Pädagogik-PaketRückkehr der Leistungsgruppen in der Mittelschule

Die Bundesregierung schickt ihr "Pädagogik-Paket" in Begutachtung. Rückkehr zu Noten in der Volksschule und zu Leistungsgruppen in der Mittelschule.

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THEMENBILD: SCHULE/SCHULREFORM/AUTONOMIEPAKET
Bildungsminister Heinz Faßmann © APA/HARALD SCHNEIDER
 

An den Volksschulen werden ab 2019/20 ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt - gleichzeitig wird aber in allen Klassen zumindest zusätzlich alternativ beurteilt. Die Neuen Mittelschulen verlieren das "neu" und erhalten ab der 2. Klasse zwei Leistungsniveaus mit je fünfteiliger Notenskala, kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Montag an.

"Es geht mir dabei nicht um bildungspolitischen Revanchismus oder ein zwangweises Alles-Muss-Anders werden", so Faßmann bei einer Pressekonferenz. Künftig soll an den Volksschulen im Regelfall sowohl mit Ziffern als auch verbal benotet werden. Bis zum Halbjahreszeugnis der zweiten Klasse kann grundsätzlich auch ausschließlich alternativ beurteilt werden - in diesem Fall haben aber Eltern das Recht, auf einer Ziffernnote zu bestehen. Ab dem Ende der zweiten Klasse müssen dann verpflichtend Ziffernnoten vergeben werden, zusätzlich gibt es aber jedenfalls die Verbal-Beurteilung.

Dazu sollen eigene Bewertungsraster entwickelt werden, in denen in abstrakter Form auch klar hervorkommt, was die Kinder können müssen ("Reime erkennen", "elementaren Wortschatz verwenden", etc.). "Es soll transparenter werden, was die Minimalerfordernisse sind und welches Wissen zu erreichen ist", betonte Projektleiter Klemens Riegler-Picker aus dem Bildungsministerium.

Weitere Maßnahme in der Volksschule: Ab der zweiten Klasse können Kinder auch wieder sitzenbleiben - das war bisher erst in der vierten Klasse möglich. Für die ersten zwei Jahre hatten die Kinder drei Jahre Zeit. Das wurde seinerzeit eingeführt, als die Vorschule für noch nicht schulreife Kinder abgeschafft wurde.

Weitere Änderungen in der Volksschule: Künftig werden alle Eltern zu Bewertungsgesprächen über Leistungsstärken und Leistungsstand eingeladen (bisher nur bei alternativer Beurteilung), bei Bedarf können Schüler auch zu Förderunterricht verpflichtet werden.

Wieder zwei Leistungsstufen

An den Neuen Mittelschulen (NMS) soll es ab der sechsten Schulstufe (2. Klasse) zwei unterschiedliche Leistungsniveaus ("Standard" und "Standard-AHS") geben. Die siebenteilige Bewertungsskala wird abgeschafft, an ihre Stellen treten zwei einander überlappende je fünfteilige Skalen. Gleichzeitig bleiben zwar die bisherigen Differenzierungsmöglichkeiten wie Teamteaching erhalten, werden aber durch eine zusätzliche Möglichkeit ergänzt: Schulen können in Deutsch, Mathe und Englisch ab der sechsten Schulstufe auch dauerhafte Gruppen einrichten.

In diesen Gruppen soll dann anhand der beiden Leistungsniveaus unterrichtet werden. Das bedeute aber nicht die Rückkehr zu Leistungsgruppen, so Riegler-Picker. "Man wird nicht einmal im Jahr zugeteilt und bleibt dann dort, sondern man kann unter dem Jahr wechseln."

Als Zeichen der Änderungen soll die NMS auch vom Namen her das "Neu" verlieren und zur "Mittelschule" werden. Mit den beiden Standards sind auch unterschiedliche Berechtigungen beim Wechsel an eine weiterführende Schule verbunden. Es könne auch sein, dass ein Schüler in einem Fach "AHS-Standard" erreiche (etwa Mathematik) und in anderen vielleicht nur "Standard" (Riegler-Picker: "Ein klassischer HTL-Zubringer").

