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Was Gärtner im April wissen müssenFrostschäden: Muss ich die Hortensie zurückschneiden?

Trotz der kühlen Nächte nimmt das Gartenjahr Fahrt auf. Das gibt es für Gärtner im April zu tun.

Hortensien: Erst schneiden, wenn man wirklich sieht, was abgefroren ist
Hortensien: Erst schneiden, wenn man wirklich sieht, was abgefroren ist © Friedberg - stock.adobe.com
 

Meine Tulpen haben keine Blütenknospen gebildet, letztes Jahr blühten sie wunderschön. Was ist die Ursache?
Ganz einfach, es war die Witterung: Vor zwei Jahren hatten wir einen sehr trockenen Sommer, letztes Jahr gab es mehr Regen. Die Zwiebeln bilden nur Blüten, wenn sie es im Sommer ganz trocken haben. Also nach dem Einziehen ausgraben und im Keller lagern.

Der Frost hat die Austriebe der Hortensie vernichtet. Soll ich die Pflanze zurückschneiden?
Nein, warten Sie einige Wochen. Viele Hortensien blühen an den vorjährigen Trieben, da kann es leicht sein, dass nicht nur die obersten Knospen Blüten bilden, sondern auch die noch „schlafenden“. Erst schneiden, wenn man wirklich sieht, was abgefroren ist.

Foto © Maryna - stock.adobe.com
Wie war das mit den Karotten und dem Keimen im Sand?
Ein Marmeladenglas zur Hälfte mit Sand anfüllen, Karottensamen einstreuen und alles leicht anfeuchten. Gut durchschütteln und auf einen Heizkörper stellen. Nach einigen Tagen keimen die Samen, dann sofort in die Saatrillen streuen und gut feucht halten. Funktioniert auch bei der Petersilie, aber erst Ende April.

Kann man Bärlauch eigentlich auch im Blumentopf ziehen? Ich habe Angst, dass ich in der Natur die falschen Pflanzen erwische.
Grundsätzlich ja, der Topf sollte groß genug sein und man sollte möglichst viele der kleinen Zwiebeln, die an den Wurzeln des Bärlauchs hängen, pflanzen. Samen nach dem Abblühen in den Topf streuen, so vermehrt er sich noch besser. Achtung, Bärlauch zieht nach der Blüte komplett ein. Dann den Topf nur mäßig feucht halten.

Meine Petersilie wächst nie. Die Aussaat geht nicht auf, gepflanzte Petersilie verschwindet gleich. Was mache ich falsch?
Petersilie benötigt beim Keimen um die 20 bis 25 Grad. Also vorziehen oder auf den Mai warten. Pflanzen niemals dorthin setzen, wo sie schon einmal wuchsen. Die Erde mit Mikroorganismen gießen.

Blüht die Eichenblatt-Hortensie wirklich, wenn ich sie stark schneide?
Im Prinzip kann man jede Hortensie stark schneiden, allerdings geht es dann bei den Bauernhortensien (blau, rosa, weiß) und bei der Eichenblatthortensie auf Kosten der Blüten. Ausschneiden und nur einzelne Äste herausschneiden, damit sie in Form bleibt, ist der beste Weg.
Foto © ji_images - Fotolia
Der Frost hat die Hortensien erwischt. Wann schneide ich wie viel und wird sie blühen?
Ob sie blühen wird, kann man noch nicht sagen. Geschnitten wird in ein paar Tagen, wenn man sieht, wo sie austreibt. Direkt darüber abschneiden. Dann mit Moorbeetdünger düngen und immer gut wässern.

Unsere Erde ist total trocken. Wie bestelle ich die Gemüsebeete dennoch?
Als Erstes wird man durchdringend wässern (müssen). Dann mit einer Grabgabel die Erde lockern, indem man die Gabel in die Erde sticht und am Griff rüttelt. Dann Kompost oberflächlich einarbeiten, Dünger und Bodenaktivator einstreuen und durchrechen. Dann säen und pflanzen und sofort mit Rasenschnitt (so es einen gibt) oder Gartenfaser mulchen. Kräftig angießen.

Auf der Schusterpalme sind watteähnliche Schädlinge. Was kann ich machen?
Das sind Wollläuse, die leider sehr lästig und hartnäckig sind. Gute Erfahrungen habe ich mit Rapsölpräparaten gemacht und dem Einsprühen mit hochprozentigem Alkohol, der 1:4 mit Wasser verdünnt und auf die befallenen Stellen gesprüht wird. Abwaschen mit Schmierseifenwasser wirkt auch. Nicht zurückschneiden, das nimmt den Pflanzen Kraft.

