Letztes Jahr um diese Zeit sind sie schon überall herumgekrabbelt, heuer haben sie sich bisher selten gezeigt: Hat die Plagerei mit den Stinkwanzen etwa ein Ende? „Leider nein“, muss Insektenforscher Manfred Hartbauer vom Institut für Biologie der Uni Graz sagen. Zwar sind bisher „nur wenige Wanzen unterwegs“, das hat aber mit dem Temperatureinbruch zu tun. Nach den 30 Grad Celsius im April folgte ja eine ziemliche Abkühlungsphase. „Die Insekten sind deshalb nicht weg“, sagt Hartbauer. Denn Wanzen verkriechen sich bei niedrigen Temperaturen – etwa in Häuserritzen – und verfallen in Winterstarre. Sie sind aber „extrem flexibel“, wenn es darum geht, wann sie aktiv werden und beginnen, sich zu vermehren. Weil die Wanzen letztes Jahr schon so zahlreich waren, sind „heuer eher noch mehr zu erwarten“, so Hartbauer. Auch Christian Wieser, Abteilungsleiter für Zoologie im Kärntner Landesmuseum, ist überzeugt: „Die Wanzen sind gekommen, um zu bleiben.“