"Ehrliche Entscheidungen"

"Ich glaube an diesen Schultyp", betonte Faßmann. Allerdings müsse man das "großstädtische Problem" lösen, wo die Mehrzahl der Kinder mittlerweile AHS-Unterstufen besuchen. "Das kann aber nicht in einem ritualhaften Ruf nach mehr Ressourcen bestehen." Er setzte daher auf ehrliche Schullaufbahnentscheidungen, zum Teil auch bauliche Verbesserungen an den Standorten sowie auch die problemorientierte Vergabe von Zusatzressourcen.

Weitere Maßnahme des "Pädagogik-Pakets", das am Mittwoch vom Ministerrat abgesegnet werden und dann in Begutachtung gehen soll. An Polytechnischen Schulen wird es wieder die Möglichkeit eines freiwilligen zehnten Schuljahrs geben. So sollen rund 400 Jugendliche pro Jahr eine "zweite Chance" erhalten, so Faßmann. Die Umstellungen sollen alle bereits ab dem nächsten Schuljahr wirksam werden - eine aufsteigende Umsetzung ab den jeweils ersten Klassen wurde verworfen, um nicht in einem Übergangszeitraum zwei parallele Systeme zu haben.

Reaktion der Lehrer

Für den Vorsitzenden der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Paul Kimberger, geht das "Pädagogik-Paket" grundsätzlich in die richtige Richtung. Für eine endgültige Bewertung fehle im allerdings noch der Gesetzesentwurf, so Kimberger zur APA. "Meist liegt der Teufel im Detail."

Mit der Abschaffung der siebenteiligen Notenskala an der NMS werde ein langjähriges Anliegen der Lehrer erfüllt, so Kimberger. "Wir haben immer gesagt, dass es ein Problem ist, wenn man in einem einzigen Schultyp eine andere Benotungsform einführt." Auch die Möglichkeit zur schulautonomen Führung von Leistungsgruppen entspreche einem Wunsch der Pädagogen - diese würden zwar nicht jenen der "alten" Hauptschule entsprechen, böten aber die Möglichkeit zum Arbeiten mit verschiedenen Leistungsniveaus.

Gleichzeitig sei es den Lehrern wichtig gewesen, in der ersten und am Anfang der zweiten Klasse an der alternativen Leistungsbeurteilung festzuhalten. Da gebe es an den Schulen schon zahlreiche erprobte Modelle, meinte Kimberger. Allerdings fehlten noch genaue Details zu den angekündigten neuen Bewertungsrastern. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass sich die Verwaltung und Bürokratie für die Pädagogen im Rahmen halten: "Die Belastungen sind jetzt schon hoch genug."

Kommentare (81)
Irgendeiner
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Ach ich hatte ihr Themenziel verfehlt, ich verstehe schon was sie meinen,

und jenen die nicht können kann man keinen Vorwurf machen,weil wollen halt können voraussetzt,aber das ist so geschwollen das klingt eine gesellschaftspolitische Frage und wenn ich wie so oft sage daß da zumindest einer sich primär um die Kinder zu kümmern hat bin ich wieder zur Abwechslung ein böser Konservativling.Aber das Problem ist für mich breiter als die die strudeln,Kinder haben nirgends mehr das Primat,sind Accessoires und irgendwann kommt die bittere Erkenntnis,daß das ein ziemliches Eigenleben hat,nur man kann es wissen und frei entscheiden,ich jedenfalls wußte, daß ich mit der Ankunft des Storches die Deckel von allerhand Wünschen und Träumen notwendig zumachen würde,ich hab gewählt, ich hab nicht bereut,denn alles das wäre jetzt auch schon verflogen, ich hab aber etwas das mir bleibt.

lieschenmueller
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@Irgendeiner

Die jungen Leute ziehen ohnehin Konsequenzen. Mein Nachwuchs hatte kürzlich Geburtstag, schon einen Dreier vor dem Jahrzehnt. Da war er schon 4 Jahre alt, als ich diesen feierte. Da ist bewusst nichts geplant, dass Lieschen Oma wird ;-) In meinem Bekanntenkreis denken die Töchter und Söhne dort ähnlich. Die Zeiten haben sich geändert, andere Lebensrealitäten als bei uns.

