Steirische Tourismusschule dementiert intransparente Rauswürfe
Nach massiver Kritik am Umgang mit Schulkindern bei den Tourismusschulen Bad Gleichenberg äußert sich Lehrervertreterin Karin Hirschmugl. Sie verteidigt die Schulleitung um Direktor Alfred Tieber.

Intransparent aufgekündigte Schulverträge, ein rauer Grundton sowie hoher Leistungsdruck – die Vorwürfe, die in der vergangenen Woche von mehreren Eltern gegenüber den Tourismusschulen Bad Gleichenberg erhoben wurden, sind vielfältig. Nun dementiert Lehrervertreterin Karin Hirschmugl, dass es ohne vorherige Info zum Ende der Verträge zwischen Eltern und der Privatschule gekommen sei.
Breite Entscheidung über Ende der Schulverträge
„Es fanden Monate davor Gespräche mit den Erziehungsberechtigten statt. Ich war nicht dabei, weil es nicht meine Klasse war, aber es gibt Gesprächsprotokolle“, so Hirschmugl. Sie spreche für das Kollegium der Tourismusschulen und des dazugehörenden Privatgymnasiums, betont sie. Auch die Kritik, dass den Kindern vor allem Kleinigkeiten vorgeworfen werden, weist sie zurück: „Wir machen sicher kein Gremium, um altersentsprechendes Verhalten von Pubertierenden zu diskutieren.“
Bei der Entscheidung zur Nichtverlängerung der Schulverträge – was einem Rauswurf gleichkommt – seien zudem Schüler, Lehrer und Schulleitung eingebunden gewesen, betont Hirschmugl. Wieso dann so viele Eltern von Intransparenz und mangelnder Kommunikation berichten, bleibt unklar.
Umgangston stark kritisiert
Die beendeten Schulverträge sind nicht der einzige Kritikpunkt. Immer wieder erzählten Eltern, dass den Kindern gesagt werde, dass sie es ohnehin nie zu etwas bringen würden. Sowieso sei der Umgang sehr rau. „Solche Vorfälle kenne ich nicht“, sagt die Lehrervertreterin dazu und ergänzt: „Der generelle Umgangston ist nicht grob.“
Der generelle Umgangston ist nicht grob.
— Karin Hirschmugl, Lehrerin und Lehrervertreterin bei den Tourismusschulen Bad Gleichenberg
Apropos Umgangston: Laut Berichten soll es mithilfe von roten, gelben und grünen Karten eine recht öffentliche Leistungsbewertung der Lehrenden gegeben haben. Ein Umstand, der sich bislang nicht verifizieren ließ. Hirschmugl will sich zu solchen Interna nicht äußern. „Die Vorwürfe sind der Bildungsdirektion bekannt. Eltern und Lehrpersonen haben sich an verschiedene Stellen gewandt, durchaus kontrovers“, heißt es zur ganzen Causa aus dem Büro von Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner. Man prüfe alle Punkte.
Kontroverse Rückmeldung zu den Tourismusschulen Bad Gleichenberg
Nach der Veröffentlichung des ersten Berichts zu den Vorgängen an den Tourismusschulen haben sich weitere Eltern und ehemalige Schüler an die Kleine Zeitung gewandt. Ein Schüler berichtet etwa, dass ihnen gegenüber behauptet wurde, so etwas wie Mobbing gebe es gar nicht. „Unsere Sorgen und Erfahrungen wurden komplett heruntergespielt“, heißt es in der E-Mail. Auch aus dem Bezirk Weiz, wo Direktor Alfred Tieber zuvor die HLW Weiz leitete, erreichte die Kleine Zeitung Kritik an fragwürdigen Methoden.

Manche stärken der Schulleitung in Bad Gleichenberg aber auch den Rücken: „Mein Kind besucht diese Schule seit vielen Jahren, die Vorwürfe können wir nicht nachvollziehen“, heißt es in einer anonymen E-Mail. Dass sich Eltern nun an die Öffentlichkeit gewandt haben, stößt dem Verfasser sauer auf: „Es kann und darf nicht sein, dass einzelne Personen Entscheidungen zu ihren Gunsten erzwingen und dadurch andere Menschen sowie eine gesamte Schule in ein schlechtes Licht rücken.“ Für Hirschmugl ist jedenfalls klar: „Wir stehen hinter der Direktion.“