Albin Egger: So feiert Lienz den größten Künstler der Stadt
Am 4. November jährt sich der Todestag von Albin Egger-Lienz zum hundertsten Mal. Die Bevölkerung ist eingeladen, den „Weltkünstler“ an diesem Tag zu ehren.

Er ist einer der größten Söhne der Stadt: Albin Egger-Lienz wurde mit seinen Künsten nicht nur weit über die Grenzen Osttirols bekannt. Er gilt heute als „Weltkünstler“, als einer der bedeutendsten Maler seiner Epoche. 1868 kam er in Stribach als uneheliches Kind der Maria Trojer und des Kirchenmalers Georg Egger auf die Welt. Ingenuin Albuin Trojer hieß er da noch. Die Zeitgeschehnisse prägten ihn fortan. Egger-Lienz behandelte in seinen Werken die großen Spannungsfelder vom Leben bis zum Tod, vom Leid bis zur Vergänglichkeit. Vor allem sein Spätwerk war tief von den Gräueltaten der Menschheit im Ersten Weltkrieg, aber auch vom Glauben an das dennoch Gute beeinflusst.
Am 4. November jährt sich der Todestag des Künstlers, der in St. Justina bei Bozen verstarb, zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass lädt die Stadt Lienz zu einer Gedenkveranstaltung ein, die das heurige Jubiläumsjahr feierlich abschließt. Auf die im Juni eröffnete große Schau im Museum Schloss Bruck – gemeinsam mit eindrucksvollen Werken aus den Tiroler Landesmuseen und der Sammlung Leopold, dem Lentos sowie aus Privatbesitz – folgt nun der Schlussakt, der wiederum frische Akzente setzen dürfte.
Neue Forschungsergebnisse zu Egger-Lienz
Die Präsentation von neuen Forschungsergebnissen, die auf Briefen von und Fotografien über Egger-Lienz ruhen, soll bis dato unbekannte Einblicke in das Leben und Wirken des Malers geben. „Dabei stehen die Spuren von Egger-Lienz in Südtirol, sein Ableben 1926 und das Gedächtnis an ihn im Vordergrund“, heißt es bei den Verantwortlichen.

Das Programm wird den späten Mittwochnachmittag und den Abend füllen. Den Beginn markiert um 15.30 Uhr die feierliche Eröffnung einer neuen TAP-Ausstellung: „Neuland. Albin Egger-Lienz 1926/2026“ heißt diese und ist – natürlich – fortan am Egger-Lienz-Platz zu sehen. Weiter geht es von 15.45 bis 16.15 Uhr mit einem geführten Spaziergang zum Georg-Egger-Haus in der Schweizergasse und zum Bezirkskriegerdenkmal mit der Gedächtniskapelle bei St. Andrä. Um die von Egger-Lienz mitgestaltete Kapelle entzündete sich einst ein wahrer Kunst- und Kirchenkrimi, den der heuer verstorbene Kunstsammler und Historiker Erich Mair aufdeckte. TAP-Leiter Martin Kofler wird den Spaziergang begleiten und kommentieren.

Von 16.30 bis 17.30 Uhr folgt im Bildungshaus Osttirol – vis à vis der Pfarre St. Andrä – der Vortrag „Auf den Spuren von Egger-Lienz in Südtirol“. TAP-Obmann Richard Piock wird dazu aus Briefen von Egger-Lienz vorlesen. Um 17.45 steht die feierliche Kranzniederlegung vor der Gedächtniskapelle auf dem Programm, ehe ein Gottesdienst in St. Andrä den Tag und das Gedenken an Albin Egger-Lienz würdevoll abschließen wird. Der Gedenktag soll dabei ein Tag für alle Lienzerinnen und Lienzer sein. „Die Bevölkerung ist zur Teilnahme herzlich eingeladen“, lässt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik verkünden.