Mysteriöses „Quietschen und Krachen“ sorgt für Unruhe in Lambichl
Aus unerklärlichen Gründen quietschen seit Wochen die Züge in Lambichl, beklagen mehrere Anrainer. Die ÖBB bitten um weitere Hinweise.
Früher war es in Lambichl noch ruhig, erzählt Ernst Krawagner. Seit über sieben Jahren lebt er dort direkt neben den Bahnschienen, die die Ortschaft in der Gemeinde Köttmannsdorf mit Klagenfurt und dem Rosental verbinden. Die Züge, die quasi stündlich an ihm vorbeirauschen, störten ihn nie. Bis jetzt.
Vor wenigen Monaten wurde es nämlich lauter, meint Krawagner. „Plötzlich quietscht und kracht es“, sagt er. Die Züge, die an seinem Garten vorbeirollen, produzieren hohe kratzend-quietschende Töne. Das belegen nicht nur Videos, die der Kärntner bei Tag und Nacht aufgenommen hat, sondern auch mehrere Nachbarn.
„Früher war es nicht so schlimm. Aber vor zwei, drei Monaten wurde es laut. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist“, erzählt eine Dame, die seit 20 Jahren in der Nachbarschaft wohnt. Mit Zuglärm ist sie also bestens vertraut. „Aber so wie es jetzt ist, ist es eine Katastrophe“, sagt sie. Einem weiteren Anrainer stoßen die Störlaute ebenfalls übel auf. „Durch die Hitzewelle muss sich etwas an der Gleislage verändert haben“, vermutet er. Völlig falsch liegt er damit nicht.
ÖBB bitten um Hinweise
Denn die Hitze führte zu Schäden an Gleisen und Schotter, sagt ÖBB-Sprecherin Rosanna Zernatto-Peschel. Aus Sicherheitsgründen mussten mit einer Gleisstopfmaschine notwendige Instandhaltungsmaßnahmen kurzfristig durchgeführt werden, „wodurch es vorübergehend zu einer erhöhten Lärmentwicklung kam. Diese Arbeiten wurden mittlerweile abgeschlossen“, sagt Zernatto-Peschel. Das Quietschen der Züge erklärt das aber nicht. Auch auf derzeit stattfindende Arbeiten an drei Brücken zwischen Klagenfurt und Weizelsdorf sind die Geräusche nicht zurückzuführen.
Die ÖBB bittet daher um die Mithilfe weiterer Anrainer. „Sollten weitere Beschwerden vorliegen, wären genauere Angaben zum Ort und Zeitpunkt der Wahrnehmungen hilfreich, um die Ursachen näher eingrenzen zu können“, sagt Zernatto-Peschel. Diese können direkt an den ÖBB-Kundenservice (infra.kundenservice@oebb.at) gerichtet werden. Krawagner sowie alle anderen Anrainer hoffen, dass die ÖBB fündig werden und sich das Rätsel löst.