Magnolien blühen im Frühjahr, immergrüne Sorten aber erst im Sommer Foto © Pellinni/stock.adobe.com (M.Pellinni)

Unser Magnolienbaum hat heuer kaum Blüten, was sollen wir tun?
Hier handelt es sich eindeutig um Trockenschäden. Bedecken Sie den Boden etwa fünf Zentimeter mit Rhododendronerde und mulchen Sie mit Rinde. Danach wöchentlich gut wässern (30 Liter pro Quadratmeter).

Wir haben einen Obstbaum gepflanzt, sofort war alles voll mit Ameisen. Was tun?
Zuerst einmal kontrollieren, ob Läuse am Baum sind. Diese mit Schmierseifenwasser (ein Esslöffel auf ein Liter Wasser) oder Bio-Blattlausmittel bekämpfen. Zimtpulver streuen - das mögen Ameisen nicht. Das hilft nur, solange es nicht regnet oder der neugepflanzte Baum nicht gegossen wird.

Bei der Pfefferminze bildet sich ein weißer Belag. Darf ich sie noch verwenden?
Es handelt sich um Mehltau. Die Blätter dürfen Sie nicht verwenden. Stellen Sie die Pflanze luftig auf, stickige Standorte führen nämlich zu dieser Krankheit. Dann mit Backpulver behandeln: Ein Teelöffel auf ein Liter Wasser, die Minze damit mehrmals im Abstand von einigen Tagen übersprühen. Neue Blätter können wieder verwendet werden.

Die Eichblatthortensie sieht sehr mitgenommen aus. Wann soll ich schneiden?
Die Eichblatthortensien blühen an den neuen Trieben, daher nun kräftig zurückschneiden. Alle abgefrorenen und abgestorbenen Äste entfernen, mit Rhododendron-Dünger versorgen und sich auf die neuen Blüten im Spätsommer freuen.

Kann ich über dem Wurzelstock vom Kirschlorbeer ein Hochbeet errichten und das Schnittgut verwenden?
Der Strauch wird mit großer Sicherheit durch das Hochbeet durchwachsen. Sie müssen zuerst den Wurzelstock ausgraben, das ist Schweißarbeit. Das Schnittgut vom Kirschlorbeer kann ohne Bedenken als Gehölzschnitt ins Hochbeet eingefüllt werden.

Kann ich eine Ribiselstaude, die schon sehr alt ist, umsetzen? Was ist zu beachten?
Ribiselstauden lassen sich eigentlich ganz gut verpflanzen. Es sollte in den nächsten Tagen erfolgen und der Strauch muss ganz kräftig auf 20 bis 30 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Gut angießen und als Verdunstungsschutz ein wenig anhäufeln.

Haben Rosen eingerollte Blätter, war die Blattrollwespe am Werk Foto © Anatoliy Sadovskiy/stock.adobe.com

Vom Hang wird bei heftigem Gewitterregen die Erde abgespült. Helfen Folie und Rindenmulch?
Genau das nicht machen, dann kommt eine Lawine Rindenmulch zusammen mit Wasser den Hang herunter. Lieber Sanddorn, Schlehe und andere Gehölze pflanzen. Am Fuß des Hangs sehen auch Bodendeckerrosen gut aus. Alle diese Gehölze festigen die Erde.

Was kann ich gegen Drahtwürmer machen? Sie fressen alle Salatpflanzerl!
Drahtwürmer sind die Larven des Schnellkäfers. Sie lieben Salatpflanzen und Erdäpfel. Und das nützen wir: halbe Erdäpfel alle 30 Zentimeter etwa zehn Zentimeter tief ins Beet eingraben, mit einem Holzstab markieren und alle zwei bis drei Tage kontrollieren. An der Schnittseite sind meist Dutzende Drahtwürmer, die man dann vernichten kann.

Bei den Rosen drehen sich die Blätter zusammen. Was tun?
Es ist die Blattrollwespe, die diese Schäden verursacht. Sie legt ein Ei an die Blattunterseite und injiziert ein Hormon ins Blatt, sodass es sich zusammenrollt und „ihr Kind“ schützt. Um Fressfeinde zu täuschen, werden mehrere Blätter im Umkreis – ohne Ei darin – ebenfalls so behandelt. Am besten die Blätter abreißen und vernichten, die zweite Garnitur an Blättern ist dann gesund.

