AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

USA-Iran-KriseÖsterreich stockt Bundesanleihen auf

Die USA-Iran-Krise schaufelt Investorengeld Richtung Deutschland und Österreich. Die Begebungen der Republik am heutigen Dienstag waren "solide überzeichnet".

© ferkelraggae - Fotolia
 

Die Republik Österreich hat am Dienstag zwei im Vorjahr begebene Bundesanleihen um insgesamt 1,035 Milliarden Euro aufgestockt. Die Emissionsrenditen waren wie bei diesen Laufzeiten - fünf und zehn Jahre - derzeit üblich negativ, lagen aber etwas weniger im Minus als zuletzt. Die USA-Iran-Krise schaufelt Investorengeld in Richtung sicherer Häfen wie Deutschland und Österreich.

Vor allem die USA-Iran-Spannungen haben die Zinsen sinken lassen, sagt der Geschäftsführer der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix. Wären die heutigen Begebungen eine Woche früher erfolgt, so hätte Österreich rund zehn Basispunkte mehr bezahlen müssen, so Stix.

Einerseits wurde nun die vor einem Jahr begebene 10-jährige Bundesanleihe um weitere 460 Millionen Euro aufgestockt, womit das gesamte ausstehende Volumen hier jetzt bei rund 10,63 Milliarden Euro liegt. Andererseits wurde die ebenfalls 2019 emittierte 5-jährige Bundesanleihe um 575 Millionen Euro aufgestockt, hier stehen damit in Summe rund 4,92 Milliarden Euro aus. Damit rückt die 5-Milliarden-Grenze in Reichweite, die das Papier auf allen elektronischen Plattformen handelbar macht.

"Sicher platziert"

Die 5-Jährige war mehr als 2-fach überzeichnet, die 10-Jährige sogar um den Faktor 2,57. Das war bei der mit plus 0,50 Prozent Zinskupon ausgestatteten 10-Jährigen der bisher höchste Wert, ähnlich wie im November, und zeigt, dass die Investoren ihr Geld bei der Republik Österreich sicher platziert sehen, betont Stix.

Bei der Aufstockung des 10-jährigen Papiers betrug die Emissionsrendite am Dienstag minus 0,096 Prozent - bei der letzten Aufstockung dieser Anleihe im Dezember waren es -0,104 Prozent. Bei der 5-jährigen wurden heute im Schnitt -0,475 Prozent akzeptiert, zuletzt im November -0,494 Prozent. Die Unterschiede seien aber marginal, betont man bei der OeBFA.

Zinsabstand verringert

Für bemerkenswerter hält man, dass sich der Zinsabstand zu Deutschland verringert hat. Bei der kurzen Laufzeit (5 Jahre) musste Österreich im Vergleich zu Deutschland aktuell nur um acht Basispunkte mehr bezahlen - und für das 10-jährige Papier hat sich der Abstand (Yield) seit der Begebung des Papiers im Jänner 2019 von 34 auf knapp 23 Basispunkte verringert.

In Summe will die OeBFA heuer zwischen 31 und 34 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, wurde im Dezember festgelegt. 18 bis 21 Milliarden Euro davon sollen auf dem üblichen Weg über Auktionen und Syndizierungen aufgebracht werden. Mit großen Änderungen des Emissionsplans für 2020 durch das erste ordentliche Budget der am Dienstag angelobten neuen Bundesregierung rechnet Stix nicht, derzeit agiert man ja auf Basis eines Budgetprovisoriums.

Kommentare (1)

Kommentieren
eleasar
1
2
Lesenswert?

Vielleicht ist 2020 ein guter Zeitpunkt, um wieder in Landwirtschaft zu investieren.

Der Weltwirtschaftsmotor kommt langsam ins stottern. Viele Länder schauen nur noch auf eigene Interessen. Wer das Gesetz von Saat und Ernte versteht, kommt besser durchs Leben und ist weniger abhängig von globalen Kindereien.

Antworten