Mehr als bisher angenommen40 Prozent aller Lebensmittel landen im Müll

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist drastischer als bisher angenommen, das zeigt eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisation WWF. Bisher ging man von 33 Prozent aus.

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© Andrey Popov - stock.adobe.com
 

Statt der bisher geschätzten 33 Prozent, finden laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) 40 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel ihren Weg nicht zum Konsumenten, sondern landen in der Mülltonne. Das entspricht 2,5 Milliarden Tonnen an Abfällen, die in Landwirtschaft, Industrie und vom Verbraucher verursacht werden. Das hat verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt.

Lebensmittelverschwendung ist laut Studie für zehn Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Die Berechnung neuer Zahlen aus dem Bereich der Landwirtschaft, wonach jährlich geschätzte 1,2 Milliarden Tonnen genießbarer Nahrungsmittel vor, bei und nach der Ernte verloren gingen, führte dazu, dass der WWF in der Studie "Driven to Waste" aktuell davon ausgeht, dass 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel verschwendet werden - bisher war man 33 Prozent ausgegangen.

Zusätzlich zu den von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) errechneten rund 931 Millionen Tonnen entlang der Lieferkette und der rund 400 Millionen Tonnen an Abfällen im Bereich des Konsums, sind das insgesamt 2,5 Milliarden Tonnen an Lebensmittelabfällen, die laut WWF-Studie jährlich im Müll landen.

Für rund zehn Prozent des Treibhausabgasausstoßes verantwortlich

"Rund viereinhalb Millionen Quadratkilometer, also die Fläche der gesamten Europäischen Union, werden weltweit unnötig beansprucht, während der Druck auf das Klima und die Natur steigt", heißt es in der WWF-Studie. Demnach sei die Verschwendung von Lebensmitteln für rund zehn Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. "Knapp zweimal so viel wie der jährliche Ausstoß des Autoverkehrs in der EU und den USA zusammen."

Der WWF fordert daher von der Politik ein "umfassender Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung mit verbindlichen Reduktionszielen und zumindest einer Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030". Von den Konsumenten wünscht sich die Naturschutzorganisation einen bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln, "Lebensmittel mit Makeln nicht zu verschmähen" und eine verstärkt pflanzliche Ernährung aus nachhaltigem Anbau anzudenken, um die den globalen Treibhausgasausstoß zu reduzieren, der in der Landwirtschaft und im Bezug auf Tierprodukte anfällt.

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Danke für Ihr Verständnis.

schadstoffarm
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Nie hungrig einkaufen gehen

.

tomtitan
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Lebensmittel wegschmeißen geht gar nicht - vor allem halten die meisten Lebensmittel sowieso viel länger als angegeben

Habe vor kurzem in der Speisekammer eine H-Milch gefunden - die war seit über einem Jahr abgelaufen (aus unserem Lockdownnotvorratsbestand) - die hat noch ganz passabel geschmeckt.

Ifrogmi
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40%?????

Nie und nimmer.
Oder ich kenne ganz andere Leute wie der WWF.
Aber die vielleicht, wenn überhaupt, 5% sind nicht spektakulär genug um Aufregung zu erzeugen.

melahide
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Und da

wird immer erklärt, dass Lebensmittel billig sein müssen, damit sie sich jeder leisten kann. Dabei führen gerade hochwertige Lebensmittel zu einem bewussteren Einkauf.

scaramango
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Es geht auch um den Preis, aber nicht nur ...


Es wird eher Zeit, dass Menschen wieder lernen zu kochen, was gegessen wird, Reste die übrig bleiben und die ja nicht sofort "schlecht" sind, erneut zu verwerten und vor allem - in einem Hotel oder Restaurant nur das auf den Teller zu nehmen, was sie auch schaffen! Es ist ganz ganz schlimm zu beobachten, wie viele Menschen sich die Teller randvoll stopfen und dann mehr als die Hälfte übrig lassen.

Zuerst denken, dann handeln - hilft oft im Leben!

melahide
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Während

ich noch groß wurde mit „Bei uns wird kein Essen weggeschmissen, iss auf“ geht es jetzt in die Richtung „lass über was du nicht mehr magst“. Man könnte ja dick werden. Das Problem ist dann halt, dass die Leute dann eher Gemüse und gesunde Sachen übrig lassen. Oder sie schon 2 kg Kartoffeln kaufen, von denen 1 kg eine Woche später schon austreibt. Oder 1+1 gratis. Oder 2+2 gratis ..: