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Auer-Brot um 60 Dollar: „Amerikaner sind ziemlich schmerzbefreit“

Marc Schwarz
Redakteur News & Social Media
Eine Person legt einen eingepackten Brotlaib auf ein Papiersackerl auf dem „Rye by Martin Auer“ steht
© Martin Auer GmbH
In New York dreht sich bei Martin Auer alles ausschließlich um „Rye“ (Roggen)

Der Grazer Bäcker Martin Auer hat nach New York expandiert. Dort verkauft er sein Bio-Roggenbrot um 60 Dollar. Mutig und selbstbewusst, oder frech? – Das sagt die Community!

Brot als großes Diskussionsthema in New York City? Martin Auer‘macht's möglich. Der Grazer Bäcker hat in den Big Apple expandiert und dort vergangene Woche seine erste Filiale eröffnet. Das simple Konzept dahinter: Fokus auf ein einziges Produkt, dafür höchste Qualität. Und diese hat ihren Preis. 60 Dollar - also umgerechnet rund 51 Euro - verlangt Auer für einen circa eineinhalb Kilogramm schweren Laib seines Bio-Sauerteig-Roggenbrots, ein Viertel davon gibt es also um 15 Dollar.

Der Bäcker rechtfertigt den Preis mit den „Zöllen für sämtliche Brotzutaten, die wir allesamt aus Österreich importieren“, den Bau- und Mietkosten im Nobelstadtteil SoHo und dem allgemein sehr hohen Preisniveau in der US-Metropole. Aber sind tatsächlich genug Leute bereit, so viel Geld für Brot zu bezahlen und Auer damit Erfolg in New York zu bescheren? Das wird die Zeit zeigen, Meinungen dazu gibt es aber jetzt bereits eine Vielzahl.

Lob, Zustimmung und Gratulationen für Martin Auer

Von einigen aus unserer Community, sei es im Forum oder auf den Social-Media-Kanälen der Kleine Zeitung, gibt es Lob und Zustimmung für Auer. Für „Bluebiru“ ist klar: „Qualität kostet halt. Und ja, das Brot von Martin Auer ist teuer, sauteuer sogar. Aber dafür wird dieses in meinem Haushalt wirklich zur Gänze aufgegessen. Da wird nichts weggeworfen, weil das ‚Bio Roggen Pur‘ oder auch das ‚Rye‘ wirklich bis zur letzten Scheibe schmeckt. [...]“

„Moveit“ attestiert den Amerikanern, dass sie „beim Geldausgeben ziemlich schmerzbefreit“ sind. „Und wer weiß, was in den USA als ‚Brot‘ verkauft wird, kann dem Auer-Brot nur einen Siegeszug wünschen!“. Auch Instagram-User „allmann.markus“ stößt sich nicht am Preis: „Ich habe ein Jahr als Austauschschüler in New York gelebt. Für SoHo, wo die Bäckerei ihren Standort hat, ein ganz normaler Preis, denn dort leben nur wohlhabende New Yorker.“

„hieger“ wünscht Auer „alles Gute für den Start in New York“ und auch von „logarjakob“ gibt es auf Instagram Glückwünsche und motivierende Worte: „Gratulation & viel Erfolg!“

60-Dollar-Brot als Rage Bait?

SoHo hin, Zutaten aus Österreich her – nicht alle können mit Auers New-York-Experiment etwas anfangen. „coor“ fragt auf Instagram, ob die „60 Dollar pro Laib als Rage Bait gedacht“ seien. Wenn nicht, so glaubt er, „wird es den Laden nicht lange geben. NYC ist unfassbar teuer, aber auf so einer preislichen Schiene zu fahren, halte ich für zu riskant. Aber wir werden ja sehen…“

NYC ist unfassbar teuer, aber auf so einer preislichen Schiene zu fahren, halte ich für zu riskant.

— coor, auf Instagram

„fabiosstories“ bezeichnet den Preis auf Instagram als „bodenlos“ und auch August Trummer spart in einem Leserbrief (ein kleiner Auszug daraus folgt), den er uns zugesendet hat, nicht mit Kritik: „So viele Ausreden gibt es ja gar nicht, die Herr Auer von sich gibt. Wie abgehoben geht es noch? [...]“

Influencer testeten Martin Auers New Yorker „Rye“

Der Hype rund um die österreichische Bäckerei-Filiale in der Weltstadt New York wurde natürlich auch durch Social Media befeuert. Mehrere erfolgreiche nationale und internationale Influencer besuchten den Laden nach der Eröffnung und testeten die rot-weiß-rote Köstlichkeit. „Gut für amerikanische Standards“, befand die St. Pöltner Neurowissenschaftlerin und Gesundheitsinfluencerin Sophie Imhof. Den Preis rechtfertige dies zwar nicht, findet sie, viel Glück wünscht sie ihren Landsmann aber trotzdem.

Die deutsche Influencerin Lucie Rauschnabel (381.000 Follower auf Instagram) ließ ihre Eltern das Brot verkosten. Den Geschmackstest - „saftig mit ‚Power‘“ - bestand es auch bei ihnen, eine Frage stellte sich jedoch: „Brot ist ein Grundnahrungsmittel, wie kann das 60 Dollar kosten?“