Irgendeiner
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Ja, das stimmt, aber ich setz da fix auf

die Biologie,nein sie haben schon recht,ist ein allgemeines Einrichten in der Unsicherheit,aber zuviele werden dabei zu apathisch auch noch,die No Future-Typen vorher hatten wenigstens trotzdem noch ein Aufbegehren,aber den Hebel des Archimedes hab ich nicht.Andererseits,sowas kann schnell und unerwartet kommen,68 hat die Zeitgenossen größtenteils auch kalt erwischt,möge es vernünftig und unblutig sein.

lieschenmueller
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@Irgendeiner - Einrichten in der Unsicherheit

Absolut. Die Schule war problemlos, das Studium - zwar nicht in der Mindestzeit - wurde absolviert. Also das berühmte "hättest was 'glernt" ist gar nicht anwendbar. Der Beruf wird gerne ausgeübt, mit einem Gehalt, das mir keine Begeisterungsausbrüche entlockt, aber es reicht zu einem relativ guten Leben. Allein! Mit Kind und größerer Wohnung bräuchte es einen zweiten Verdienst, und das Rädchen beginnt sich so zu drehen, wie ich schrieb. Nämlich mit Bringen in der Früh und Holen am späten Nachmittag. Noch dazu ist Flexibilität gefordert wie noch nie. Eigentum schaffen gut zu überlegen deswegen. Dass man die momentane Stelle bis zur Pension hat, eine Illusion. Es widerstrebt mir nur etwas, dass ich aus Ihren Postings herauszulesen vermeine, dies seien alles Egoisten, denen die eigene Freizeitgestaltung vorgeht in Hinblick auf das Kind an erster Stelle als Ideal. Wohin es aber auch für mich gehört, um nicht falsch verstanden zu werden. Auch glaube ich, die heutige Eltern sehen das ebenso und werden in den Medien zu Unrecht anders dargestellt.

Irgendeiner
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Nein, das hatte ich nicht gesagt,die meisten marschieren ohnehin Richtung Kinderverzicht,etwas was sie häufig

hören und was schon bei meiner Generation ein Thema war, soll man das in diese Welt setzen,das ist kein Egoismus.Aber ich seh vermehrt auch anderes,Kinder die kommen weil es dazugehört,Kinder die eine kriselnde Ehe retten sollen,Kinder als Vorführobjekte und vor allem, Kinder die wenn sie da sind sich halt nicht einfach ins Eck stellen lassen.Wenn sie ein Kind kriegen werdens lange nicht gut schlafen, viele Sorgen haben,Nachts wachen müssen,sie werden nicht mehr fröhlich ausgehen können und nicht große Gastereien machen,Designermöbel werden von Rutschautos attackiert,Perserteppiche gröblichst beschmudelt,Details erspar ich,Porzellan wird über den Jordan gehen,Tapeten werden in Fetzen hängen weil es so schön ratsch macht wenn man ein Eckerl loskletzelt,Vorhänge werden mit Schwung durch Hochziehen daran zerteilt, und wenn sie so dämlich sind wie ich und übersehen daß da was schon krabbelt und ihre teuren Lieblinge nicht rechtzeitig außer Griffweite räumen werden einem teuren alten Folianten plötzlich Seiten fehlen weil das schneller ist als sie,nur eine Auswahl.Und nur wenn sie sich darauf einlassen wollen sollten sie es tun,die Belohnung ist immens aber die Kosten sind nicht ohne und zu viele glauben sie werden nicht zahlen und dann zahlt das Kind.Diese Entscheidung ist noch viel dauerhafter als jede Ehe, denn dabei heißts wirklich lebenslang,no opting out und was da kommt ist kein Schmückedeinheim und kein Spielzeug.

lieschenmueller
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@Irgendeiner

Beim Ergoogeln des "Folianten" habe ich wieder was gelernt :-) Ich denke gerade darüber nach, welche Zeit war wirklich gut in Bezug auf Schule. Die in den Kriegsjahren von meinen Eltern? Von den Großeltern ganz zu schweigen. Meine eigene? Die 60er-Jahre waren schon noch autoritär in vielen Belangen. Die 70er besser. Die Schulzeit des Nachwuchses, vielleicht gefiel sie mir besser als ihm? Wie empfanden Sie Ihre? Was wollen Sie zurück davon in die Jetztzeit holen? Ich habe darauf nicht wirklich Antworten. Spät ist es, man liest sich. LG und möge uns die senile Bettflucht gnädig sein :-)

