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Pro & Kontra: Sind Lebensmittel in Österreich zu teuer?

Einkaufswagen
© AMA

Einkaufsmengen und Ausgaben für Lebensmittel sind im ersten Halbjahr gesunken. Vor allem Familien mit Kindern haben weniger eingekauft. Jeder dritte Euro fließt in Angebotsprodukte.

Beim Essen wurde im ersten Halbjahr 2026 in Österreich gespart. Insgesamt wurden laut aktueller RollAMA-Datenanalyse weniger Lebensmittel gekauft und weniger dafür ausgegeben. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei Familien mit Kindern aus, die 14,5 Prozent weniger eingekauft haben. Die Konsumenten zeigen sich preissensibel. Jeder dritte Euro fließt in Aktionsprodukte. 66 Prozent der Befragten suchen, um zu sparen, mehrere Geschäfte auf. Und die Diskonter verzeichnen Umsatzzuwächse.

Pro

Die Preise in Österreich stiegen in den letzten Jahren schneller an als in der Eurozone. Es greift zu kurz, dem Handel und den Erzeugern dafür den schwarzen Peter zuzuschieben. Doch der viel zitierte „Österreich-Aufschlag“ ist evident und führt dazu, dass Markenartikel in Österreich im Schnitt um rund 25 Prozent teurer sind als zum Beispiel in Deutschland, wie Tests zeigen. Österreich erzeugte Druck auf die EU, jetzt ist die Kommission am Zug. Erfahrene Europäer wissen, so etwas dauert. Und die Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Grundnahrungsmittel? Das fällt unter die Kategorie Symbolpolitik.

Der „Österreich-Aufschlag“ ist evident und die EU-Kommission am Zug. Erfahrene Europäer wissen, so etwas dauert.

— Hannes Gaisch-Faustmann, Wirtschaftsredaktion

Contra

Lebensmittel haben einen Wert und sollen daher auch etwas kosten. Natürlich darf die Teuerung nicht dazu führen, dass armutsbetroffene Menschen in Österreich Mahlzeiten ausfallen lassen und hungern müssen. Für sie braucht es gezielte finanzielle Unterstützung. Abgesehen davon: Seit Jahren geben heimische Haushalte immer weniger für Lebensmittel aus. Gleichzeitig landet viel zu oft Essen in der Mülltonne, obwohl es noch genießbar wäre. Vor diesem Hintergrund ist gut, wenn der höhere Preis dazu führt, dass nur mehr das gekauft wird, was auch wirklich verspeist wird.

Es ist gut, wenn der höhere Preis dazu führt, dass nur mehr gekauft wird, was auch wirklich verspeist wird.

— Bettina Auer, Wirtschaftsredaktion