St. Anna denkt laut über Rückzug aus „finanzieller Totenliga“ nach
Obmann Johannes Weidinger denkt über einen freiwilligen Rückzug seines Klubs aus der Regionalliga nach. Die Südoststeirer wollen künftig lieber in der Landesliga viele Derbys spielen.
In St. Anna ist man seit jeher kein großer Fan der Regionalliga. „Finanziell“, tönte Obmann Johannes Weidinger einst, „ist das die Totenliga.“ Jetzt mehren sich die Gerüchte, dass die Südoststeirer konkrete Überlegungen haben, sich aus der Regionalliga zurückzuziehen. Am 25. April findet die statutarisch vorgesehene Generalversammlung des Regionalligisten statt – da soll es auch um das Thema des freiwilligen Abstiegs gehen. „Es wird alles evaluiert und diskutiert werden“, sagt Weidinger, „wir fahren den Verein finanziell ganz sicher nicht an die Wand. Und die letzten beiden Jahre waren definitiv kein Plus.“
Der Rückzug von Bad Gleichenberg hat in St. Anna die Lust auf Regionalliga-Fußball nicht gerade erhöht. In der Landesliga würden dagegen viele Derbys winken. Fürstenfeld, Ilz, Fehring, Gnas - wenn der Aufstieg aus der Oberliga gelingt - würden wohl jeweils für ein ausverkauftes Stadion sorgen, dazu würde man sich die weiten Auswärtsfahrten nach Oberösterreich sparen. Ein freiwilliger Rückzug in die Landesliga ist laut Regulativ möglich, doch müsste man dann mit zehn Minuspunkten in die neue Saison starten, zudem wären 5000 Euro Pönale fällig und es würde ein Aufstiegsverbot verhängt.
St. Anna will auch in den ÖFB-Cup
In die Überlegungen für die Versammlung am 25. April fließt aber auch eine sportliche Entscheidung mit ein: der ÖFB-Cup. Bis zur Versammlung wissen die Südoststeirer, ob sie im Finale des Steirercups stehen. „Wenn du den gewinnst, kann dir den ÖFB-Cup-Platz keiner mehr wegnehmen“, sagt Weidinger – und der wäre St. Anna wichtig. Am Ostermontag ist Deutschlandsberg der Gegner im Halbfinale, das zweite Halbfinale bestreiten mit Kindberg und Tillmitsch zwei Landesligisten. „So oder so werden alle Szenarien durchdacht. Wenn etwas Positives überwiegt, bleiben wir in der Regionalliga“, sagt Weidinger.
Grundsätzlich ist der Obmann aber ein Verfechter der besten Landesliga statt der Regionalliga. Sein Vorschlag: Die Steirer, Kärntner und Oberösterreicher sollten jeweils ihren Meister ermitteln, diese drei Teams sich dann in einer Relegation den Aufstieg in die 2. Liga ausspielen. Weidinger: „Damit wäre allen Vereinen geholfen.“