Irgendeiner
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Naja,ich verkläre da nichts, ich war ab der Pubertät der Fluch vieler

meiner Lehrer weil Autorität einen ungeheuren Reiz auf mich ausübte und ich sie dann abtestete,auch stillen Kindern wachsen irgendwann Zähne und dann sehr lange,wir hatten einen Haufen völlig Unzulängliches,etwa ein Drittel waren, heute würd ich nicht mehr sagen bösartig sondern beschädigt,etwa ein weiteres Drittel waren durchschnittlich und etwa dieselbe Anzahl waren wirklich bemühte herzensgute Menschen.Beim Nachwuchs waren die fiesen weniger fies und geringer an der Zahl,das in der Mitte war sehr breit,aber das was ich in meiner Zeit mochte war nur mehr in Einzelexemplaren da.Ist das besser,ist das schlechter, ich weiß es nicht.Schlafen Sie wohl.

tomtitan
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Sensationell 👍

Genau das trifft's! 👍👍👍

erstdenkendannsprechen
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DANKE

für diesen Kommentar!

DavidgegenGoliath
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@irgendeiner

Nur wenn Eltern bereit sind, auch zu Hause, mit den Kindern zu lernen, wird die Schulzeit erfolgreich sein.
Leider gibt es inzwischen sehr viele Eltern, die selbst nicht mehr in der Lage sind, ihr Kind zu unterstützen, da sie selbst mit dem Lehrstoff überfordert sind.

Irgendeiner
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Ja, Davida, da hast schon recht,

aber genau an dem Eck setzt die Regierung nicht an.

LS0T52VHANN2J437
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Blödsinn

Mit mir hat auch niemand gelernt und trotzdem habe ich die HAK erfolgreich abgeschlossen.

wollanig
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Tja,

auch dem Lacher kann man mal fast zur Gänze zustimmen.

7WNL3EVD3W82Y4F4
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d´accord

Wärs nicht so traurig, wäre ihr Kommentar richtig unterhaltsam ...

Mein Graz
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@Irgendeiner

Aus der Seele gesprochen!
Danke!
👍👏

lieschenmueller
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Auch als Nichtwählerin dieser Regierungsparteien,

DAS finde ich wahrlich nicht schlecht. Im 2. Halbjahr der 2. Klasse, da hat eine Eingewöhnung stattgefunden, warum sollte es DA keine Noten geben? Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Von einer 7stelligen Notenskala las ich überhaupt zum ersten Mal. Auch ab der 6. Schulstufe mit unterschiedlichem Leistungsniveau, die Begabungen sind nicht gleichmäßig bei allen Schülern, da ist es doch mehr in Richtung Frustrierung, wenn man wenig Ahnung hat, wovon die Lehrperson vorne am Pult überhaupt spricht. Das Wünschenswerteste wäre eine gute Einstellung und ein respektvoller Umgang zwischen Schülern und Lehrern, ebenso zwischen den Schülern untereinander. Da hat man schon viel gewonnen. Der Bildungsminister ist eine löbliche Ausnahme in dieser Regierungsriege, ein Mann der ohne Feindseligkeiten auskommt. Eine Selbstverständlichkeit, möchte man meinen ...........

erstdenkendannsprechen
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Noten sind deswegen verzichtbar,

weil sie genau gar nichts aussagen und untereinander nicht vergleichbar sind. nur die oma ist froh, sie braucht sich keine gedanken machen, denn das zeugnis sagt klar und deutlich, ob sie dem enkerl 10, 20, 30 oder mehr euro geben soll.

Mein Graz
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@lieschenmueller

Ich finde Benotung nur dann sinnvoll, wenn es mit einer gleichzeitig durchgeführten schriftlichen Beurteilung einher geht. Noten sagen einfach zu wenig aus.
Etwa die Note in "Deutsch": sie umfasst lesen und verstehen, und schreiben. Es gibt Kinder, die die Rechtschreibung beherrschen, sich beim Lesen aber schwer tun. Die Note ist möglicherweise "3", sagt aber nicht, aus welchem Grund und wo Nachholbedarf besteht.
Natürlich sollten alle Eltern regen Kontakt mit den LehrerInnen unterhalten. Das ist allerdings Wunschdenken, denn es funktioniert nicht. Die Folge ist, dass das Kind mit einem 3-er in Deutsch heimkommt, die Eltern sind unzufrieden, das Kind möglicherweise frustriert. Passieren wird aber nicht viel - leider.

Ob der Bildungsminister tatsächlich eine Ausnahme ist wage ich dzt. noch nicht zu beurteilen, zu wenig habe ich noch von ihm vernommen.

erstdenkendannsprechen
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wieso brauch ich dann noten,

wenn ich eine schriftliche (=verbale) beurteilung habe? dann habe ich wieder den käse, dass beim einen lehrer das und das für ein sehr gut reicht und beim anderen lehrer nicht.

lieschenmueller
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@Mein Graz

Mit schriftlichen Beurteilungen habe ich null Erfahrung. Aber wenn die auch noch dazukommen, umso besser.

erstdenkendannsprechen
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deswegen ist es sehr "sinnvoll"

wenn sie noten befürworten, obwohl sie von der verbalen beurteilung (noten sind am zeugnis auch "schriftlich") keine ahnung haben. erst informieren, dann kommentieren.
aber ich finde es gut, dass sie ehrlich sagen, dass sie keine erfahrung damit haben, tun auch die wenigsten.

lieschenmueller
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@ersdenkendannsprechen

Nun, mein "Kind" wurde 1994 eingeschult und ich hatte 12 Jahre mit ihm und der Schule null Probleme. Verbale Beurteilungen gab es damals noch - zumindest bei uns - nicht. Über die Schwierigkeiten verschiedenster Art in den Schulen ist in regelmäßigen Abständen zu lesen. Auch in der Lehrlingsausbildung liegt aufgrund der Schwächen von vielen Schulabgängern einiges im Argen. Was ist den Ihr konkreter Vorschlag zur Verbesserung dieser Situation? Mir ist schon klar, dass es allein mit der nun angedachten verpflichtenden Notengebung nicht getan ist. Aber deswegen alles so lassen, wie es ist?

dd
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ÖVP und Bildungsreform?

Die ÖVP verhindert seit Jahren eine Bildungsreform. Was soll man von einem ÖVP Bildungsminister sonst erwarten. Unsere Kinder und Kindeskinder werden uns einmal sehr dankbar sein für solchen "Experten". Keines unserer Kinder wird für die Zukunft vorbereitet.

gintonicmiteis
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Die nächste Wurschtelei...

eine richtige Bildungsreform (wie seit 30+ Jahren angekündigt) wäre notwendig - nicht dieses ewige Hin- und Herwurschtln ganz nach politischem Gutdünken und Einfluss der Lehrergewerkschaftler... aber das darf man sich als Finanzierer und Konsument dieser Bildungspolitik wohl nicht mehr erwarten.

smarty
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Wurschtelei

Über 30 Jahren? Habe selbst nicht nur Grundbildung erfahren und finde Noten völlig in Ordnung. Wer war meistens in den 30 Jahren in der Regierung?

cockpit
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und wer hat die notwendige Reform

immer zu verhindern gewusst?

Mein Graz
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@smarty

Rot UND Schwarz.

Mr.T
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Und wieder...

... eine Maßnahme zur Zwei-Klassen-Gesellschaft

Eine Krankenkasse... für die Armen und „Normalsterblichen“... und für die ÖVP Klientel (Unternehmer, Bauern, Beamten & Co) was Besseres

Unternehmen werden entlastet... und Notstandsbezieher enteignet

Viel Kindergeld (Familienbonus) für die Gutverdiener und Reichen... wenig für die Armen der Gesellschaft

Jetzt wird auch noch in der Schule alles gemacht um die Gesellschaft zu entzweien... die, die sich Nachhilfe leisten können (also wieder die Besserverdiener und Reichen) werden es richten, dass ihre Kinder die Schule und das Studium schaffen... und das Normalvolk, dass durch seine Arbeitsleistu

Mr.T
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...

