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Die RedeLunacek tritt zurück: "Es wurde mir keine Chance gegeben"

Die Pressekonferenz wurde kurzfristig anberaumt. Seit Tagen gab es Rücktrittgerüchte. Bevor sie ging, verdoppelte sie noch die Zahlungen an Künstler mit ganz wenig Einkommen.

© APA/HANS KLAUS TECHT
 

Innenpolitischer Paukenschlag: Nach nicht einmal sechs Monaten im Amt trat Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) zurück. "Ich musste in den letzten Tagen feststellen, dass ich mit meinen Stärken keine positiven Wirkungen mehr erzielen konnte, dass mir keine Chance gegeben wurde."

Sie habe ein ambitioniertes Regierungsprogramm vorgelegt, in dem es ihr insbesondere um die Absicherung der freien Szene, um "fair pay", gegangen sei. Die Corona-Krise habe ihr dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es sei ihr nicht gelungen, das, wofür sie sich einsetzen wollte, umzusetzen. "Ich habe in meinem Leben immer Konsequenzen gezogen, wenn das nötig war. So mache ich es auch heute."

1.000 statt 500 Euro für Künstler

Bevor sie ging, erteilte Lunacek noch die Anweisung, alle 500-Euro-Zahlungen an Künstler mit einem Einkommen von weniger als 11.000 Euro pro Jahr auf 1.000 Euro zu verdoppeln.

Ihre drei Wünsche an ihre Nachfolgerin bzw. das Wirken der Regierung in Nach-Corona-Zeiten: Dass den Künstlern gerade in den Zeiten der Krise das finanzielle Überleben ermöglicht werde, dass auch in Zeiten der Geldnot genügend Geld für die Kunst vorhanden sein möge, und dass die Freiheit der Kunst nicht dem Kräftespiel in der fragilen Balance zwischen Gesundheitsschutz, Eigenverantwortung und Wirtschaftlichkeit zum Opfer fallen möge.

Lunacek bekannte sich dazu, die Funktion der Kulturstaatssekretärin mit einem gewissen Risiko übernommen zu haben, "aber ich habe immer den Mut zum Risiko, dazu, Neues zu wagen, gehabt". Auch ihrer Nachfolgerin, der Regierung für ihre künftige Arbeit wünsche sie diesen Mut."Wer nicht den Mut zum Risiko hat, wird neue Ideen nicht umsetzen können." Lunacek wirkte traurig, aber gefasst: "Ich habe in meinem Leben oft gewonnen, und manchmal auch verloren. Das gehört dazu."

Wer ihre Nachfolgerin sein wird, gab sie nicht bekannt. Fragen nach ihrem Statement waren nicht zugelassen.

"Länder bei Maßnahmen einbinden"

Der steirische Kulturlandesrat Christopher Drexler erklärte: „Ich respektiere die Entscheidung von Ulrike Lunacek, als Kulturstaatssekretärin zurückzutreten. Nun geht es vor allem darum, schnell eine Nachfolge zu bestimmen und gemeinsam rasch Lösungen für den von den Corona-Maßnahmen so stark betroffenen Kulturbereich zu entwickeln. Vor allem braucht es Perspektiven, einen klaren Öffnungs-Fahrplan und praktikable Wege für den gesamten Kunst- und Kulturbetrieb – vom Theater bis zur Blasmusik.

Für Drexler ist besonders wichtig, dass die Betroffenen eng miteinbezogen werden, um auf Basis der Erfahrungen aus der Praxis agieren zu können. Daneben gilt es auch, die Länder in die Erarbeitung der Maßnahmen miteinzubinden: „Nur so können wir die Hilfs- und Unterstützungsinstrumente, die wir auf Landesebene vorbereitet und eingerichtet haben, bestmöglich abstimmen und die Planungen mit den steirischen Kultur-Institutionen und Vereinen auf gesicherter Basis durchführen.“

Seit Wochen unter Beschuss

Lunacek steht seit Wochen schwer unter Beschuss, da im Unterschied zum Sport-, Gastro- oder Hotelbereich bisher keine Lockerungsperspektiven für die Kultur ausgehandelt worden sind. Gestern verdichteten sich die Gerüchte, weil die für heute geplante Pressekonferenz zu den Kulturöffnungen kurzfristig abgeblasen wurde.

