirtschaftsstandorts enorm an Bedeutung.
Ein wichtiges Signal setzt dabei das „Forum Industrie und HTL“, das im Mai 2026 bereits zum neunten Mal von der Kärntner Industrie organisiert wurde. Die Veranstaltungsreihe bringt die fünf Kärntner HTLs mit Vertreter:innen aus heimischen Industriebetrieben zusammen und schafft eine Plattform für Austausch, Kooperation und Innovation.
Ziel des Formats ist es, junge Talente frühzeitig mit den Anforderungen, Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten der Industrie vertraut zu machen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft weiter zu vertiefen. Damit setzt die Kärntner Industrie ein klares Zeichen für eine stärkere Vernetzung von Schule und Industrie.
Erfolgsfaktor Kompetenz
Die Kärntner HTLs gelten seit Jahren als wichtige Partner der Industrie. Viele Unternehmen setzen gezielt auf Absolvent:innen dieser Schulen, da sie fundiertes technisches Wissen, Praxisnähe und Innovationsgeist mitbringen. Gerade in einer Zeit, in der Automatisierung, Digitalisierung und nachhaltige Produktionsprozesse zunehmend an Bedeutung gewinnen, sind neben fachlichen Qualifikationen auch überfachliche Kompetenzen sehr gefragt.
Aktuelle Studien, wie der Kompetenzradar der Industriellenvereinigung, zeigen, dass neben technischem Know-how zunehmend Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft und ganzheitliches Denken gefragt sind. Gleichzeitig gewinnen digitale Kompetenzen, IT- und KI-Kenntnisse sowie Datenanalyse stark an Bedeutung.
Austausch mit Mehrwert
Die Veranstaltungsreihe „Forum Industrie und HTL“ hat sich seit 2016 als feste Plattform zwischen Industrie, Bildungsdirektion und HTLs etabliert. Sie schafft einen Rahmen, um Bildungsinhalte, betriebliche Anforderungen und technologische Entwicklungen frühzeitig aufeinander abzustimmen. Gerade in einem Umfeld, in dem industrielle Prozesse und technische Berufsfelder immer komplexer werden, erweist sich dieser kontinuierliche Dialog als wesentlicher Standortfaktor. Der Nutzen entsteht dabei auf beiden Seiten: Schulen erhalten unmittelbare Einblicke in die Anforderungen der Betriebe, während Unternehmen frühzeitig Kontakt zu potenziellen Fachkräften aufbauen können.








