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20 Drogentote in KärntenExperten sprechen von einem "statistischen Ausreißer"

Kriminalisten, Suchtberater und Psychiater kamen am Freitag im Kärntner Landtag zu Wort. Schwankungen bei Opferzahlen von bis zu 70 Prozent seien keine Seltenheit.

20 Drogentote gab es in diesem Jahr bereits in Kärnten
20 Drogentote gab es in diesem Jahr bereits in Kärnten © APA
 

Angesichts von bisher 20 Drogentoten in Kärnten in diesem Jahr hat der Kärntner Landtag am Freitag eine öffentliche Sitzung des Gesundheitsausschusses zu diesem Thema angesetzt. Dabei betonten sowohl der Suchtgiftexperte Primarius Wolfgang Wladika als auch der Leiter des Landeskriminalamtes, Gottlieb Türk, dass die Zahl der Todesopfer als "statistischer Ausreißer" zu bewerten sei.

Er kenne die schrecklichen Lebensgeschichten fast aller Todesopfer dieses Jahres, sagte Wladika, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Klagenfurt. So schlimm jedes einzelne Schicksal sei, "20 Tote sind statistisch ein Ausreißer". Schwankungen bei den Opferzahlen von bis zu 70 Prozent seien keine Seltenheit. Der Leiter des Landeskriminalamtes, Gottlieb Türk, bestätigte diese Aussage. Die Zahl sei ein "Ausreißer", was man auch daran sehen könne, dass es etwa in Tirol im Jahr 2016 insgesamt 24 Drogentote gegeben habe. Die Polizei habe schon in den vergangenen Jahren intensiv im Bereich der Suchtgiftkriminalität gearbeitet, daher habe man im vergangenen Jahr auch eine Zunahme von 30 Prozent bei den Delikten registriert. Türk: "Ein Suchtmitteldelikt ist ein reines Kontrolldelikt, wenn wir in diesem Bereich mehr arbeiten, haben wir mehr Delikte." Das sei mit anderen Bereichen wie etwa Diebstahl und Einbruch oder Körperverletzung nicht vergleichbar.

Nur zwei Prozent für Prävention

Zur Forderung nach mehr Prävention erklärte die in der Landesregierung dafür zuständige Barbara Drobesch-Pinter, in dem Zusammenhang müsse man sich die Zahlen anschauen. Zwei Drittel der finanziellen Mittel würden in die Strafverfolgung fließen, ein knappes Drittel in die Hilfe und gerade einmal zwei Prozent in die Prävention. Dabei sei man bei der Prävention auch für den legalen Bereich wie Alkohol und Nikotin zuständig. "Und wenn ich das Werbebudget einer einzigen Bierfirma anschaue, wird die Relation noch absurder."

Bei den Drogenambulanzen hat es laut Drobesch-Pinter einen Ausbau gegeben, es sei allerdings sehr schwer, genügend Fachärzte zu bekommen. Bedarf gebe es im Bereich der niederschwelligen Erwachsenenberatung. Ein besonderes Anliegen sei ihr aber eine "Entdiskriminierung der Suchtkrankheit".

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