Immer lauter waren die Vorwürfe von Kulturmanagern und Künstlern geworden, sie habe zu wenig Verständnis für die spezifischen Probleme der Branche und könne deren Anliegen innerhalb der Regierung zu wenig vertreten. Zuletzt sagte sie kurzfristig Interviewtermine ab. Statt der erhofften nächsten Lockerungen für den Kunst- und Kulturbetrieb, auf die vor allem die Bregenzer und die Salzburger Festspiele dringend warten, dürfte es heute eine Rücktrittserklärung geben

Schon länger Gerüchte

Auf die Rücktritt-Gerüchte von Lunacek in der "ZiB2" vom Donnerstag angesprochen, meinte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nur: "Entscheidungen wie diese sind höchstpersönliche Entscheidungen". "Die Staatssekretärin hatte keine einfache Zeit in den letzten Wochen", meinte er noch unter Hinweis auf die angespannte Lage der Kultur.

Er habe zu Lunacek "ein gutes persönliches Verhältnis", erklärte Kurz. Auf die Frage, ob im Fall ihres Rücktritts die Kultur-Zuständigkeit wieder zur ÖVP wechseln könnte, versicherte er: "Die Ressortverteilungen sind klar'" und "sie werden sich auch nicht ändern".

Was die angespannte Situation im Kulturbereich betrifft, bekräftigte Kurz, er hoffe, dass "wir in den nächsten Tagen ein Konzept vorlegen können, wie wir auch die Kulturnation Österreich wieder auferstehen lassen können". Darum "bemühen wir uns natürlich unabhängig von Personen". Auf die Frage nach - von Kulturschaffenden ebenfalls vehement eingeforderter - stärkerer finanzieller Unterstützung ging er nicht näher ein. "Natürlich" brauche es diese, aber ebenso sehr brauche es Wege, um wieder Auftritte zu ermöglichen.

Kommentare (99+)

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Irgendeiner
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Eine kleine Verlustanzeige

Mir ist ein Pelikan entflogen unter Mitnahme einer langen Antwort und das nicht das erste Mal.Ein solches Verhalten ist natürlich arbeitstechnisch für jemanden der so faul ist wie ich unbefriedigend,der arme Vogel hält sich offenbar für eine Elster und nimmt artuntypisch Dinge mit.Sollte ihn wer finden, bitte hier bei mir im Forum abzugeben,ich glaub, er ist noch nicht für die freie Wildbahn reif.

gonde
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Ziemlich dünnhäutig, die Frau Staatssekretärin, aber zum großzügig Geld ausgeben hat es noch gereicht!

.

hortig
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Antwort

Verlieren konnte sie sowieso nie. Und mich hat gewundert, dass sie Fehler zugegeben hat.
Ich hab mich sowieso gefragt, warum die was geworden ist

orbil
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Entweder man kann‘s


Oder eben nicht

Irgendeiner
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Naja,ich war nie ein Fan von Frau Lunacek,

aber ihre Kompetenz war unbestritten,die Kritik Kulturschaffender kann ich nicht gut gewichten,aus meiner Sicht hätte sie nicht gehen müssen, denn das die Umstände schwierig sind liegt nicht an ihr,wenn es eins zeigt ist es,daß die Grüneneine Rücktrittskultur haben während anderswo freche Lügner klebenbleiben.Was weh tut ist nicht der Rücktritt, das war nicht mein Wunsch aber ihre Entscheidung,was schon wiederendlos nervt ist das Mumpitzgeschwafel des Studienabbrechers der zwar nicht zwischen Roman und Epos unterscheiden kann,aber ein Konzept vorlegen wird "daß wie wir auch die Kulturnation Österreich wieder auferstehen lassen können",weil unter Heilsgeschichtlich tuts Basti nicht und was auch immer passiert,er quasselt Mumpitz.

