Erste Ausfahrt im japanischen ElektroautoCooler als der Honda e stromert keiner

Sympathischer stromern als im Honda e kann man derzeit nicht. So macht Elektromobilität Spaß – und Sinn.

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Der Honda e hat das Zeug zum Kultauto © HONDA
 

Verzückte Blicke von Passanten sind beim Honda e serienmäßig. Einmal in die kreisrunden Scheinwerfer in der schwarzen Kühlermaske geschaut – und wieder hat der erste Stromer der Japaner ein Herz erobert. Er gibt der Elektromobilität, mit der einige fremdeln, ein freundliches Gesicht. Allerdings ohne Ohren – vulgo Außenspiegel.

Stattdessen übertragen Kameras ihre Bilder in Echtzeit auf zwei Sechs-Zoll-Monitore im Armaturenbrett. Das mag anfangs gewöhnungsbedürftig sein, funktioniert aber prächtig. Auch auf dem Innenspiegel kann man die Liveübertragung der Heckkamera einblenden, sich aber wahlweise auch auf die bewährten Reflexionseigenschaften von Glas verlassen. Auch die Türgriffe legen im Sinn der Aerodynamik die Ohren an und fahren sich bei Bedarf automatisch aus.

Modellvorstellung: Honda e

Der Honda e gibt der Elektromobilität ab 2020 ein freundliches Gesicht. Unter dem sympathischen Äußeren steckt Hondas neue Plattform für Elektroautos, die die Hinterräder antreibt und damit ganz nach Fahrspaß klingt.

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Designmäßg wird zur Serienversion nicht mehr viel um sein, jetzt haben die Japaner auch die ersten technischen Details verraten. Sein Elektromotor spult maximal 110 kW (150 PS) und ein Drehmoment von mehr als 300 Newtonmetern ab.

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Die nur 50 Zentimeter über dem Asphalt im Unterboden positionierte und sehr kompakte 35,5 kWh Batterie hat Saft für eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Beim Schnellladen ist sie in rund 30 Minuten auf 80 Prozent geladen.

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Der Honda e wird mit Einzelpedalsteuerung ausgestattet sein, die es dem Fahrer ermöglicht, das Fahrzeug nur mit dem Gaspedal sowohl zu beschleunigen als auch zu verlangsamen.

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Die Gewichtsverteilung liegt nach dem Lehrbuch bei 50:50 und der Wendekreisradius von 4,3 Meter kann sich wirklich sehen lassen. Das sportliche Fahrwerk lässt sich mit dem schnelleren Ansprechverhalten des Elektromotors im „Sport Mode“ so richtig auskosten.

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So viel zum Fahren, jetzt zur Optik: Und die ist überaus erfreulich – vor allem aber endlich einmal freundlich. Mit dem Blick aus den kreisrunden Scheinwerfern in der schwarzen Kühlermaske hat einen Hondas e Prototype gleich um den Finger gewickelt.

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Die Steckdose ist mittig auf der Motorhaube platziert, damit man sich links oder rechts an die Ladesäulen stellen kann. Eine LED-Beleuchtung zeigt den Ladestand an. Um die schlichten, aber treffsicheren Linien nicht zu trüben, hat der Kompakte ausfahrbare Türgriffe.

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Und auch vom außergewöhnlichen Interieur können wir uns sofort erwärmen: Das breite Armaturenbrett beherbergt nicht weniger als fünf Bildschirme, von denen die äußersten links und rechts die Funktion der Außenspiegel übernehmen.

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Richtig gelesen: Auch die Serienversion wird keine Rückspiegel bekommen, was in dieser Klasse eine Premiere ist. Und auch der Beifahrer bekommt einen Schirm direkt vor die Nase gesetzt, mit dem er sich beschäftigen kann.

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Das Ganze hat etwas von einer Lounge, die Optik ist cool, die Sitze sind bequem wie ein Sofa und trotz der vielen Displays ist der Innenraum nicht überladen. Über Platzmangel kann man sich beim charmanten Viertürer ebenfalls nicht beschweren.

