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Lilihill: Jetzt kommt auch ein Haus in Villach unter den Hammer

Nach mehreren Insolvenzen kommt ein Haus aus dem Firmengeflecht von Franz Peter Orasch in Villach unter den Hammer. Mindestens 715.000 Euro sind zu bieten.

Ein Bungalow in einem verwilderten Garten
© KLZ/Klaus Steiner
Das Haus in der Peraustraße ist seit Jahren unbewohnt
Autorenbild Alexandra Pöcher
Regionalbüro Villach

Der Garten ist ungepflegt, hinter den Fenstern hängen zerrissene Gardinen. Im Haus in der Villacher Peraustraße 45 wohnt schon lange niemand mehr. Jetzt steht die Liegenschaft an der Drau vor der Zwangsversteigerung: Am 21. Oktober soll sie unter den Hammer kommen. Eigentümerin ist die Peraustraße 45 Immobilien GmbH, die zum Firmengeflecht von Franz Peter Orasch gehört. Die finanziellen Schwierigkeiten seiner Lilihill-Gruppe werden damit auch in Villach sichtbar.

Geringstes Gebot: 715.000 Euro

Zum Haus gehört ein 1403 Quadratmeter großes Grundstück, zusammen wird die Liegenschaft laut Ediktsdatei auf 844.000 Euro geschätzt, das geringste Gebot liegt bei 715.000 Euro. Das Gebäude stammt aus den Siebzigerjahren und verfügt über rund 162 Quadratmeter Nutzfläche im Erdgeschoss sowie 141 Quadratmeter im Keller. Den Zustand der Immobilie beschreibt das gerichtliche Edikt nüchtern als „altersgemäß“. Vor der Versteigerung wird das Haus noch einmal für Interessierte geöffnet: Die gerichtliche Besichtigung ist für den 19. Oktober um 13 Uhr angesetzt, am 21. Oktober um 9.30 Uhr geht es dann im Bezirksgericht Villach um den Zuschlag. Wer mitbieten möchte, muss eine Sicherheitsleistung von 84.400 Euro hinterlegen.

Die bisherigen Entwicklungen rund um Lilihill

Millionenforderung an die Holding

Während für das Haus in Villach ein Käufer oder eine Käuferin gesucht wird, steht Orasch auch vor der Aufgabe, die Holding seiner Gruppe zu sanieren. Ende September wurde über die Lilihill Capital Group GmbH ein Insolvenzverfahren am Handelsgericht in Wien eröffnet, laut dem Kreditschutzverband AKV stehen Forderungen von 13 Gläubigern in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro im Raum. Orasch plant die Gesellschaft weiterzuführen und sämtliche Forderungen zu begleichen.

Die Schwierigkeiten reichen allerdings über die Holding hinaus. Auch für die Domäne Lilienberg mit Weingut und Restaurant sowie die Lilihill Financial Services GmbH wurden bereits Insolvenzverfahren eröffnet. Dazu kommen weitere Immobilien, die vor der Zwangsversteigerung stehen – darunter das Klagenfurter Salzamt und nun das Haus in Villach. Unterdessen wurden die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue rund um Lilihills Zeit als Mehrheitseigentümerin des Klagenfurter Flughafens auf einen Universitätsprofessor ausgeweitet: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob er ein „Gefälligkeitsgutachten“ zugunsten von Lilihill erstellte, das dem Flughafen verrechnet wurde. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.