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Kriminalität in WienHotspot Favoriten: Kriminelle Strukturen oft Nährboden für Extremismus

Die Ausschreitungen in Wien-Favoriten, als Sympathisanten der ultranationalistischen türkischen Grauen Wölfe eine kurdische Demo gegen Gewalt an Frauen angriffen, haben das Innenministerium und die Polizei zu zahlreichen Schwerpunkten in dem Bezirk veranlasst.

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© (c) APA/BMI/GERD PACHAUER (GERD PACHAUER)
 

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sagte am Montag, es gehe darum zu verhindern, dass aus kleinkriminellen Strukturen Extremismus und Radikalisierung entstehe, entsprechende Netzwerke zu identifizieren und zu zerschlagen.

"Kriminelle Strukturen sind oft Nährboden für Radikalisierung und Extremismus - das zeigen internationale Erfahrungen", erläuterte der Minister. Es habe weitere Krawalle, etwa zu Silvester, gegeben. Daher habe er den Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, beauftragt, ein Konzept für Schwerpunktaktionen im Bezirk Favoriten zu entwickeln, um die Kontrolldichte in sinnvoller Weise zu erhöhen und in kleinkriminelle Strukturen hineinzukommen. Das wurde im März und April dieses Jahres umgesetzt.

Bei Schwerpunkten wurden 102 Menschen festgenommen, oft Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund, so Nehammer. Die Ermittler erstatteten dazu 164 Strafanzeigen, davon 58 wegen Suchtmitteldelikten. Der Rest betraf andere Kriminalitätsbereiche wie Einbrüche, Raufereien und Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, gefährliche Drohungen, sexuelle Belästigungen und Waffengesetze. 3.254 Menschen wurden im Zuge dieser Schwerpunkte kontrolliert.

Statistik und Sicherheitsmonitor

Das Rad mussten die Behörden dafür nicht neu erfinden. Daten aus der Kriminalstatistik und dem Sicherheitsmonitor wurden abgeglichen und für die Planung der Schwerpunkte und des dafür eingesetzten Personals in Zivil und Uniform herangezogen. An den Einsätzen waren zahlreiche Teilorganisationen der Polizei und des Innenministeriums beteiligt.

Die Beamten klärten dabei einige spektakuläre Fälle: So wurden Anfang März im Bereich des Hauptbahnhofs sechs mutmaßliche Dealer observiert und festgenommen. Ausgangspunkt war, als am Hauptbahnhof etwas übergeben wurde. Die Polizei kontrollierte darauf zwei Beteiligte und fand Portionssäckchen mit Crystal Meth. Im Zuge der Ermittlung ging den Beamten auch eine von der Slowakei mit internationalem Haftbefehl gesuchte Frau ins Netz. Dazu kamen knapp 2,8 Kilogramm Opium, mehr als 700 Gramm Crystal Meth, weiters in geringeren Mengen Kokain und Cannabisprodukte, ein paar Gramm Amphetamine und 4.625 Euro in bar.

Am 9. März wurde ein 21-jähriger ungarischer Staatsbürger geschnappt, der eine Jugendliche am Hauptbahnhof sexuell belästigte. Er berührte die 17-Jährige mehrmals im Brustbereich und versuchte sie zu küssen. Sie riss sich los und erstattete Anzeige, der Verdächtige wurde wenig später erwischt und angezeigt.

Mitte März wurden ebenfalls am Hauptbahnhof ein 17-Jähriger geschnappt, der von ÖBB-Mitarbeitern in einer Gruppe angehalten wurde, weil er wie seine Kompagnons im Bahnhofsbereich ohne Maske unterwegs gewesen war. Er verprügelte die beiden Securitys und verschwand mit seinen Begleitern. Nach einer zweiten Auseinandersetzung mit Sicherheitsleuten der Bahn stoppte die Polizei die Gruppe und nahm den 17-Jährigen fest. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, dass er für eine weitere Körperverletzung im Jahr 2020 verantwortlich sein dürfte.

Aktionen werden fortgesetzt

Nehammer und Ruf planen, die Vorgangsweise mit dem vernetzten Agieren von Verfassungsschützern, Kriminalpolizei und operativen Einheiten auf weitere Brennpunkte in Österreich auszudehnen. In Favoriten sollen die Aktionen fortgesetzt werden. "Die Schwerpunkte zeigen, was sich abseits der gesellschaftlichen Wahrnehmung abspielt", sagte der Innenminister.

 

Kommentare (3)
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Sam125
2
9
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Wenn eine tolerante Gesellschaft, eine intolerante Gesellschaft gewähren lässt,

so wird die tolerante Gesellschaft Gesellschaft zerstört und mit ihr stirbt auch die TOLERANZ! Nach Sir Karl Popper und diese Weisheit wurde einst vom letzten SPÖKanzler Herrn Kern zum ersten Mal vorgebracht!! Leider haben sich in unseren größeren Städten auch schon Parallelwelten mit allen ihren Nachteilen gebildet! Es ist nur zu hoffen,dass wir noch gegensteuern können! Doch auch die Brennpunktschulen in den Städten,sprechen leider schon eine deutlich andere Sprache!

georgXV
0
22
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???

ich verstehe NICHT, warum unsere straffällig gewordenen Freunde aus dem Morgenlande nicht SOFORT abgeschoben werden.
Sie haben unsere Gastfreundschaft und unsere Gesetze schwer mißbraucht.
Andererseits werden Menschen, die bereits halbwegs integriert sind und bei uns erfolgreich in die Schule gehen bzw. Arbeit gefunden haben und sich NICHTS zu Schulden kommen haben lassen abgeschoben.
Ich verstehe diese UNGERECHTIGKEIT einfach NICHT !

X22
6
2
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Wie kommen sie aufs Morgenland

Es steht Menschen mit Migrationshindergrund und zwei Nationen Ungarn und Slowakei