Einen Eruptionsgesteinwurf vom Steirischen Vulkanland entfernt, posiert am Rande der einst römischen Provinz Pannonia im heutigen Herzen des Naturparks Goričko der größte Schlosskomplex Sloweniens – Schloss Grad (Oberlimbach) auf einem 320 Meter hohen Hügel aus Basalttuff. Dies allerdings nicht augenscheinlich, sondern quasi verborgen inmitten mächtiger Bäume des Jahrhunderte alten Schlosswaldes.

Und in aller Bescheidenheit, die zwar das Entdeckerherz überwältigt, aber so gar nicht angebracht ist angesichts der legendenreichen, seit rund dem 13. Jahrhundert belegten Geschichte und der großartigen Architektur des Schlosses. Romanik, Gotik, Renaissance bis Barock vereinen sich einzigartig mit der Aura eines Lost Place.

Das im Wald versteckte Schloss Grad
© Jost Gantar

Die Tempelritter sollen den mythenumwobenen Grundstein gelegt haben, eine der adeligen Besitzerfamilien mag zumindest der Legende nach hier einst 365 Räume in Anlehnung an die Zahl der Jahrestage ihr Eigen genannt haben.

Nach schließlich jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wird seit den 1990er-Jahren restauriert. Ein Drittel des gewaltigen fünfeckigen Komplexes ist beispielsweise bereits als Ausstellungsraum für Besucher zugänglich. Im Innenhof stehend überwältigt der Kraftort voller Mystik und Stille nicht nur mit dem Anblick unzähliger barocker Arkadenbögen. Man will bleiben und kann das auch gleich über Nacht: in einem der vier romantischen Schlosszimmer. Einsame Spitze.