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist

  • Im Garten: Düngen mit organischen Mitteln steht nun im Mittelpunkt. Rosen, Rasen, aber auch Bäume und Sträucher brauchen Nährstoffe.
  • Auf dem Balkon: Empfindliche Kräuter mit Vlies schützen. Kübelpflanzen halten mehr aus, als man denkt, vor allem Oleander, Lorbeer, Olive oder Hanfpalme vertragen bis zu fünf Grad minus.
  • Im Zimmer: Sind Schädlinge wie Wollläuse an den Pflanzen, dann an einem milden Tag im Freien mit Schmierseifenwasser übersprühen, lauwarm abduschen und nach dem Abtrocknen mit einem Rapsölpräparat einsprühen. Wichtig: Übertöpfe, Fensterbänke und Rahmen gut mit Spiritus putzen, denn da stecken die Eier der Wollläuse.
  • Den Rasen sollte man nun düngen. Idealerweise vor einem Regen. Organischer Dünger belebt den Boden, sorgt für Durchlüftung und verhindert langfristig Staunässe. Vertikutieren erst nach dem ersten Mähen. Dann sofort nachsäen.
  • Rosen können auch jetzt noch geschnitten werden, ebenso alle Obstbäume. Steinobst knapp vor der Blüte oder danach schneiden.
  • Robuste Kübelpflanzen kommen nun wieder ins Freie. Auch wenn es den einen oder anderen Frosttag gibt, Hanfpalme, Olive, Oleander und Lorbeer halten diese Temperaturen locker aus. Bei den Zitrus noch warten.
  • Bei Zimmerpflanzen tauchen nun die Trauermücken auf. Sie vermehren sich dort am besten, wo die Erdoberfläche in den Töpfen nie abtrocknet. Daher immer in den Übertopf oder Untersetzer gießen und nach einer halben Stunde das Restwasser ausleeren. Erdoberfläche mit Splitt abdecken. Beleimte Gelbsticker aufstellen.
  • Im Garten: Rosen schneiden, Obstbäume schneiden (das geht auch im Sommer), Stauden teilen und neue Staudenbeete anlegen. Den Rasen düngen, aber noch nicht vertikutieren.
  • Auf dem Balkon: Mit ständigem Blick auf den Wetterbericht kann man robuste Kübelpflanzen wie Hanfpalmen, Oliven, Lorbeer und Oleander ausräumen. Auch Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei oder Oregano kann man schon setzen.
  • Im Zimmer: Schöne, milde Tage nützen und die Topfblumen im Freien umsetzen oder wenigstens abbrausen und die Blätter von Staub befreien. Schädlinge abwaschen. Auch im Überwinterungsquartier auf Läuse, Weiße Fliegen und Wollläuse achten. Mit Rapsöl-Präparaten behandeln.
  • Balkonblumen können jetzt gepflanzt werden. Zur Vorsicht Vlies für plötzliche Nachtfröste bereithalten. Allmählich können alle Kübelpflanzen aus dem Winterquartier ausgeräumt werden. Auch hier gilt es aber noch die aktuelle Wetterlage zu beobachten – Spätfröste können empfindlichen Pflanzen wie Citrus, Engelstrompete oder Fuchsien arg zusetzen.
  • Balkonblumen, die überwintert wurden, kräftig zurückschneiden und eventuell gleich umtopfen. Fuchsien zuerst ein wenig antreiben lassen, ehe man sie schneidet. Blätter mit Schachtelhalmextrakt, vermischt mit Effektiven Mikroorganismen und Algenpräparaten übersprühen. Das beugt möglichen Pilzkrankheiten vor, die oft nach dem Frost auftreten. 
  • Bei den Kübelpflanzen die Erde oberflächlich erneuern, wenn man nicht umtopft. Dazu die obersten fünf Zentimeter abkratzen (auch ruhig die Wurzeln entfernen) und neue Erde, gemischt mit organischem Dünger aufbringen. Gut angießen.
  • Das Düngen von Oleander, Palmen und Citrus beginnt. Bei heißer Witterung zwei Mal pro Woche etwas schwächer dosiert düngen.
  • Im Gemüsegarten kann nun praktisch alles ausgesät und angepflanzt werden – außer Bohnen, Kürbisse, Zucchini, Gurken und Tomaten.
  • Schnecken absammeln. Sie tauchen nach den ersten kräftigen Regenfällen wieder stark auf. Umweltfreundliches Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis streuen, breitwürfig auch in Blumenwiesen, beim Kompost und in Staudenbeeten.
  • Spalierobstbäume gut gießen, wenn es nicht ausreichend regnet. Große, alte Bäume sind weniger gefährdet, aber die Säulenobstbäume benötigen Wasser. Immer kräftig gießen und dann fünf, sechs Tage aussetzen.
  • Den Rasen nun regelmäßig mähen. Trotz der Kälte ist er gewachsen. Wer noch nicht gedüngt hat: Jetzt ist die Zeit dafür. Vertikutiert und mit Quarzsand abgesandet wird erst nach dem ersten Mähen. 

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