5,9 Millionen Euro: Lilihill-Gruppe legt nächste Millionenpleite hin
Die finanziellen Schwierigkeiten der Lilihill-Gruppe erreichen nun das Herz des Firmenkonglomerats von Franz Peter Orasch: die Lilihill Capital Group ist insolvent,
Franz Peter Orasch muss sich mit der nächsten Insolvenz beschäftigen: Am Mittwoch wurde am Handelsgericht Wien ein Verfahren über die Lilihill Capital Group GmbH eröffnet. 13 Gläubiger sind betroffen, die Forderungen belaufen sich auf 5,9 Millionen Euro, wie der Kreditschutzverband AKV bekannt gab.
Damit sind die finanziellen Schwierigkeiten de facto ins Herz des Firmenkonglomerats des 56-Jährigen vorgestoßen. Die Lilihill Capital Group fungiert als Holding und verwaltet Beteiligungen, Projektgesellschaften und sonstige Vermögenswerte der Gruppe. Orasch hatte sein Immobilienimperium nach seinem Ausstieg aus dem Signa-Konzern von René Benko 2015 in fast schwindelerregendem Tempo aufgebaut. In den Hochzeiten Anfang der 2020er-Jahre gehörten ihm zahlreiche Immobilien in Kärntner Toplagen – von Klagenfurt über den Keutschacher See bis zum Klopeiner See.
Als Ursache für die Insolvenz nennt das Unternehmen eine „temporäre Liquiditäts- und Haftungssituation“. Verzögerte Mittelzuflüsse, Bürgschaftshaftungen, steuerliche Belastungen und exekutiv geltend gemachte Forderungen hätten die finanzielle Lage verschärft.
Quote von 100 Prozent angestrebt
Die Gesellschaft soll dennoch weitergeführt werden. Orasch, der 100-Prozent-Eigentümer und Geschäftsführer in einem ist, strebt einen Sanierungsplan mit einer Quote von 100 Prozent an. Die Gläubiger sollen in zwei Raten bezahlt werden: 35 Prozent binnen 90 Tagen, weitere 65 Prozent binnen weiteren 90 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Plans. Ob dieses Vorhaben hält, wird nun vom AKV „eingehend“ geprüft. Zum Masseverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt und Insolvenzexperte Arno Maschke bestellt.
Trotzdem bröckelt das einst weit verzweigte Lilihill-Geflecht, mit dem Orasch nicht nur als Mehrheitseigentümer am Klagenfurter Flughafen mitmischte. Erst am 15. September wurde über die Domäne Lilienberg ein Konkursverfahren eröffnet. Der Winzerbetrieb und das Restaurant waren das erste Projekt, das Orasch mit Frau Mirjam in Kärnten startete. Die Verbindlichkeiten belaufen sich dort auf mindestens vier Millionen Euro.
Bereits im August wurde ein Konkursverfahren über den von Mirjam Orasch geführten Privatkindergarten „Dragonfly“ eröffnet. Vor wenigen Tagen folgte die Lilihill Financial Services GmbH mit Sitz in Wien. Auch bei Immobilien der Gruppe wird es eng. Mehrere Objekte stehen vor der Zwangsversteigerung, darunter das Salzamt in Klagenfurt. Parallel dazu beschäftigt der Unternehmer die Justiz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Orasch wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit möglichen „Insich“-Geschäften am Klagenfurter Flughafen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung