Biogärtner Karl PlobergerMulchen für intelligente Faule

Damit der Gartenboden zur Wellnessoase für Regenwurm, Mikroorganismen und letztlich für die Pflanzenwurzeln wird, muss gemulcht werden.

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Mulchen für intelligente Faule
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Diese wirksame Bodenbedeckung bedeutet freilich nicht nur für Pflanzen und Tiere eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern auch für Gärtnerin und Gärtner. Die Vorteile: Es muss deutlich weniger gegossen werden, der Boden bleibt locker und das Unkraut wird unterdrückt. Es gibt eine Riesenauswahl an Mulch-Materialien, die freilich neben Vor- auch Nachteile haben.

Sieben Varianten mit Pro und Kontra:

  1. Laub, Rasenschnitt, Brennnesselblätter:
    Sie stehen kostenlos zur Verfügung, unterdrücken Unkraut recht effizient, halten gut die Feuchtigkeit im Boden, sind in großen Mengen vorhanden und für alle Kulturen verwendbar.
    Nachteile: Der Mulch muss stets erneuert werden, sieht nicht schön aus, kann vom Wind verblasen werden.

  2. Kiefern- und Lärchenrinde:
    Dieses Material ist meist heimisch, es ist ein länger haltbarer Mulch, der die Feuchtigkeit gut hält und Unkraut tadellos in Schach hält. Das sehr ergiebige Mulchmaterial ist ideal unter Bäumen und Sträuchern.
    Nachteile: Die Rinde nimmt Pflanzen Nährstoffe weg, sie muss jedes Jahr erneuert werden und gute Qualität hat einen relativ hohen Preis.

  3. Pinienrinde:
    Sie ist das langlebigste organische Mulchmaterial im Angebot.
    Unkraut wird nur leicht unterdrückt, die Feuchtigkeit bleibt auch nur bei sehr dicker Schüttung im Boden.Sie hat kaum Auswirkungen auf den Düngehaushalt und ist in drei Größen erhältlich für den Einsatz bei Stauden, Rosen und bei den Gehölzen.
    Nachteile: Pinienrinde ist verhältnismäßig teuer, es sind große Mengen nötig, um Unkraut zu unterdrücken, und sie ist wegen der weiten Transportwege ökologisch bedenklich.

  4. Holzfaser/Gartenfaser:
    Diese Fasern sind meist heimisch, das Unkraut wird nur schwach unterdrückt, aber das Material gilt als ein guter Feuchtigkeitsspeicher. Der ideale Einsatzort ist sowohl im Staudenbeet, als auch im Kräutergarten oder beim Gemüse. Die Faser hilft beim Humusaufbau.
    Nachteile: relativ teuer, maximal für eine Saison haltbar und oft mit mineralischem Stickstoff stabilisiert.
  5. Elefantengras:
    Das heimische Produkt hält Feuchtigkeit extrem gut, bietet gewisse Abwehr von Schnecken, ist auch für Gemüse und Kräuter geeignet.
    Nachteile: Es ist nicht überall erhältlich, relativ teuer, hat auffällige Farbe.

  6. Holzhäcksel und Fichtenrinde
    Der kostengünstigste Mulch, der unterdrückt Unkraut sehr gut, hält bei entsprechender Abdeckung die Feuchtigkeit gut und der Häcksel ist auch meist heimisch. Ideal für Gehölze und Bäume. Nachteile: Der extreme Binder von Stickstoff ist ungeeignet für Blumenbeete. Die Billigprodukte sind oft mangelhaft (es gab lange Nachweise von Pestizid-Rückständen).
  7. Mineralmulch (Kies, Schotter oder aus Muschelmaterial):
    Der Mulch ist extrem haltbar, doch Unkrautprobleme kommen nach
    einiger Zeit.
    Nachteile: Bodenbearbeitung ist schwierig (muss stets weggeräumt werden), ist nur bei trockenheitsliebenden Pflanzen verträglich, extreme Strahlungswärme bei Sonne und teilweise sehr teuer (Muschelmulch).

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