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Gurgel-Tests für Kinder"Delta-Variante den Schrecken nehmen"

Der Wiener Gesundheitsverband erklärt, wie man der ansteckenderen Delta-Variante die Stirn bieten kann - und urgiert das Testen auch bei den ganz Kleinen.

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++ THEMENBILD ++ CORONAVIRUS: GURGELTESTS AN SCHULEN
Gurgeltests seien auch für Sechsjährige gut geeignet © (c) APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Corona-Virus ist in Europa und Österreich weiter auf dem Vormarsch. Die Anzahl der Neuinfektionen kann dadurch rasch steigen, wie sich aktuell in Ländern wie Portugal, Spanien und den Niederlanden zeigt. Zum Schutz vor einer Ansteckung raten Covid-19-ExpertInnen des Wiener Gesundheitsverbundes in einer Aussendung zur Impfung und zu regelmäßigen Tests. Einer aktuellen Studie zufolge sei eine Vollimmunisierung essenziell, um einen möglichst guten Schutz gegen die Delta-Variante aufzubauen.

Was das Testen betrifft, so können nur PCR-Tests Delta früh und zuverlässig nachweisen, heißt es dazu vom Gesundheitsverbund. Die Testschienen der Stadt Wien – allen voran "Alles gurgelt!" – böten dazu alle Möglichkeiten, auch für Kinder.

Testen im Sommer

"Die Covid-Impfung bietet einen sehr hohen Schutz und verhindert in weit über 90 Prozent der Fälle schwere Krankheitsverläufe. Mittlerweile haben nahezu alle die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Ich empfehle jedem die Impfung – vor allem bei Risikofaktoren wie Übergewicht oder Schwangerschaft", erklärt Emanuela Friese, Infektiologin und stellvertretene Leiterin der Covid-19-Intensivstation der Klinik Favoriten. "Für alle, für die die Impfung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, sind regelmäßige Tests auch während der Sommermonate ratsam. Das betrifft vor allem die relativ große Gruppe der Kinder unter 12 Jahren", so Friese.

Auch Kinder von Folgeerscheinungen betroffen

"Wir Erwachsenen können ein wichtiges Schutzschild für unsere Kinder sein. Ich hoffe, dass sich im Sommer noch viele Menschen für eine COVID-19-Schutzimpfung motivieren lassen", sagt Florian Götzinger, Kinder-Infektiologe an der Klinik Ottakring.

Götzinger hat zahlreiche mit dem Coronavirus infizierte Kinder und Jugendliche behandelt. Die gute Nachricht: Die meisten von ihnen erkranken nur leicht. „Wir sehen nur wenige Kinder und Jugendliche mit schweren Covid-19-Verläufen. Aber natürlich können auch sie von Folgeerscheinungen betroffen sein und andere Menschen anstecken", gibt Götzinger zu bedenken. "Daher ist es besonders wichtig, die Kinder regelmäßig zu testen – vor allem in Hinblick auf Delta." 

Zuverlässiger und angenehmer

Die Delta-Variante ist deutlich ansteckender als die bisher in Österreich aufgetretenen Virustypen. Es sei daher unbedingt notwendig, regelmäßig zu testen, sagt Götzinger. "Nur wenn wir Infektionen schnell feststellen, können wir Delta den Schrecken nehmen. PCR-Testverfahren sind dabei deutlich zuverlässiger, das haben Studien gezeigt."

Die in Wien verfügbaren Gurgeltests sind auch für die Tests bei den Jungen bestens geeignet, so der Kinderarzt. "Kinder ab einem Alter von sechs Jahren haben im Normalfall keine Probleme, die Salzlösung für eine Minute im Mund-Rachenraum zu gurgeln oder zu spülen. Die Tests sind nicht nur zuverlässiger, sondern auch viel angenehmer als Abstriche, wie wir sie von Schnelltests kennen."

Kommentare (8)
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wolff02
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Was ist los mit der Redaktion.........

