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Post aus Grado: Der Strand startet durch

Anno dazumal waren Sandbäder ein Trend
© Maiwald
Anno dazumal waren Sandbäder ein Trend

Autor Stefan Maiwald lebt seit vielen Jahren in Italien. Für die Kleine Zeitung schreibt er regelmäßig über den Alltag in Grado.

Bereit für wunderbares italienisches Wirrwarr? Alles begann mit einer wichtigen Unterschrift: Die GIT darf den Hauptstrand weitere 15 Jahre bewirtschaften. Und mit der Unterschrift fällt eine jahrelange Hängepartie weg. Solange niemand wusste, wer den Strand betreibt, wollte auch niemand investieren. Nun ist der Weg frei, und die GIT kündigte Investitionen von sechs Millionen Euro an. Neue Eingangsbereiche, modernere Sanitäranlagen, mehr Service und mehr Nachhaltigkeit stehen auf der Liste. Auch die maroden Wellenbrecher sollen erneuert werden.

Was ist diese GIT eigentlich? Dahinter steckt die Gesellschaft „Grado Impianti Turistici“. Die GIT ist in öffentlicher Hand und gehört mehrheitlich der Region, dazu kommen die Gemeinde Grado und die Handelskammer. Moment mal! Gibt es da nicht diese berühmt-berüchtigte Bolkestein-Richtlinie der Europäischen Union? Die sorgt dafür, dass italienische Strandkonzessionen neu ausgeschrieben werden müssen. Ja, diese Richtlinie gibt es. Und alle Strandclubbetreiber, die seit Jahrzehnten auf ihren lukrativen Konzessionen hocken, sind in heller Aufregung. Private Strandclubbetreiber sind übrigens eine nicht besonders beliebte Berufsgruppe. Denn die Idee, das Meeresufer nur zahlenden Gästen zugänglich zu machen, ist rechtlich und ethisch mehr als umstritten.

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Fußballstars wie Roberto Baggio

Aber die GIT ist eben ein Sonderfall, denn sie gehört – um es einfach zu machen – denjenigen, die über die Konzession entscheiden. Es ist, wie angekündigt, ein bisschen konfus und sehr italienisch. Aber für Grado gar nicht schlecht. Ein geschickter Schachzug kommt obendrauf: Sandtherapie war vor vielen Jahren das, was heute die Eisbäder in Hollywood sind. Besonders italienische Fußballstars wie Gigi Riva und Roberto Baggio ließen sich in den heißen Sand von Grado eingraben, was für Tiefenentspannung sorgte – fantastische Werbung für den Ort. Und: Schon im Sommer 1909, als Grado noch k.u.k. Küstenland war, ließ man sich im Sand eingraben.

Diese Therapie ist zwar aus der Mode gekommen, aber sie scheint sinnvoller als das Bad in der Eistonne, für das die Studienlage zu den gesundheitlichen Vorteilen ziemlich dünn ist. Die GIT will die Sandbäder nun versuchsweise wiederbeleben. Ob auch die italienischen Fußballer wiederkommen? Es wäre zu wünschen. Vielleicht klappt’s dann auch mal wieder mit einer WM-Teilnahme.

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