Irgendeiner
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Ja,ja, so ist das,wo man nicht gelernt hat daß man belegen muß,was man sagt,

und dann glaubt, andere können es auch nicht,weil man mit den eigenen unbeweisbaren Propositionen offenbar noch nie in die Wand lief.Wenn zum Beispiel ein Studienabbrecher frech behauptet er hätte eine Pandemie im Griff und dann zwei Wochen braucht um draufzukommen,daß das exponentiell ist,dann redet der nicht nur Mumpitz, man frägt sich auch wie der die Matura in Biologie schaffen konnte.Und wenn derselbe auf die schriftliche Frage was seine Lieblingsromanfigur sei Achilles sagt,bei Odyseus hätte er sich ja noch zu Blum bei Joyce flüchten können,dann kapiert der den Unterschied zwischen Roman und Epos sichtbar nicht.Und manches hier wird uns jetzt sagen, was unwahr war,weil ich die Dinge die ich äußere auch über einen Biertisch sagen könnte oder vor einem Strafrichter,was nicht jeder kann,weils halt manchmal nicht sehr tunlich ist,man lacht.Die Natur bringt soviel hervor,nicht immer hat sie eine glückliche Hand, darüber muß ich meditieren,in dürren Blättern säuselt der Wind.

Landbomeranze
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Ja Irgendeiner

Menasse for Staatssekretär!!!

Irgendeiner
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Naja, Pomi, wenn

Du ihn willst, wähl ihn halt,man lacht.

Hheh
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Irgendeiner und Kurz

Um bei Ihrer Diktion zu bleiben Herr wahrscheinlich „Fertigstudierter“ Irgendeiner. Das war wieder eine rotzfreche Ansage von Ihnen betreffend BK Kurz. Sie schreiben immer wieder, dass Sie ein alter Mann seien. Warum gönnen Sie sich nicht mehr innere Ruhe. Schalten Sie doch Ihren PC ab, trinken Sie Ihr Bier aus, dämpfen Sie Ihr Zigaretterl aus, gehen Sie in die frische Luft und umkreisen Sie den Lindwurm in Ihrer Heimstadt Klagenfurt. Das wird Ihnen sicher mehr gut tun, als Ihre ständigen jahrelangen Hasstiraden gegenüber BK Kurz. Sie bezeichnen ihn ua. ständig als Lügner. Denken Sie einmal scharf nach wie oft Sie in Ihrem langen Leben schon gelogen haben. Es ist ja niemand unfehlbar.
Zur Klarstellung: Ich bin weder ein Troll, noch ein ÖVP Mitglied und schon gar kein Funktionär. Ich bin nur einer der 1,789.417 Personen, die die ÖVP gewählt haben und einer von Vielen dem Ihre Hasstiraden, Unterstellungen und Verunglimpfungen auf den Nerv gehen.

Irgendeiner
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Du hast Dich dummerweise zwischen eine Belehrung und das Objekt meiner

Begierde gestellt.Und wenn ich einem Studienabbrecher der auf allen Gebieten schon Unfug erzählt hat, nur Physik hatten wir noch nicht, öffentlich korrigiere ist das mein gutes Recht,ich muß mich von nichts was keinen Tau hat und Dinge verdreht oder gleich frei erfindet nerven lassen,außerdem ist mir der Knabe durch das Amt verantwortlich,ich Dir aber nicht.Und ein neuer Nick,der soviel über mich weiß, fasziniert mich auch.Ach ja,und das sind keine Haßtiraden,er kann ja rechtlich mucksen wenn ihm was paßt,ich tret den Wahrheitsbeweis schon an, ist tiefe Verachtung.Da ertrinken Menschen und auch darüber werma noch reden.

Landbomeranze
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Wo sind wir jetzt?

Bei der Abdankung von Frau Lunacek oder bei den Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa schippern oder bei jenen, die aus Angst vor Corona von Spanien wieder nach Marokko zurückgeschippert sind?

Irgendeiner
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Wir,pomi, sind bei mir immer beim selben Thema,

bei Charakter,Moral und Wissen.Und Pomi,schon mal gehört,Menschen die Angst haben rennen immer in die Gegenrichtung,das ist so,ganz natural,Menschen die aus sicherer Position heraus andere zum eigenen Vorteil opfern wieder sind immer widerlich,wo und wann auch immer und auf dem Feld,pomi, spielen wir zwei und Du hast sehr schlechte Karten,man lacht.

schteirischprovessa
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Hör endlich mal mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten über Kurz auf.