Eigentlich sollte inzwischen jeder wissen das ein virus permanent mutiert und versucht damit zu überleben. Standard ist auch das die neue Mutation sich durchsetzt, von den anderen Mutationen merken wir logischer weise nichts. Wie wir merken kommt es kaum zu schweren Verläufen also wo ist das Problem außer das es halt jetzt eine neue Infektionskrankheit gibt an die wir uns gewöhnen müssen. Das dauernde Panikmache der Medien bringt nur noch mehr Verunsicherung bei Leuten die ohnehin seit Monaten in Angst leben die von Der Regierung und den Medien geschürt wurde.

mocoro
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Lasst die Kinder in Ruhe

So gut wie keine Berufsgruppe muss drei Mal pro Woche testen. Die Kinder werden gezwungen als Versuchskaninchen herzuhalten. Sie haben keine andere Wahl, deswegen werden sie dazu genötigt.
Wie schäbig sind unsere Politiker mit einer der schwächsten Gruppe unserer Gesellschaft so umzuspringen? Schämen sollten sie sich.

Dr.B.Sonnenfreund
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Keine Impfung für unter 12 Jährige

Mein Sohn ist 11 Jahre alt, körperlich entwickelt wie ein durchschnittlicher 13 Jähriger. Er würde sich gerne impfen lassen, es ist durch die elektronische Registrierung vor dem 12 Geburtstag leider nicht möglich. Mit dem alten System wäre es längst erledigt. Danke den Bürokraten dafür.
Natürlich lasse ich ihn unter 12 in den Ferien nicht testen, denn das Testen schützt ihn nicht vor einer Infektion, eine Impfung hingegen würde ihn sehr wohl schützen. Mit 11 hat er irgendwie die A-Karte... wegen ein paar Monaten die er für die Bürokratie zu jung ist.
Ich würde es vernünftig finden für die Beurteilung der Impffähigkeit die körperliche Entwicklung des Kindes mit einzubeziehen.

Ba.Ge.
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Solche auf den ersten Blick willkürlichen Regeln gibt es immer mal wieder.

Was mMn aber verständlich ist. Irgendwo muss eine Grenze gezogen werden, da wird es dann natürlich welche geben, die knapp darunter fallen, aber jeden einzelnen bezüglich Impffähigkeit zu beurteilen wäre wohl ein zu hoher Kosten- sowie Zeitaufwand.

Stemocell
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Wo genau ist dieser sogenannte

‚Schrecken‘ der Delta-Variante? Mir scheint es, als würde dieser ausschließlich in den Medien existieren, im echten Leben merkt man davon jedenfalls wenig bis gar nichts.
Die KLZ wird sich den Vorwurf der Panikmache leider gefallen lassen müssen, eine derart reisserische Überschrift hat mit qualitativ hochwertiger, objektiver Berichterstattung jedenfalls nichts zu tun. Wie wäre es beispielsweise einmal damit, eine Umfrage durchzuführen und die Leute auf der Straße zu befragen, ob tatsächlich irgendjemand Angst vor der ‚Delta-Variante‘ hat? Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass diese Variante gefährlicher ist, als das ‚ursprüngliche‘ Coronavirus. Es ist lediglich eine weitere Mutation, von denen wir in den nächsten Jahren möglicherweise noch viele haben werden. Die Auswirkungen sind jedoch noch weitgehend unbekannt, also warum hier einen ‚Schrecken‘ beschwören, den es schlicht und einfach nicht gibt?

Ba.Ge.
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höhere Ansteckungspotential

macht Delta so gefährlich, hab ich schon öfter gelesen. Das macht uns derzeit noch nicht viel, da es Sommer ist - aber leider werden viele übersehen, wann der Sommer in den Herbst übergeht und auch wenn Delta scheinbar sogar öfter glimpflich verläuft, wird es zu Problemen führen, wenn wir wieder 10 mal mehr täglich Neuinfizierte verzeixhnen (war zumindest letztes Jahr ohne Delta im Herbst über 10 mal mehr, vl wird es jetzt noch schlimmer - wenn noch dazu im Herbst die Impfung evtl nicht mehr ganz wirkt, Geimpfte sich aber nach wie vor sicher fühlen).

Stemocell
3
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Ja, alles Mutmaßungen.

Aufgrund der Impfung kann man die aktuelle Situation aber nicht mit letztem Jahr vergleichen.
Niemand weiß, was im Herbst sein wird, ziemlich sicher werden die Neuinfektionen wieder ansteigen, was aber irrelevant ist, da die vulnerablen Gruppen mittlerweile bestmöglich geschützt sind.

Ba.Ge.
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Die vulnerable Gruppe

wurde bereits circa im März geimpft, wirkt die Impfung aber ehrlich nur ~6 Monate gut (was auch biontech/pfizer (womit wohl nahezu alle der Vulnerablen geimpft wurden] anmerkte), wäre das diesen Herbst halt schon wieder problematisch… Bleibt wohl spannend ;)