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Das Armaturenbrett beherbergt nicht weniger als fünf Bildschirme, von denen die äußersten links und rechts die Funktion der Außenspiegel übernehmen. Direkt vor dem Fahrer ersetzt ein 8,8 großer Bildschirm analoge Instrumente, daneben zwei weitere 12,3 Zoll messende Touchscreens. Darüber lässt sich das Infotainmentsystem per Tippen und Wischen bedienen, wie man es vom Smartphone kennt.

Was auf den beiden Screens passiert, müssen sich Fahren und Copilot untereinander ausschnapsen: Zum Beispiel das Navi links und die Auswahl der Musik rechts. Oder mit einem Fingerzeig umgekehrt. Über die Bildschirme spukt auch der persönliche Assistent, der bei Honda tatsächlich ein Gesicht hat. Mit „Ok Honda“ ruft man den dienstbaren Geist auf den Plan.

Dabei sind die Japaner aber nicht der Versuchung erlegen, Knöpfe komplett zu verbannen: So bleibt etwa die Steuerung der Klimaanlage da, wo sie hingehört und auch den guten alten Lautstärkeregler trifft man sehr zur Freude.

Honda e

Marktstart. Juni.
Preise. Ab 34.990 Euro.
Antrieb. Elektromotor mit bis zu 136 oder 154 PS, 315 Newtonmeter maximales Drehmoment, Lithium-Ionen-Batterie, 35,5 kWh, Heckantrieb.
Fahrleistungen. Bis zu 222 km Reichweite, 145 km/h Vmax, 0 auf 100 km/h in 8,3/9 s.
Laden. Bis 100 Prozent: 4,2 Stunden (6,6 kW), 18,8 Stunden (2,3 kW); Schnellladen bis 80 Prozent: 30 Minuten.
Maße. 3894/1750/1512 mm L/B/H, 2538 m Radstand, 171 bis 861 l Laderaum, ab 1513 kg Leergewicht, Wendekreis 8,6 m.

Der Innenraum hat etwas von einer luftigen Lounge. Die Optik ist cool, aber nicht unterkühlt und die das Armaturenbrett ist trotz der vielen Bildschirme nicht überladen. Die Sitze sind sofartig, die Türverkleidungen sind auch mit Stoff bezogen. Allerdings werden es zwei Erwachsene auf der Rückbank nicht ewig aushalten.

Da unter dem Kofferraum der Elektromotor rotiert, ist der mit seinen 171 Litern nicht gerade feudal. Zwei Trolleys und die Tasche mit den Ladekabeln passen dennoch hinein. Und für den Fall der Fälle lässt sich ja auch noch die Rückbank umlegen, wenn auch nicht zweigeteilt.

Modellvorstellung: Honda Jazz

Der Honda Jazz ist unbestritten ein Raumwunder. Alleine in den cleveren Sitzen des kleinen Vans steckt mehr Hirnschmalz als bei so manchem anderen Auto im ganzen Interieur.

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Aber er war immer ein bisschen brav – bis jetzt. Denn in der fünften Generation geht er unter die Crossover: Mit der Version namens „Crosstar“ bietet er die gleiche Ausstattung wie sein normales Brüderchen, wartet aber mit einer höheren Sitzposition, einem eigenständigen Design des Frontgrills, rustikaler Kunststoff-Beplankung, wasserabweisenden Sitzbezügen oder einer Dachreling auf.

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Auch der konventionelle Bruder hat beim Design ein Scherflein nachgelegt und ist Dank nur mehr halb so breiter A-Säule so übersichtlich wie noch nie.

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Zum ersten Mal in Europa wird der Jazz ausschließlich mit Hybridantrieb zu haben sein. Technische Daten dazu verraten die Japaner noch nicht.

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Dafür aber, was der Innenraum alles zu bieten hat: Der neue Touchscreen lässt sich wie ein Smartphone durch Swipe-Bewegungen steuern. Das Smartphone wird via Android Auto und Apple CarPlay integriert.