Das ist ja bei dir krankhaft und gehört wohl behandelt.

Irgendeiner
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Ach ja, soviele schöne,schweigende rote Striche

und endlich versteh ich, was mit dem Bild vom stummen Schrei der gequälten Kreatur gemeint war,man lacht.

Henry44
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Welche Kompetenz soll unbestritten gewesen sein?

Vielleicht jene für Genderfragen, das mag sein.

Irgendeiner
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Ja auch das,auch wenn sie da natürlich nicht so ganz

auf meiner Linie liegt,ich bin ja mit dieser toxischen Männlichkeit geschlagen,man lacht,aber ihr Einsatz für Minderheiten war immer vorbildlich,ihre internationalen Kontakte hervorragend und ich hör halt auch Leuten genau zu mit denen ich in manchen Fragen keine Deckung habe,die hat sich immer was gedacht b e v o r sie den Mund öffnete,das ist anderswo sichtbar nicht so,mit einem Wort, die war intellektuell satisfaktionsfähig, anderes brabbelt.

Hintschi
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Man lacht

Man lacht man lacht man lacht. Kriegst für jedes "man lacht" gezählt? Bemitleidenswert...

Irgendeiner
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Nein Hintschi,Lintschi wär schöner,

gezählt krieg ichs nicht,das laß ich dir in Deinem Schmerz,gezahlt krieg ichs auch nicht,was Du wohl meintest,immer diese Erregung,ich tus einfach gern und Du darfst dich bemitleiden so viel Du willst,man lacht,vergiß nicht mitzuzählen,man tuts noch mal.
Und jetzt muß ich Kabel ordnen.

APostel13
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Sinnlos

Was soll jetzt besser werden ?

limbo17
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Solange diese

unfähigen Grüninnen in der Regierung sind bringt alles nix!

mobile49
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man sieht , dass man das drehen kann , wie man will

aber es geht und ging um das monetäre , um die abstandsregeln und dadurch um die infektionsgefahr rund um den kulturbetrieb

für das geld ist bekanntlicherweise der finanzminister der ansprechpartner
für die abstandsregeln ist der innenminister zuständig
für die gesundheit hätte der gesundheitsminister das sagen (ausser der BK macht sich hier wichtig)

und wenn diese ihren job gemacht haben , können der kuturminister und seine staatssekretärin tätig werden

da aber anscheinend kein geld geflossen ist und mit den abstandsregeln es nicht so einfach ist im kulturbetrieb wird die staatssekretärin geopfert- so einfach ist das
sonst könnte ja ein schlechtes licht auf die türkisen fallen

nur die l ö s u n g ist es ja keines falls

Renner1
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Lunacek

Gut das sie weg ist!

duMont
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Vollkommen richtig gehandelt

Mag. Lunancek hat vollkommen richtig gehandelt. Es ist besser Veranstaltungen abzusagen, als das sich alle mit Corona anstecken. Was für Künstler sehr schwer ist, da Ihnen die Existenzgrundlage entfällt.

ernesto0815
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Aber

Für die Adlerrunde die Grenzen öffnen ist in Ordnung 🤥

user10335
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Ich halte Lunacek noch immer für eine gute Politikerin

Ob sie auf dieser Position die richtige Wahl war, darüber kann man natürlich streiten! Aber bitte nicht vergessen: Auch die Türkiesen waren damit einverstanden! Und wahrscheinlich hätte sie ohne Corona auch diese Aufgabe gut gemeistert! Aber wie soll Theater und Oper ohne Körperkontakt funktionieren? Liebesszenen, Mord oder trösten bei Gestorbenen sind kommen so gut wie immer vor! Und die Zuschauer - wie soll man die Abstände zueinander festlegen (auch in der Pause beim Sektbuffet)? Ich bin schon gespannt, wie der oder die Nachfolgerin das schafft!

Bodensee
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jetzt wird wohl sogar Herrn Kogler klar sein.....

.......dass diese Frau politisch nichts auf die Reihe kriegt.

 
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