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Ex-Ö3-Star Elke Rock: „Was ist am Ende des Tages schon sicher?“

Die gebürtige Grazerin Elke Rock (43) gab ihren sicheren Job bei Ö3 auf und machte sich selbstständig. Und das als Alleinerzieherin. Heute gibt sie als Coach weiter, was sie in Jahrzehnten auf Bühnen und im Radio gelernt hat. Ein Gespräch über finanzielle Unabhängigkeit und weiblichen Mut.

Die gebürtige Grazerin Elke Rock beim „Female-Future-Meet-Up“ Anfang Oktober in Graz.
© KLZ / Klz/marion Mayr
Die gebürtige Grazerin Elke Rock beim „Female-Future-Meet-Up“ Anfang Oktober in Graz.
Barbara Haas
Leitende Redakteurin Frauen & Familie, Podcast-Host von fair&female

Sie waren viele Jahre bei Ö3, hatten einen sicheren Job – und haben ihn, obwohl Alleinerzieherin, aufgegeben. Wie viel Mut braucht das?

Elke Rock: Ich habe mich sehr stark mit genau diesem Wort beschäftigt: sicher. Was ist am Ende des Tages sicher? Ich habe eine Kündigungsfrist von drei Monaten und dann habe ich vielleicht nichts. Mir war deshalb irgendwann die Entscheidung näher, selbst zu bestimmen, wie mein weiterer Weg verläuft, statt möglicherweise irgendwann zum alten Eisen zu gehören oder von einer Strategieänderung im Konzern abhängig zu sein.

Trotzdem tragen Sie nicht nur Verantwortung für sich selbst - was waren Ihre Zweifel?

Wenn ich nur für mich verantwortlich wäre, könnte ich im schlimmsten Fall ein paar Wochen bei meiner Cousine auf dem Sofa schlafen. Aber ich habe ein Kind, das in die Volksschule geht, und zwei Hunde. Für diese Lebewesen bin ich verantwortlich. Deshalb habe ich auch eineinhalb Jahre herumgewurschtelt: vor, zurück, vor, zurück.

„Für das Scheitern meiner Ehe dankbar“

Show up, mach dein Ding, geh voran. 

— Elke Rock, Ex-Ö3-Moderatorin und jetzt selbstständig als Coach

Wie wichtig war ein finanzieller Polster? Man sagt immer, ein Polster von sechs Nettogehältern ist notwendig, um sich in eine neue Lebensphase zu begeben, damit man eben nicht sofort in Panik verfällt...

Genau deshalb habe ich begonnen, mich intensiv mit Finanzen auseinanderzusetzen. Das war davor ein Thema, das ich eher außen vor gelassen hatte. Wenn man aber beginnt, sich mit Vermögensaufbau zu beschäftigen, merkt man: Auch mit kleinen Dingen kann man etwas erreichen. Ein finanzieller Polster gibt dir Freiheit – egal, ob du dich selbstständig machen, etwas Neues ausprobieren oder unabhängig von einem Partner sein möchtest.

Ihre Firma heißt Rockstars-Coaching. Wann sind Sie selbst ein Rockstar?

Wenn dieser „Quatschi“ auf meiner Schulter sagt: „Mah, hau dich hin und zieh dir Netflix rein“ – und ich trotzdem Nein sage. Unternehmertum braucht diesen Rockstar in dir, der sagt: Heute ist vielleicht nicht dein leiwandster Tag, aber trotzdem: Show up, mach dein Ding, geh voran. Dann fühl ich mich als Rockstar...

Was raten Sie Frauen, die überlegen, noch einmal neu anzufangen?

Alter ist eine Zahl am Papier. Es ist vollkommen egal, ob du 25 oder 55 bist. Viele erfolgreiche Menschen waren nicht 18, als sie losgestartet sind, sondern hatten schon ein oder zwei Lebensabschnitte hinter sich. Und: Du musst nicht heute schon wissen, wie dein ganzes weiteres Leben aussieht. Dieser Gedanke hat mich selbst lange gequält. Veränderung ist ein Prozess. Jeder einzelne Tag bringt dich näher dorthin, wo du hinwillst.

Zur Person

Geboren 1983 in Graz als Elke Lichtenegger. Nach ihrer Matura 2001 am BG und BRG Seebacher in Graz arbeitete sie bei diversen Radiostationen als Volontärin. Von 2003 bis 2007 moderierte sie bei KroneHit Radio und war zusätzlich noch als Musikredakteurin tätig. Im Sommer 2007 folgte der Wechsel zu Ö3, wo sie 18 Jahre blieb, heiratete und nun Elke Rock heißt. Sie lebt mit ihrem Sohn in Wien und ist Alleinerzieherin.

Ihr Unternehmen heißt „Rockstar Coaching“.

In einem Satz: Was genau machen Sie denn jetzt konkret?

Ich gebe anderen Menschen weiter, was ich in den vergangenen Jahrzehnten auf Bühnen und im Radio gelernt habe: wie man wirkungsvoll vor anderen spricht. Am Ende des Tages verkaufen wir immer auch uns selbst – und je besser du das kannst, desto erfolgreicher bist du.

Sie sind gebürtige Grazerin. Was ist für Sie Heimat an Graz?

Ich komme vom Grazer Stadtrand und liebe, dass man hier sehr schnell im Grünen ist. Und Graz hat für mich etwas extrem Vertrautes. Du kannst hier eine Gaudi haben, kannst Schmäh führen und das ist unglaublich wertvoll.

Frauen auf der Bühne