Arbeitsleistung den Reichtum der Unternehmer ermöglicht... geht wieder leer aus... und wird weiterhin kräftig verar...t

Und das sind nur ein paar Beispiel... es gebe noch mehr!!!

mimamo
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Nachgefragt

Mich würde interessieren, wer von den Teilnehmern der Umfrage auf dieser Seite, der "Das ist längst fällig, die verbale Beurteilung war nicht aussagekräftig!" angeklickt hat, auch wirklich Beurteilungen seiner eigenen Kinder gelesen hat, und wer das nur angeklickt hat, weil er die Notenvergabe gut findet.

gintonicmiteis
25
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Das sind jene rechtskonservativen Wähler,

die sich zwischen vollen Bier-aus-dem-Kühlschrank und Hauptabendprogramm nicht vertieft mit der Bildung ihrer Kinder auseinandersetzen wollen - da ist eine klare Unterteilung in fünf Noten natürlich das einfachste. Sonst müsste man die alternative Benotung auch noch lesen (und verstehen)...

Bertl1970
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Schulnoten

Und sie glauben tatsächlich das eine verbale Beureilung das non plus ultra der Beurteilung ist-auch hier ist es so,wenn man dem Lehrer nicht symphatisch ist fällt die Beurteilung genauso aus wie bei einer Benotung.Aber die rote Reichshälfte mit immer wieder unsinnigen Schulversuchen an Lehrern und Schülern vorbeiagiert hat,so finde ich die Notengebung sehr gut.Wie wollen sie es dann bei einer Lehre oder einem Studium händeln ?Und es gibt auch heute die Möglichkeit nach einer Lehre ein Studium zu beginnen.

Leberknoedel
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Ich!!!

Ich habe das geklickt.

Mein Sohn hatte erst ab der dritten VS Noten und war von Anfang an unglücklich, keine Noten bekommen zu haben. Für die Kinder viel zu abstrakt und für die Eltern kein wirklicher Vorteil, weil alles was in diversen Briefen und "Zeugnissen" stand waren Informationen die man auch bei Gesprächen mit den Lehrern übers Jahr hindurch bekommen hat.

Und jetzt?

Irgendeiner
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Äh, und woher hatte einer der

im Kindergarten keine Noten bekam eine Notenerwartung, das ist ein interessantes epistemologisches Problem.

lieschenmueller
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@Irgendeiner

Im Kindergarten eher ungewöhnlich ;-) Wir hatten bei unserem Sohn eine traumhafte Volksschule. Eine kleine Landschule mit 17 Kindern in einer Klasse. Da gab es durchaus welche, die gerne eine Note gehabt hätten. Unserem Fortpflanz wäre es egal gewesen ob oder auch nicht. Ich erinnere mich, 1. Klasse VS 1994, da gab es eine einzige Gesamtnote. Ob es schon zum Semester war oder erst zum Schulschluss, daran erinnere ich mich nicht mehr. In der 2. Klasse schrieben die Kinder Diktate. Und zwar solche, die vorher in der Stunde geübt wurden und am nächsten Tag als "Ansage" kamen. Was mussten wir uns von anderen Schulen anhören, wie wertlos das wäre. Vorher üben und genau DAS kommt dann. Es war genau richtig, eine Motivation für kleine Kinder, etwas gut hinzukriegen und ging nicht weniger in die Köpfe rein, als wenn aus heiterem Himmel für einen 7Jährigen das Wort "Detektiv" kommt, wo in dem schon 3 Fehler sind :-) Was heißt nicht weniger, viel besser war es. Nicht verschwiegen werden soll, dass trotz Üben auch in manchen Heften viel rot angestrichen war. Es wurde einzeln nicht benotet, aber gesamt am Ende des Schuljahres. Anhand des Rots konnte man sich inetwa ausrechnen, was jedes geworden wäre innerhalb dieses. Ich finde, man kann Kinder behutsam heranführen, und am Ende der 2. Klasse sind sie so gefestigt, auch mit einer Note, die kein Einser ist, umgehen zu können bzw. es ein Ansporn sein kann.

