Analyse Zwischen Zinstief und Inflation: Balanceakt mit ungewissem Ausgang

Klassische Sparformen sind verlustreicher denn je. Gleichzeitig wurde noch nie so viel Geld auf die hohe Kante gelegt. Der Weltspartag wirkt aus der Zeit gefallen. Zu Unrecht.

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Time of money
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Das Lamento über den Niedergang klassischer Sparformen, allen voran des Sparbuchs, viele Jahrzehnte lang Symbol für das „zur Seite legen“ von Geld, ist nicht neu. Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank wurden im März 2016 auf null gesenkt – und dort einzementiert. Das Umfeld der Niedrigst-, Null- und Negativzinsen ist Sparerinnen und Sparern also bereits durchaus vertraut. Das gilt auch für den Umstand, dass klassische Sparformen seit Jahren eine negative Realverzinsung aufweisen, also der Zinsertrag abzüglich der Inflation negativ ausfällt. Die Sparlaune hat das dennoch nur bedingt getrübt. Im Vorjahr kam durch die ausgedehnten Lockdowns auch noch hinzu, dass die Gelegenheiten zum Geldausgeben äußerst rar waren. Laut Nationalbank ist daher das Geldvermögen der Österreicher auf den Rekordwert von 799 Milliarden Euro angeschwollen. Und die täglich fälligen Einlagen – aufgrund der Zins- und Inflationskulisse die eigentlich denkbar unattraktivste Art Vermögen zu horten – setzten ihren Rekordlauf noch einmal fort. Allein zwischen Dezember 2019 und Juni 2021 stiegen sie um 16 Prozent auf 200 Milliarden Euro.

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VH7F
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