In zahlreichen Gemeinden sind die Absoluten gefallen, FPÖ stellt in Leibnitz Bürgermeisteranspruch
Die Steiermark hat gewählt. ÖVP bleibt Bürgermeister-Partei, SPÖ verliert zahlreiche Hochburgen, ein Sieg für die FPÖ blieb aus. Der Ticker zum Nachlesen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Wahlanalysen aus allen Bezirken auf einen Blick
- Die Statements aller Landesparteichefs auf einen Blick
- FPÖ: Die FPÖ gewinnt in vielen steirischen Gemeinden dazu, kann aber keine Gemeinde für sich gewinnen. Am nächsten an einem Wahlsieg ist die FPÖ in St. Michael, hier fehlt ihr nur weniger als ein Prozent zum Sieg. In Leibnitz stellt die FPÖ als Zweitplatzierter dennoch den Bürgermeisteranspruch.
- ÖVP: Die ÖVP ist weiterhin die Partei mit den meisten gewonnenen Gemeinden. Allerdings musste die ÖVP auch in einigen Gemeinden die absolute Mehrheit einbüßen, etwa in Scheifling. In Graz-Umgebung verliert die ÖVP in sieben Gemeinden die Absolute.
- SPÖ: Die SPÖ muss in vielen Gemeinden Verluste hinnehmen. Besonders bitter: In der langjährigen SPÖ-Hochburg Bruck an der Mur verliert sie 23 Prozent und die absolute Mehrheit. Auch in den SP-Hochburgen Leoben, Leibnitz und Mürzzuschlag hielt die absolute Mehrheit nicht. In Deutschlandsberg verliert Langzeitbürgermeister Josef Wallner fünf Mandate und die Absolute.
- NEOS: Die NEOS verzeichnen ihren größten Erfolg in Ramsau, dort halten sie 35 Prozent der Stimmen.
- Grüne: Die Grünen erzielen im Großen und Ganzen ein ähnliches Ergebnis, wie bei der letzten Wahl. In Graz-Umgebung fliegen sie allerdings sowohl in Gössendorf als auch in Kalsdorf aus dem Gemeinderat.
- KPÖ: Auch bei der KPÖ ist das Ergebnis etwa gleich geblieben. In Weiz und Köflach verpasst die KPÖ den Einzug.
Wichtige Beiträge
Gemeinderatswahlen in Zahlen
Insgesamt bewarben sich bei den steirischen Gemeinderatswahlen 2025 landesweit 1054 Listen um 5062 Mandate für die Gemeinderäte von 284 Gemeinden (alle außer Graz, wo 2026 das nächste Mal regulär gewählt wird). Nur eine Liste (ohne Möglichkeit einer Nein-Stimme) wählen konnte man in Aich (ÖVP) und Wildalpen (SPÖ). In Kapfenberg traten indes ganze acht Listen an. Die ÖVP kandidierte in Summe in 282 Kommunen, die SPÖ in 267 und die FPÖ in 258. Neben 104 Antritten der Grünen, 37 der Neos und 34 der KPÖ gab es noch 72 sonstige Listen. Diesmal konnte übrigens in einer Gemeinde weniger gewählt werden, als noch 2020 – mit Jahresbeginn fusionierte heuer Söchau mit der Stadt Fürstenfeld.
Wahlen zum Gemeinderat finden alle fünf Jahre statt. Die Verteilung der Sitze auf die wahlwerbenden Listen erfolgt mit einem speziellen Verfahren (d‘Hondtsches Verfahren, hier erklärt) auf Basis der erreichten gültigen Stimmen. Nach der Stimmenstärke wird auch die Zahl der Gemeindevorstandsmitglieder (Vizebürgermeister, Kassier, weitere Vorstandsmitglieder), die jede Partei stellen darf, bestimmt. Wie viele Gemeinderats- und Vorstandsmitglieder eine Gemeinde insgesamt hat, hängt indes von ihrer Einwohnerzahl ab. Zumindest sind es aber neun Gemeinderäte und drei Vorstandsmitglieder, höchstens (in Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern) hingegen 31 Mandatare und sieben Vorstandsmitglieder. Eine Ausnahme bildet der Grazer Gemeinderat, der aus 48 Mitgliedern besteht.
Wie in Niederösterreich und Wien wird in der Steiermark der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin (derzeit sind rund zehn Prozent Frauen) nicht von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde direkt, sondern vom Gemeinderat gewählt. Die Ortschefs vertreten die Gemeinde nach außen, setzen Gemeinderatsbeschlüsse um, sind Vorgesetzte der Gemeindeverwaltung und haben bei Katastrophen besondere Befugnisse.
Auch wie viel ein Ortschef verdient, ist abhängig von der Einwohnerzahl. Das Bruttogehalt in Gemeinden mit bis zu 500 Einwohnern liegt beispielsweise bei 2832 Euro, bei mehr als 10.000 und bis zu 15.000 Einwohnern erhalten Bürgermeister 8496 Euro. Den Höchstbetrag von 11.328 Euro gibt es bei über 30.000 Einwohnern. Hauptberufliche Bürgermeister erhalten übrigens 25 Prozent mehr.
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