Lebenshilfe Hartberg stellt Fachbibliothek gratis zur Verfügung
Was bisher fast ausschließlich intern genutzt wurde, soll nun der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Ab sofort kann man in der Zentrale der Lebenshilfe Hartberg in St. Johann in der Haide die gesammelte Fachliteratur ausleihen.
„Wir wollen das Wissen nicht nur horten, sondern auch zur Verfügung stellen“, erklärt Heike Niederl, fachliche Leiterin der Lebenshilfe Hartberg vor dem Bücherregal im ersten Stock der Zentralverwaltung in St. Johann in der Haide.
Buchrücken an Buchrücken reihen sich hier die Werke rund um die Themen von Behinderung, Autismus, Medizin, Pflege und Inklusion aneinander. Gefragt nach dem Wert der Sammlung meint Niederl: „Bei der Fachliteratur muss man mit 30 bis 50 Euro pro Werk rechnen, bei Materialsammungen sogar mehr". Grob überschlagen findet sich auf den Regalböden ein Wert von mehreren tausend Euro.
Fachliteratur kostenlos ausleihen
Und ebendiese, bisher nur intern genutzte Literatur stellt die Lebenshilfe Hartberg nun der Öffentlichkeit zur Ausleihe zur Verfügung – und zwar gratis. Zielgruppe sind neben den Betroffenen und ihren Angehörigen auch Schüler entsprechender Fachrichtungen sowie Pädagogen in Schulen und Kindergärten. Darüber hinaus steht das Angebot aber allen Interessierten zur Verfügung, denn, so das Credo im Team: „Wissen trägt dazu bei, Verständnis zu fördern und Berührungsängste abzubauen.“ Oder wie es Heike Niederl formuliert: „Es geht uns schon auch darum, Barrieren abzubauen. Denn wenn die Leute zu uns kommen, um ein Buch auszuleihen, kommen sie natürlich auch mit uns und unseren Kunden in Kontakt.“
Das Prozedere dahinter ist denkbar einfach: Jeweils zu den Öffnungszeiten der Verwaltung, also von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 11:30 Uhr können Interessierte durch die Regale stöbern. Eine Voranmeldung ist dafür nicht notwendig. Um ein Buch auszuborgen, reicht es, im Sekretariat den gewünschten Buchtitel bekannt zu geben, sowie den eigenen Namen und Kontaktdaten dazulassen. Die Bücher können für drei Wochen ausgeliehen werden. „Man kann aber natürlich auch verlängern, etwa wenn Schüler oder Studierende gerade an einer Facharbeit sitzen“, erklärt Niederl.
Neben der Fachliteratur finden sich auch Biografien von Betroffenen und Angehörigen, sowie Erfahrungsberichte und Ratgeberliteratur zu alltäglichen Fragestellungen unter den Werken. Ebenso sind Werke in leichter Sprache vom unterhaltsamen Genre bis zum Kochbuch verfügbar. Neu in der Sammlung sind neben Kinderbüchern die in leichter Sprache geschriebenen Magazine „Andererseits“ und „Unerhört“ - beides Zeitschriften, bei denen auch Menschen mit Behinderungen als Redakteure mitarbeiten.

