Die nicht jugendfreien Schimpfwörter, welche bei meinen Grillabenteuern bereits durch den heißen Rost gezischt sind, haben hier keinen Platz. Nur so viel: Fluchen lässt einen Menschen nicht unbedingt höflich erscheinen, hat aber überraschend positive Effekte: Es lindert Schmerzen und stärkt Beziehungen.

So wie die meine zu unserem Keramikgrill. Was hat mich das Brutzeln nicht schon Nerven gekostet? Vor allem, wenn Fische im Ganzen möglichst knusprig am Teller der Gästeschar landen sollten. Ausprobiert habe ich da über die Jahre sämtliche unterschiedlichen Techniken.

Denn bei der Zubereitung kann man so einiges falsch machen. Wer kennt es nicht: der Fisch klebt am Grillrost oder wird zu trocken. Dabei gilt vor allem die Regel, dass der beste Fisch zum Grillen ein festes Fleisch haben sollte. Wie etwa Lachsforelle, Saibling, Dorade, Wolfsbarsch oder Wels. Denn je fester das Fischfleisch, desto leichter lässt er sich wenden, ohne auseinanderzufallen. So weit die Theorie. In der Praxis sind mir dann doch regelmäßig die verschiedensten Fischarten auf halbem Weg verloren gegangen.

Techniken ausprobiert habe ich einige: Fischbräter funktionieren prinzipiell ganz gut. Vor allem bei kleineren Fischen. Große Exemplare passen in die meisten handelsüblichen Produkte jedoch leider nicht hinein.

So gelingt Grillfisch ganz einfach

Dann gibt es den Tipp, Fische auf einem Bett aus Zitronenscheiben am Rost zu platzieren. Geht auch. Allerdings muss man schlussendlich eine kaum knusprige Haut in Kauf nehmen. Ähnlich verhält es sich mit der Variante, in die Bauchöffnung des Fisches eine rohe Kartoffel zu stecken. So steht der Fisch zwar wie eine Eins, wird auch wunderbar gar, hat aber ebenfalls keine Röstaromen.

Wie gut allerdings, dass man durch diesen Job immer wieder auf absolute Profis trifft. Wie Grillexpertin Yulia Haybäck. Die in Kärnten lebende Wienerin offenbarte mir den ultimativen Tipp mit den Worten: "Bitte schreck' dich nicht, aber ..." und schon pinselte sie beherzt kräftig selbst gemachte Mayonnaise auf einen Wolfsbarsch.

Mit dem Mayo-Trick wird die Außenseite knusprig und das Innere bleibt zart und saftig
© Markus Traussnig

Bevor Sie schon bei der Vorstellung Fisch mit Mayo zu bestreichen der Schlag trifft, lesen Sie bitte kurz weiter. Mayonnaise bleibt an der Außenseite von Fischen perfekt haften und verhindert, dass die Haut am Grill anklebt. Besser als Öl. Zudem hilft es, die innere Feuchtigkeit der Fische zu erhalten.

Und tatsächlich: nachdem der Fisch komplett trocken getupft und die Mayonnaise sanft mit einem Pinsel verstrichen wurde, kam es zum heiß herbeigesehnten Endergebnis. Herrlich knusprige Haut außen mit zartem Fleisch innen. Und alles ganz ohne Mayo-Geschmack.