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Kulinarische Grenzgänge im Hügelland

Kommen Sie mit auf eine eintägige Entdeckungsreise durch die Kulinarik, Kultur und unvergesslichen Landschaften des Görzer Hügellands. Hier laden jedes Gericht, jedes Glas und jede Landschaft dazu ein, in die tiefe Seele eines Landes einzutauchen, dem es gelungen ist, aus seinen Grenzen einen Vorteil zu ziehen.

© Fabrice Gallina

Das Görzer Hügelland, auf Italienisch Collio Goriziano, entfaltet sich wie ein lebendiges Mosaik aus sanften Hügelketten und sorgfältig gepflegten Weinbergen. Zwischen Italien und Slowenien gelegen, ist diese einzigartige Kulturlandschaft weit mehr als ein Weinbaugebiet: Sie ist ein Grenzland voller Geschichten, geprägt von Begegnungen, kulturellem Austausch und wechselnden Einflüssen. In den Kellern, auf den Feldern und an den Tischen spiegeln sich diese Facetten wider – auf eindrucksvolle und äußerst schmackhafte Weise.

Erster Halt: Frühstück in Cormòns

Cormòns im östlichen Friaul gilt als das Herz des Collio-Weinbaugebiets. Beginnen Sie Ihren Tag hier mit einem Stück frisch gebackener Gubana aus der Konditorei L’Antica Ricetta. Das traditionelle Germgebäck mit seiner reichhaltigen Nussfüllung wird nach einem Rezept zubereitet, das Urgroßmutter Maria bereits in den 1930er-Jahren verwendete.

Die Gubana
© Gianpaolo Scognamiglio
Die Gubana

Zweiter Halt: Ein Glas Ribolla Gialla in Oslavia

Fahren Sie weiter Richtung Oslavia und kehren Sie im Weingut Primosic ein. Selbiges hält die Vergärung der Rebsorte Ribolla Gialla bis heute am Leben. Hier erfahren Sie mehr über die Verarbeitung dieser alten, schon im Mittelalter erwähnten Rebsorte, die dem Wein seine charakteristische Bernsteinfarbe schenkt. Bei einer Verkostung können Sie einige der eindrucksvollsten Interpretationen dieser historischen Rebsorte „ambulant“ verkosten oder/und mit nach Hause nehmen.

Dritter Halt: Die andere Seite des Collio

Am Nachmittag erreichen Sie die Ortschaft Ruttàrs, eine der sonnigsten und eindrucksvollsten Gegenden des DOC-Weinbaugebiets Collio. Hier sollten Sie den Landwirtschaftsbetrieb Pascolo Alessandro aufsuchen. Seit drei Generationen widmet sich die Familie Pascolo mit großer Leidenschaft jeder Phase der Weinbereitung – vom Weinberg bis in den Keller. Das Ergebnis sind charaktervolle Weine, die den einzigartigen Terroir-Charakter des Collio authentisch widerspiegeln und von der Geschichte dieser Grenzregion erzählen. Tipp: Gönnen Sie sich hier ein Gläschen Friulano (früher Tocia genannt). Das ist quasi die flüssige Visitenkarte Friauls.

Vierter Halt: Enoteca di Cormòns

Der Collio ist reich an Weinen und Weingütern. Eine flächendeckende Vertiefung in die Charaktere jedes edlen Tropfens würde Tage dauern (und es würde auch Tage dauern, sich davon zu erholen). Wenn Sie also nur wenig Zeit haben, schauen Sie bei der Enoteca di Cormòns vorbei. Diese erst kürzlich renovierte Vinothek befindet sich auf der Piazza XXIV Maggio und versteht sich als Zentrum zur Förderung und Aufwertung des Collio – ein touristischer Bezugspunkt für die Region und ja, irgendwie auch das Herz des friaulischen Weins.

Fünfter Halt: Essen an der Grenze

Wenn Sie langsam das Bedürfnis nach handfesterer Nahrungsaufnahme verspüren, sollten Sie einen Stopp im mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant Al Cacciatore della Subida von Josko Sirk einlegen. Hier verschmelzen die kulinarischen Traditionen des Görzer Landes mit slowenischen Einflüssen zu einer ebenso authentischen wie zeitgemäßen Küche. Die Speisekarte bekennt sich zu lokalen Produzenten: Wild aus den umliegenden Wäldern, saisonales Gemüse von nahe gelegenen Höfen, Mehl aus handwerklichen Mühlen, traditionelle Wurstwaren, Bio-Käse aus regionalen Käsereien und Eier von freilaufenden Hühnern. Mit großer Sorgfalt und mit Respekt für die Zutaten entstehen hier Gerichte, die das kulinarische Erbe der Region bewahren und zugleich einen Blick über den Tellerrand und in die Zukunft der italienischen Küche werfen.

Das Restaurant Al Cacciatore della Subida in Cormòns
© Fabrice Gallina
Das Restaurant Al Cacciatore della Subida in Cormòns

Sechster Halt: Der Bauernhof Zoff

Am frühen Abend geht es dann weiter zur Fattoria Zoff in Borgnano. Seit einigen Jahren züchtet die Familie Zoff sogenannte Pezzata-Rossa-Kühe und seit Kurzem hat man sich auf biologisch zertifizierte Milchprodukte und Käse spezialisiert. Tierfutter wird hier ausschließlich aus Heu und Kräutern hergestellt und der Kompost kommt auf die Felder (Stichwort: zirkuläre Landwirtschaft). Besichtigen Sie den Bauernhof, lernen Sie die Milchkühe kennen und naschen Sie vom Käse und den handgemachten Marmeladen! Das Mitbringsel für Zuhause wir man Ihnen hier nicht groß einreden müssen, das werden Sie freiwillig mitnehmen.

Die Fattoria Zoff in Borgnano
© Gianpaolo Scognamiglio
Die Fattoria Zoff in Borgnano

Siebter Halt: Abendessen in der Rosenbar

Lassen Sie den Tag in der Rosenbar in Gorizia ausklingen. Und fragen Sie dort unbedingt nach der Spezialität Rosa di Gorizia con Frizze, also Radicchio mit in Essig gebratenem Bauchspeck. Probieren Sie auch die köstlichen süßsauren Pflaumenknödel mit Butter und Zimt, die aus der bäuerlichen Tradition stammen. Und dann wären da noch die herzhaften Sardinen und der in der Pfanne mit Kren und Eiern angebratene Löwenzahn … Aber das ist natürlich Ihre Entscheidung.

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