lieschenmueller
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Was meine Schwiegermutter selig immer erzählte und auch meinem Mann unvergesslich ist,

er bekam im ersten Monat! seiner Volksschulzeit einen riesigen Fünfer. Rot und doppelt unterstrichen. Wir waren ja noch so gepolt, das Noten anhand der Größe noch mehr Bedeutung bekamen, - "mein Einser ist größer als deiner" - oder sogar römisch! Und ein großer Fünfer - heftig! Da war die Mama natürlich sofort (in so einem Fall finde ich zu Recht) bei der Lehrerin und meinte, wie man in der kurzen Zeit zu "so einer Ehre" käme und was das für ein Kind bedeutet. Aber einige damals konnten einem wirklich nur das ABC beibringen und waren von der Psyche eines Kindes so weit entfernt wie nur was. War in deren Ausbildung nicht drinnen und den Hausverstand konnte man noch nicht im Supermarkt kaufen ........... Ein Kind mit 6 Jahren, da ist die Reife dermaßen unterschiedlich. Allein die Herbstkinder sind fast um ein Jahr älter als die Augustgeborenen. Aber am Ende des 2. Schuljahres, da finde ich an einer Note nichts Unzumutbares. Mehr wie ein Dreier ist es ja selten.

mimamo
35
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Obrigkeitsdenken

Warum muss der Staat festlegen, wie die Schulen die Kinder in der Volksschule bewerten. Ich bin für mehr Entscheidungsfreiheit der Schulen und Eltern in den ersten vier Jahren. Dann kann Sinn und Zweck von Noten direkt in der Elternschaft diskutiert werden und wir müssen unsere Kinder nicht auf teure Privatschulen schicken, wenn wir eine vernünftige schulische Erziehung wünschen.

Ichweissetwas
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Das ist schon in Ordnung,

Noten haben uns anno dazumal, auch nie geschadet.....!

Mein Graz
9
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@Ichweissetwas

Was den Menschen auch nicht geschadet hat:
- in Höhlen hausen
- am Lagerfeuer ein Mammut braten
- Kinderarbeit
- die "g'sunde Watschn"
- Steuererhöhungen
- Kriege und Nachkriegszeiten
- Rasen auf den Autobahnen

Was den Menschen in Zukunft nicht schaden wird:
- 12-Stunden-Tage
- Steuererhöhungen
- rauchen in der Gastronomie
- 1-5-Benotung im kindlichen Alter als Vorbereitung aufs harte Berufsleben
- Verschlechterungen bei der Sozialversicherung und im Gesundheitswesen
- 150 € im Monat fürs Leben
- die Reise zum Mars

gintonicmiteis
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und was anno dazumal gut war, kann sich nicht als falsch herausstellen?

Praktizieren Sie zuhause auch noch die Erziehungsmethoden von Johanna Haarer? Millionen deutsche Mütter anno dazumal können doch nicht irren, oder? ;)

8Y23WAKYCHC4M75D
15
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Nachwirkungen

So manch einer ist auch der Meinung, daß eine "g'sunde Watsch'n" nicht geschadet hat und auch nicht schadet. Daß die Folgen für eine Kinderseele dramatisch sind und sich die Verletzungen sehr oft bis ins hohe Erwachsenenalter hineinziehen, dürfte dabei ohne Belang sein, denn wichtig ist ja scheinbar nur noch knallhartes Konkurrenzdenken, um nicht unterzugehen und "Erfolg zu haben".
Arme Kinder solcher armen Eltern; immer wieder traurig so etwas mitanzusehen....

mimamo
5
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nie geschadet ...

Wer ist uns? Und kann es sein, dass wir anno dazumal in einer ganz anderen Welt gelebt haben?

Irgendeiner
18
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Fünf,

setzen.

Irgendeiner
20
7
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"Reime erkennen",armer Kickl.

Und Herr Faßmann, das Ziel ist ja doch schlicht,möglichst viele möglichst weit zu bringen,simma uns da noch einig? Ich will nicht wissen was das nicht ist, ich will wissen wie uns das dem näher bringt und ich kanns unter all den schönen Worten nicht finden,erklären sie es einem alten Simpel.Vielleicht solltma doch mal das quantitative Lehrer/Schüler Verhältnis betrachten,was meinens.

Patriot
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Im Prinzip geht das Herumdoktern am Schulsystem und der damit verbundene Niveauverlust an allen Schultypen weiter!

Nur eine Schule mit Modulsystem (Anforderung des Modul 1 erfüllt, Aufstieg in das Modul 2, usw.) und die Möglichkeit seitens der Schule einzelne Schüler/innen zum Besuch einer ganztägigen Schulform verpflichten zu dürfen, würde ein weiteres Absinken des Bildungsniveaus (einschließlich der Matura) stoppen.

cockpit
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@patriot

bin ganz bei Ihnen!

freizeitfreiheit
18
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endlich....

