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Nordhaus und RomerNobelpreis für Wirtschaft geht an Klimaökonomen aus den USA

Der Nobelpreis für Wirtschaftwissenschaften geht in diesem Jahr an William Nordhaus und Paul Romer. Nordhaus erhielt 2015 Preis in Österreich.

© (c) AP (Henrik Montgomery)
 

Die Entscheidung ist gefallen. Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an die beiden US-Forscher William Nordhaus und Paul Romer. Die Forscher entwickelten ein Modell, das den Zusammenhang zwischen Klima und Wirtschaft herstellt. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt. Geehrt werde die Forschung für „langfristiges nachhaltiges Wachstum in der globalen Wirtschaft und das Gemeinwohl der Weltbevölkerung.“

Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht neben Nordhaus auch an Paul M. Romer. Sie werden zusammen für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovationen ausgezeichnet. Dies gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt.

Die Forschung der Amerikaner habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem technischen Fortschritt beigetragen, begründete die Akademie ihre Entscheidung. Beide Wissenschafter lehren an bekannten US-Universitäten. Der 1941 geborene Nordhaus ist Professor an der Yale University, Romer (62) arbeitet an der Stern School of Business der New York University.

Experte für Umwelt- und Klimaökonomie

Vor allem Nordhaus hat sich als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie einen Namen gemacht. Dabei geht es etwa um die Frage, wie sich wirtschaftliches Wachstum mit einem möglichst effizienten und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen kombinieren lässt.

Auch die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Klima spielen eine große Rolle - Nordhaus konstruierte etwa spezielle Modelle, die die Wechselwirkungen beider Systeme untereinander analysieren. Er ist auch Mitglied der US-Wissenschaftsakademie und beriet das Parlament sowie die Regierung in Washington in vielen Wirtschaftsfragen.

Folgen technischer Neuerungen

Romer blickt neben seiner akademischen Laufbahn ebenfalls auf eine längere Berater-Karriere zurück. Er beschäftigte sich zum Beispiel mit Problemen der Wirtschaft in Entwicklungsländern, den besonderen Effekten der Verstädterung auf das Wachstum dort, Folgen technischer Neuerungen sowie der Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands.

Während der Bekanntgabe des Preises gab sich Romer zuversichtlich, dass die Menschheit ihre CO2-Emissionen reduzieren könne. "Es ergeben sich dabei einige Einschränkungen. Aber wenn wir einmal damit anfangen und versuchen, weniger Kohlendioxid freizusetzen, werden wir erstaunt sein, dass es nicht so schwierig ist wie gedacht."

Nordhaus erhielt 2015 Preis in Österreich

Einer der zwei heurigen Wirtschaftsnobelpreisträger hat einen Bezug zu Österreich. William D. Nordhaus erhielt im Jahr 2015 den Thomas C. Schelling Award des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ). Der Preis wird Personen verliehen, die mit ihrer Arbeit einen transformativen Einfluss auf die Politik haben.

Nordhaus hielt auch einen Vortrag im Jahr 2012 auf der IIASA-Konferenz. Er beschäftigte sich damals mit Klimaverträgen und der zentralen Rolle von Kohlenstoffpreisen.

Bisher ein Österreicher prämiert

Seit der ersten Verleihung des Wirtschaftspreises 1969 wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Nur ein Österreicher wurde bisher geehrt: Friedrich August von Hayek wurde 1974 für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie und seine Analysen der wechselseitigen Abhängigkeit von wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Verhältnissen ausgezeichnet. Bisher wurde auch nur ein deutscher Ökonom geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994. Zudem wurde die Ehre bisher nur einer Frau zuteil: 2006 bekam die US-Umweltökonomin Elinor Ostrom den Wirtschafts-Nobelpreis.

Im vergangenen Jahr hatte der US-Forscher Richard Thaler für seine Arbeiten zur Verhaltensökonomie die Auszeichnung bekommen. Seine Forschung, so die Jury, habe bedeutsam zum Verständnis der Psychologie im Wirtschaftsleben beigetragen.

Kein "klassischer" Nobelpreis

Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (862.000 Euro) dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich. Verliehen wird er zusammen mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

In den vergangenen Tagen waren bereits die Gewinner der Nobelpreise für Medizin, Physik und Chemie sowie der Friedensnobelpreisträger bekanntgegeben worden. Verliehen werden die Preise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels.

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