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Die Vordersitze fallen breiter aus, die breite Mittelarmlehne sorgt für eine bequemere Sitzposition.

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Keinen Spaß versteht Honda, wenn es um das klassenführende Platzangebot im Jazz geht: Entscheidend für die Maximierung des Fahrgastraums ist die Positionierung des Kraftstofftanks unterhalb der Vordersitze.

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Auf diese Weise bleiben die außergewöhnlich vielseitigen „Magic Seats“ erhalten, die je nach Anordnung sowohl vollständig umklappbar als auch hochklappbar sind.

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Aufgerüstet hat der Van bei den Assistenzsystemen: Das Kollisionswarnsystem bietet verbesserte Leistung bei Nacht hinsichtlich Erkennung von Fußgängern und Radfahrern bei fehlender Straßenbeleuchtung und bremst nun bei entgegenkommenden einscherenden Fahrzeugen automatisch ab.

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Das neue Kamerasystem ermöglicht darüber hinaus der adaptiven Geschwindigkeitsregelung, den Verkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten in Staus zu erfassen, und verwendet den Spurhalteassistenten auf städtischen und ländlichen Straßen sowie auf mehrspurigen Autobahnen.

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Es dauert nur ein paar Sekunden im Stromgnom, bis reflexartig das Hochziehen der Mundwinkel zu einem breiten Grinsen einsetzt. Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: Heckantrieb. Gewichtsverteilung von 50:50. Breite Spur. Praktisch keine Überhänge. Die Lenkung ist zackig, aber keine Spur nervös und durch den Antrieb an der Hinterachse frei vom Nachspüren der waltenden (oder weggeregelten) Kräfte. In das gleiche Horn stößt der tiefe Schwerpunkt durch die kompakte 35,5-kWh-Batterie nur knapp 50 Zentimeter über dem Asphalt.

Deren Reichweite von bis zu 222 Kilometern erreicht man freilich nicht, wenn man in der stärkeren Version mit einer Leistung von 113 kW (154 PS) das knackige (aber keineswegs knochentrockene) Fahrwerk im gierigen Sportmodus so richtig auskostet. Dennoch ist der Aktionsradius für Stadt und Umland, die eindeutig das Revier des 3,9-Meter-Quirls sind, allemal alltagstauglich. Bei einer brauchbaren Gewicht-Kosten-Relation.

Das hat übrigens auch Potenzial als Hobby für Honda-e-Fahrer: Mit dem winzigen Wendekreis von nur 8,6 Metern wickelt man sich quasi selbst um den Finger. Und: Dank seiner vier Kameras und zwölf Sonarsensoren rangiert sich das Zwergerl selbst kompetent in enge Parklücken, ohne dass man den Gang zur Richtungsänderung wechseln müsste.

Wer die maximale Reichweite herausholen will: Die Rekuperation lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad so hochschrauben, dass man den  Bonsai auch nur mit einem Pedal fahren kann, was gerade in der Stadt eine klasse Angelegenheit ist.

Der Ladestecker versteckt sich unter einer gläsernen Abdeckung auf der Motorhaube, wo LED das Lied vom Ladestand blinken. Beim Schnellladen ist der Akku in rund 30 Minuten auf 80 Prozent geladen, bei 7,4 kW Ladeleistung an der Wallbox ist die Batterie in 4,1 Stunden ganz voll. Die Wartezeit könnte man sich übrigens Verkürzen, in dem man auf den Bildschirmen einem Film streamt.

Kommentare (2)
scionescio
5
2
Lesenswert?

Mich würde wirklich interessieren, was an @Gerbur kritischen Kommentar nicht den Forenregeln entsprochen haben soll?

Oder reicht es schon, die Sinnhaftigkeit so eines Gefährts kritisch zu hinterfragen?

scionescio
4
1
Lesenswert?

... kritischem ...

Rettet dem Dativ ;-)