...wieder sinnvolle Beurteilungen. Als Elternteil zweier Pflichtschüler bin ich richtig froh, dass jetzt wieder mit dieser alternativen Beurteilung aufgehört wird und Tatsachen auf den Tisch kommen. Das Verhätscheln und Schön-Reden bringt den Kindern leider garnichts. Leistung entsteht hauptsächlich im Vergleich mit anderen und dem daraus resultierenden Ansporn. Und durch die wiedereingeführten Leistungsstufen kann auch das (mittlerweile) drastische Niveaugefälle in einzelnen Klassen viel besser gehandhabt und somit die einzelnen Schüler besser gefördert werden. Ich freue mich auf die neuen Maßnahmen und hoffe, dass alles so umgesetzt wird. Nicht immer ist "alt" gleich "schlecht"!

mimamo
14
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Irrtum

Noten sind keine Tatsachen. Sie sind ein gutes Hilfsmittel als grobe Beurteilung doch keineswegs objektiv. Wenn es darum geht, Leistung zu steigern und das Wissens-, Kenntnis-, Fähigkeiten- und Kompetenzniveau zu verbessern (weil wir ja gerne alles optimieren), dann wären andere Methoden angebracht, zum Beispiel wegkommen vom stundenbasierten Fachunterricht hin zu einem umfassenden Projektunterricht, der bei den Kindern das bewirken kann, was Leistung möglich macht: Begeisterung und Interesse wecken für die Themen und optimale Förderung der Eigenintiative. Noten bewirken oft das Gegenteil dessen, was erreicht werden soll. Hätten wirklich erfahrende und zeitgemäße Pädagogen an dem Gesetz gewirkt, würde es anders aussehen. Doch der Gesetzgeber folgt halt leider nicht den neuesten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Erkenntnissen, sondern den Wünschen seines Wahlvolks.

Irgendeiner
15
6
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Und dann vergebma die Zahl der erlaubten Postings hier

auch nach Bildungsniveau,was meinst.Und wennst Kinder die das Problem haben,daß Papa und Mama selbst nicht wollen oder nicht können exkludierst statt hilfst bleiben die dort,trotz vielleicht höherer Intelligenz,ein Hartz IV Phänomen und es gab mal Zeiten auch hier,da war Schule kein rat-race zwischen Schülern, da hat man sich gegenseitig geholfen.Mangelnde Durchmischung schafft Dumme auf der einen und Schnösel auf der anderen Seite und davon hamma in beiden Fällen schon zu viel.Und die Benotungsform mit Ziffern ist genauso vage wie verbale oder glaubst der Kathederhengst hat dann andere Daten,woher hätte der die denn dann?

freizeitfreiheit
5
12
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und

weil Sie keine "Dummen" auf der einen und keine "Schnösel" auf der anderen Seite haben wollen, schauen wir, dass alle "Durchschnitt" sind oder wie darf ich das verstehen?

Irgendeiner
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Wer sagt Dir denn das,das ist der verqueren

Idee geschuldet Du könntest sowas wie intellektuelle Elite durch Konditionierung erziehen, das ist Unfug, du kannst Interesse wecken und Angebote machen,das eine wächst mehr, das andere weniger,aber das tut es aus Voraussetzungen auf die du nur marginalen Zugriff hast,das läuft nicht entlang von irgendwelchen Grenzen der Klassen,Schichten,Elternschaften, denn der genetische Teil ist ein Roulette,da habts auch falsche Vorstellungen und der sozial-biographische mehr oder weniger eine Sache des Zufalls,wennst tausend Schüler beinhart in Mathematik drillst kriegst vielleicht durchschnittlich bessere Rechner, einen Gauß kriegst nicht.Du kannst alle bis zu einem Mindestniveau bringen aber ab einer gewissen Höhe übernimmt Befähigung und Interesse und Drill verkrüppelt.Sind Menschen,keine Maschinenund was heute oft als Elite verkauft wird ist eine Übersetzung von funktionsfähig und das wieder ist für Gebildete definitorisch dumm.

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