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Kolumne vom BörsenparkettTagebuch eines Börsianers: Tiefe Gräben, Welle der Gewalt

In seinem "Tagebuch eines Börsianers" schildert der erfahrene Kapitalmarktexperte Josef Obergantschnig die dramatischen Entwicklungen.

 Josef Obergantschnig
Josef Obergantschnig © Ethico
 

Josef Obergantschnig ist Präsident des Wirtschaftsethikklubs Ethico und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Bank- und Börsenwesen. In seinem "Tagebuch eines Börsianers" schildert der erfahrene Kapitalmarktexperte für die "Kleine Zeitung" seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse in diesem - auch auf dem Börsenparkett - dramatischen Tagen.

Dienstag, 2. Juni: Keine Unruhen an Finanzmärkten - noch nicht ...

Das Pfingstwochenende ist vorüber. In Europa waren die Börsen am Pfingstmontag, ausgenommen jener in Deutschland, Österreich, Schweiz, Dänemark und Norwegen, geöffnet. In den USA sorgt der mutmaßliche Mord am 46jährigen Afroamerikaner George Floyd für Unruhen. In 75 Städten brachen Revolten aus und Donald Trump verschärft die „kriegerische“ Rhetorik. Er droht damit, das Militär gegen die Demonstranten einzusetzen und in New York gibt es bereits eine Ausgangssperre.

Die US-Börsen konnten trotz der Unruhen positiv aus dem Handel gehen. 2020 ist anders! Europas Börsen öffneten im negativen Terrain, konnten aber schon bald die Verluste ausgleichen und den Aufwärtstrend der letzten Wochen weiter fortsetzen. Kommen wir nochmals zurück zu George Floyd. Er hätte zu Lebzeiten sicher nie gedacht, posthum solche Berühmtheit zu erlangen. Nach einer Verhaftung drückte ihm der weiße Polizist Derek Chauvin minutenlang sein Knie in den Nacken. Das kostete Floyd das Leben und legte damit ein scheinbar gelöstes Problem schonungslos offen. Im Vorfeld soll er versucht haben, mit einem gefälschten 20-Dollar Schein Lebensmittel zu kaufen. Chauvin wurde des Mordes angeklagt, seine drei am Einsatz beteiligten Kollegen in der Zwischenzeit entlassen. Im Autopsiebericht ist zu lesen, dass Floyd durch eine Erstickung starb. Floyd war bereits in den 1990ern erstmals straffällig geworden und musste bereits mehrmals wegen verschiedener Vergehen eine Gefängnisstrafe absitzen. Vor 155 Jahren wurde die Sklaverei beendet. Vor 12 Jahren wurde mit Barack Obama der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Die aktuellen Ereignisse zeigen aber, dass auch 2020 noch tiefe Gräben zwischen einzelnen ethnischen Gruppen existieren. 13% der US-Bevölkerung haben einen afroamerikanischen Ursprung. In der Corona-Krise haben bereits mehr als 40 Millionen US-Bürger ihren Job verloren. Bei den Weißen haben 38% ihren Job verloren oder zumindest Gehaltseinbußen hinnehmen müssen. Bei den Afroamerikanern waren es 44% und bei den Latinos waren es sogar 61%.

Kommentare (3)

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Laser19
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Sand in die Augen

"Dazu zählt die medizinische Versorgung, der Vorratsaufbau medizinischer Ausrüstungen und die Bereitstellung von Impfstoffen"
Das ist die Erklärung wofür die 500 Mio ausgegeben werden sollen. Tatsächlich werden sie für Wahlzuckerl, Pensionen ab 60 etc. ausgegeben. Denn ohne diese politischen Verirrungen hätte Italien ja das Geld für Medikamente. Zum Hilfspaket soll es nicht einmal Auflagen geben, die Verschwendung wenigstens in Zukunft abzustellen. Österreich zahlt die Wahlzuckerln der Italiener!

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Reipsi
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Die Börsen sind die

Ursachen das bei uns nichts mehr produziert wird , ärger wie Corona.

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Hazel15
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Die Börsen

Dann können Sie mir sicherlich den Unterschied zwischen den Börsen und den Banken erklären. Was machen die Börsen zum Beispiel, das in Österreich kein Handy, PC, Fernseher etc. produziert mehr wird. Warum produziert dann Voest, Wienerberger, ÖMV um nur einige zu nennen dann in Österreich, ist doch die Börse schuld...

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