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OscarsÖsterreichischer Beitrag "Was wir wollten" nicht auf der Shortlist

Das Netflix-Drama ist nicht mehr im Rennen um den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars. Dafür darf sich mit "Quo Vadis, Aida" von Jasmila Žbanić eine österreichische Koproduktion Hoffnungen machen.

Film/ Was wir wollten
Keine Oscar-Chancen mehr: Ulrike Koflers Debüt "Was wir wollten" © (c) Netflix
 

Ulrike Koflers sensibel erzähltes Debüt "Was wir wollten" mit Elyas M'Barek und Lavinia Wilson steht nicht mehr auf der Shortlist für den besten fremdsprachigen Film. Damit setzte sich das von Netflix gekaufte österreichische Drama über das so wichtige und auf der Leinwand bislang unterbeleuchtete Thema über unerfüllten Kinderwunsch eines Paares unter den 93 Einreichungen nicht durch. Das gab die Academy in der Nacht auf Mittwoch bekannt. Auch Deutschlands Beitrag, das Drama "Und morgen die ganze Welt" von Julia Heinz findet sich nicht auf der Shortlist der 15 Filme wieder, die bei der 93. Oscar-Verleihung am 25. April um einen Goldbuben rittern werden. Auch Venezuelas Einreichung "Once Upon a Time in Venezuela" mit starker österreichischer Beteiligung (Produktion, Co-Writer und Cutter), der im Vorjahr beim Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde, findet sich nicht in der näheren Auswahl.

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Die gute Nachricht: Mit "Quo Vadis, Aida", dem Beitrag von Bosnien und Herzegowina darf sich zumindest eine österreichische Koproduktion Hoffnung auf einen Oscar machen. Jasmila Žbanić skizziert darin die Vorgeschichte des Massakers von  Srebrenica nach. Ihre Protagonistin ist die ehemalige Englisch-Lehrerin Aida, die als Übersetzerin für die UN-Friedenstruppen arbeiten. Als es zur Machtübernahme durch die serbische Armee kommt, ist ihre Familie eine unter Tausenden Zivilisten, die im UNO-Lager Schutz suchen. Fotografiert hat das Drama übrigens mit Christine A. Maier eine gebürtige Steirerin.

Nominierten: Bester fremdsprachiger Film

Bosnia and Herzegovina, “Quo Vadis, Aida?”
Chile, “The Mole Agent”
Czech Republic, “Charlatan”
Denmark, “Another Round”
France, “Two of Us”
Guatemala, “La Llorona”
Hong Kong, “Better Days”
Iran, “Sun Children”
Ivory Coast, “Night of the Kings”
Mexico, “I’m No Longer Here”
Norway, “Hope”
Romania, “Collective”
Russia, “Dear Comrades!”
Taiwan, “A Sun”
Tunisia, “The Man Who Sold His Skin”

Die Konkurrenz ist groß: Als großer Favorit gilt u.a. der Beitrag aus Taiwan. "A Sun" gilt als einer der besten und einer der am wenig bekanntesten Filme aus dem Vorjahr. Das epische, vielfach preisgekrönte Drama erzählt vom Auseinanderbrechen einer Mittelstandsfamilie. Regisseur Chung Mong-hong erzählt vom Alltag in vollgeräumten Zimmern: tiefenscharf, ehrlich, schonungslos. Der Streamingriese Netflix hat den Film gut in seinem Hochglanz-Portfolio versteckt.

Frankreich ist mit der berührenden Lovestory "Two of Us" ("Wir beide") des Italieners Filippo Meneghetti vertreten. Hinter der bürgerlichen Fassade sind zwei angebliche Nachbarinnen mehr als das: Liebende nämlich. Das verheimlichen sie seit Jahrzehnten. Nun soll Nina (Barbara Sukowa) nicht mehr lang auf das Outing von Madeleine (Martine Chevallier) warten müssen. Da erleidet Madeleine einen Schlaganfall, und Nina erhält weder Zutritt noch Informationen. Nina kämpft für ihre Liebe – trotz aller Widerstände. Großes, betörendes Schauspielerinnenkino, sensibel inszeniert.

Und Dänemark, wie erwartet mit "Druk" bzw. "Der Rausch" von Thomas Vinterberg, dem großen Abräumer beim Europäischen Filmpreis mit Mads Mikkelsen, der brilliert.

Die gesamten Nominierungen (je fünf in einer Kategorie) werden am 15. März bekannt gegeben. Hier noch die Kategorie der besten Dokumentarfilme.

Bester Dokumentarfilm

“All In: The Fight for Democracy”
“Boys State”
“Collective”
“Crip Camp”
“Dick Johnson Is Dead”
“Gunda”
“MLK/FBI”
“The Mole Agent”
“My Octopus Teacher”
“Notturno”
“The Painter and the Thief”
“76 Days”
“Time”
“The Truffle Hunters”
“Welcome to Chechnya”

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