Villach: Debatte um Parteiwerbung mit überraschender Pointe
Der Slogan „Villachliebe“ auf einer Stiege löste eine Debatte über Parteiwerbung im öffentlichen Raum aus. Ein Graffiti für die Erde bringt dem Thema eine weitere Facette.

„Keine Parteiwerbung auf öffentlicher Infrastruktur“, das forderten Grüne und Erde in der letzten Gemeinderatssitzung. Anlass war ein Schriftzug auf einer von Jugendlichen gestalteten Stiege, hinter dem ein politisches Motiv vermutet wurde. Der Antrag scheiterte. Doch ausgerechnet ein Graffiti mit Werbung für die Erde bringt der Debatte eine neue Facette.
„Villachliebe“ stand auf der im Rahmen eines Projekts von „Jugend am Werk“ neu gestalteten Stiege in der Kaigasse. Ein Slogan, den die Villacher SPÖ im letzten Gemeinderatswahlkampf verwendete. „Öffentliche Infrastruktur ist keine Werbefläche für eine Partei“, kritisierte Erde-Klubobmann Gerald Dobernig.
Schriftzug nach Kritik geändert
Allerdings stammte die Idee hinter dem Schriftzug auf der Stiege nicht von der SPÖ, wie Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig (SPÖ) erklärt. Die Jugendlichen seien von selbst darauf gekommen und hätten damit keinerlei politische Absicht verfolgt. Dass sie mit ihrem Projekt, in das sie viel Herzblut steckten, zwischen die politischen Fronten geraten sind und Kritik einstecken mussten, sei unfair, so Katholnig. Damit das Projekt wieder positiver gesehen werde, haben die Jugendlichen aus „Villachliebe“ mittlerweile „Villachfeeling“ gemacht.

Graffiti wirft Fragen auf
Nur wenig hundert Meter, unter der Alpen-Adria-Brücke, findet sich allerdings ein weiteres Beispiel für politische Botschaften auf öffentlicher Infrastruktur. Dort wirbt ein Graffiti in weißer Farbe für die Fraktion Verantwortung Erde. Anders als bei der Stiege ist hier der politische Bezug kaum zu übersehen.
Wer das Graffiti angebracht hat, lasse sich nicht mehr nachvollziehen, sagt Dobernig. Es dürfte bereits länger bestehen. Als Strategie für den kommenden Wahlkampf sei derartige Werbung jedenfalls nicht gedacht. Die Erde stehe weiterhin auf dem Standpunkt, öffentliche Infrastruktur von Parteiwerbung freizuhalten.
Beschmierungen auf FPÖ-Plakaten entfernt
Zuletzt sorgten Beschmierungen der FPÖ-Wahlplakate in Villach für Aufsehen. Unter anderem war der Zahlencode „161“, der für „Antifaschistische Aktion“ steht, auf den Plakaten von Stadtrat Erwin Baumann zu finden. Die Kritzeleien wurden mittlerweile entfernt. Die FPÖ ist die erste Partei in Villach, die bereits mit den Wahlplakaten startete. Baumann verfolgt das ambitionierte Ziel, die Stichwahl um den Sitz des Villacher Bürgermeisters zu erreichen.