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Marina Hoermanseder: „Mein größtes Talent ist mein Humor“

Modedesignerin Marina Hoermanseder auf Blitzbesuch in Graz. Ein Gespräch über Superstars, die Magie der „Schnalle“ und was Eva Poleschinski mit ihrer Karriere zu tun hat.

Marina Hoermanseder beim „Female Future Meet Up“ in Graz.
© KLZ / Marion Mayr
Marina Hoermanseder beim „Female Future Meet Up“ in Graz.
Barbara Haas
Leitende Redakteurin Frauen & Familie, Podcast-Host von fair&female

Das „Female Future Meet Up“ in Graz ist zum Fixpunkt für weibliches Unternehmertum in der Landeshauptstadt geworden. Bereits zum sechsten Mal fand das Festival diese Woche statt – initiiert von Verena Eugster (CEO von w3 create). „Es war ein toller und gelungener Tag, weil er gesellschaftliche Themen adressierte, aber auch ganz persönlich Frauen angesprochen hat, genau da, wo sie gerade stehen. Deshalb machen wir das und es war wirklich inspirierend“, so Eugster.

Und mit dabei waren nicht nur fast 300 wissbegierige junge Frauen, die sich in praxisnahen Workshops mit erfahrenen Speakerinnen Mut für ein eigenes Unternehmen holten, sondern auch ein paar Superstars der Unternehmerszene, wie die Modedesignerin Marina Hoermanseder (40), die ihr Label in Berlin hat und dort mit ihrer Familie lebt.

Stimmt es, dass in Ihrem Büro eine Haarlocke von Lady Gaga hängt?

Marina Hoermanseder: (lacht) Tatsächlich ist das so. Die Locke hing in der Schnalle einer Korsage, mit der wir sie für ein Shooting ausgestattet hatten. Sie trug ihre Haare damals rosa und wir haben die Locke gerahmt und jetzt haben wir DNA von Lady Gaga in unserem Büro.

Wie wichtig sind Superstars, wie Lady Gaga oder auch Taylor Swift für den Erfolg Ihres Unternehmens?

Enorm wichtig, weil sie Sichtbarkeit geben und weil darüber gesprochen wird. Und ich denke, dass es sogar noch wichtiger ist, dass Menschen immer wieder – so wie wir jetzt auch – drüber reden, als der Moment, in dem Celebrities ein Stück von mir tatsächlich tragen. Es hält mich und meine Mode im Gespräch.

Ihre Modemarke gibt es schon lange, nämlich seit 2013. Was ist Ihr größtes Talent als Unternehmerin?

Ich glaube, mein größtes Talent ist mein Humor. Ich verbeiße mich nicht in Dinge, ich lass mich nicht leicht kränken und das verschafft eine gewisse Leichtigkeit. Und mein zweites großes Talent ist meine Belastbarkeit. Ich hab zwar keine Ahnung, wo die herkommt, aber ich bin einfach extrem belastbar und zugleich empfinde ich meine Arbeit eigentlich gar nicht als Belastung.

Wirtschaft ist das eine, Kreativität das andere. Woher nehmen Sie diese Kreativität die ganze Zeit?

Die Schnalle, also mein Signature-Element, hat mir die Angst vor dem weißen Blatt Papier genommen. Ich baue alles drum herum, und kann mich so von vielen Dingen inspirieren lassen, von Epochen, von modischen Trends, aber im Zentrum steht die Schnalle.

KI ist allgegenwärtig – kann man Mode auch nur mit KI-Models zeigen und tun Sie das bereits?

Models haben aktuell wirklich einen schweren Stand, denn es ist eben so viel einfacher, wenn man KI-Models Mode anzieht. Man braucht keine Location, kein Shooting, keine Organisation, und die meisten Leute wissen gar nicht, wie viel Aufwand so ein Shooting ist. Ja, wir haben für unsere Streetwear-Kollektion auch KI-Models und man kann über diese Technologie sagen, was man will, aber ich denke, wer sie für sich nicht nützt, wird am Ende durch die Finger schauen.

Wir sind in Graz - was verbinden Sie mit dieser Stadt und mit der Steiermark?

Eva Poleschinski. Ganz klar. Bei ihr hab ich nach meinem Wirtschaftsstudium ein Praktikum gemacht, sie war es auch, die für mich bei der Modeschule in Berlin angerufen hat, weil ich mich nicht getraut habe. Also sie, Hartberg und auch, weil sie von der Steiermark immer so schwärmt, verbinde ich mit der Gegend. Ich hab nur positive Gefühle, wenn ich hier bin und auch, wenn ich an die Steiermark denke.

Marina Hoermanseder bei ihrer Keynote am „Female Future Meet Up“ in Graz
© KLZ / Marion Mayr
Marina Hoermanseder bei ihrer Keynote am „Female Future Meet Up“ in Graz

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