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Alexis von Hoensbroech AUA-Chef warnt vor Verspätungen durch Fluglotsenmangel

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech warnt davor, dass die Unpünktlichkeit im Flugverkehr am Wiener Flughafen zunehmen könnte.

© (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Die Verspätungen hätten sich im Jahresvergleich schon vervierfacht und drohten sich durch den Mangel an Fluglotsen weiter zu verschärfen. 40 Prozent der Verspätungen seinen auf diesen Personalmangel zurück zu führen, so AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Dienstag im "Ö1"-Radio.

Die Streikdrohungen durch die Verkehrsgewerkschaft vida, die einen einheitlichen Kollektivvertrag (KV) für die Branche fordert, kann der AUA-Boss nicht nachvollziehen. Die Unternehmen seien zu unterschiedlich für einen Gesamt-KV. Außerdem würde die AUA besser bezahlen. Am 7. August wollen sich die Sozialpartner zusammensetzen, um die verfahrene Situation um einen Gesamt-KV zu lösen.

Kapazität der Flugsicherung an ihren Grenzen

Die Austro Control hat indes auf die Aussagen des AUA-Chefs Alexis von Hoensbroech über Verspätungen im Flugverkehr wegen Fluglotsenmangels reagiert. Laut der Flugsicherung ist die Verspätungssituation in diesem Sommer bisher "stabil" gehalten worden, ein Chaos ausgeblieben. Doch insgesamt bringe zusätzlicher Flugverkehr "die Kapazität der Flugsicherung an ihre Grenzen".

Trotz einer Verkehrszunahme von 14 Prozent bei An- und Abflügen am Flughafen Wien habe es für Passagiere kaum spürbare Auswirkungen des erhöhten Flugverkehrsaufkommens gegeben. Konkret waren die Verspätungen wegen Fluglotsen im ersten Halbjahr 2019 im An- und Abflug in Wien im Schnitt pro Flug um 0,05 Minuten höher als im ersten Halbjahr 2018, erläuterte Sprecher Markus Pohanka.

Verspätungen im Überflug

Anders hingegen im österreichischen Luftraum im Überflug: Aufgrund von Kapazitäts-Engpässen in ganz Europa werde der Flugverkehr in immer größerem Ausmaß auf Flugrouten durch Österreich verlagert. Benachbarte Flugsicherungen, zum Beispiel in Deutschland, bieten einzelne Flugstrecken aufgrund von Personalmangel zum Teil gar nicht mehr an, so die Austro Control. Zuletzt seien dadurch zusätzliche 10 Prozent an Flugverkehr durch Österreich gelotst worden, und das bringe die Kapazität der Flugsicherung an ihre Grenzen und führe zu Verspätungen. Konkret waren es im ersten Halbjahr durch Fluglotsen ausgelöst im Schnitt 1,8 Minuten Verspätung pro Flug im Überflug, also ohne Landung innerhalb Österreichs, erklärte Pohanka.

Abhilfe durch Ausbildungsoffensive

Insgesamt seien die durch Fluglotsen ausgelösten Verspätungen im Flugverkehr für die Passagiere kaum spürbar. Größere Verspätungen hätten andere Ursachen. Weiters gebe es hierzulande immer massivere Gewitter-Phänomene, die den Flugverkehr ebenfalls beeinträchtigen und so zu wetterbedingten Verspätungen führen.

Im Kampf gegen den Fluglotsen-Mangel habe die Austro Control eine Ausbildungsoffensive gestartet. Pro Jahr sollen 40 neue Fluglotsen aufgenommen werden und damit in den nächsten Jahren sukzessive zu einer Entlastung der Situation im Flugverkehr beitragen. Die Ausbildung zur Fluglotsin bzw. zum Fluglotsen dauert drei Jahre. Im Sommer seien konkrete kapazitätssteigernde Maßnahmen getroffen worden, so wurden Kollegen von administrativen Tätigkeiten abgezogen und auch am Radarpult eingesetzt.

Preiskampf der Billigflieger

Beim harten Preiskampf der Billigflieger in Wien will Hoensbroech nicht mitmachen. "Wir halten uns da ein gutes Stück entfernt", sagte er. Früher sei der Flugverkehr in Schwechat jährlich um ein paar Prozent gewachsen, zuletzt sei das Plus bei 25 Prozent gelegen - was auch der Umwelt nicht gut tue.

Zur Diskussion über die Klimaschädlichkeit des Fliegens meinte der AUA-Chef, dass mit moderneren Flugzeugen einiges zu erreichen sei. Weiters müsse man als Airline über CO2-Kompensationszahlungen nachdenken - zum Beispiel für das Aufforsten von Wäldern.

Kommentare (2)

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CuiBono
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Welche Gleichnisse

Da kommen einem doch gleich mal Parallelitäten hoch.
Z. B. wie von den AG über den Personalmangel im Gastgewerbe gejammert wird.

Wie wäre es, erst mal seine Angestellten ordentlich zu bezahlen und als DAS zu behandeln, was in sämtlichen Geschäftsberichten bereits im Vorwort steht:
"Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut".
Oder so ähnlich halt.

Dann gäb es nämlich qualifizierte Mitarbeiter genug und die elendige Jammerei hätte ein Ende.

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CuiBono
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da capo

Im übrigen bin ich der Meinung, dass den Herrn von und zu AUA-Chef die Austro-Control überhaupt nichts angeht, so sehr er sich auch betroffen fühlen mag.
Dieser Maul-auf-Kirchtag sollte besser vor der eigenen Tür kehren. Sonst kann er bald selber die Uniform des fliegenden AUA-Personals anziehen.

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