Nachwuchsprobleme Pandemie lässt auch Steuerberater händeringend nach Fachkräften suchen

Der Fachkräftemangel schlägt auch in einer Branche zu, in welcher man es nicht unbedingt vermutet hätte. Die Kärntner Steuerberater suchen händeringend nach Nachwuchs und Mitarbeitern.

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Kristin Grasser ist seit Juni Präsidentin der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder in Kärnten © Jannach
 

Nahezu alle Branchen in Kärnten suchen nach Fachkräften. Die Coronakrise hat das Problem noch einmal verstärkt, vor allem im Tourismus. Aber nicht nur Gastronomen und Hoteliers oder Gewerbebetriebe sind verzweifelt auf der Suche, auch eine Berufsgruppe, von der man es nicht unbedingt vermutet hätte, kämpft mit Nachwuchsproblemen - die Steuerberater. Auch aufgrund der Coronapandemie und den damit zusammenhängenden Maßnahmen der Regierung.

"In unseren Kanzleien herrscht seit Beginn der Coronapandemie Hochbetrieb. Neben der alltäglichen Arbeit wie Buchhaltung, Lohnverrechnung, Bilanzierung, Steuererklärungen, Beratungen, Umgründungen und so weiter, sind wir nach wie vor laufend mit Fragen und Anträgen für Corona-Hilfen und Förderungen der Klienten beschäftigt. Unternehmen wissen uns als Krisen-Begleiter zu schätzen", sagt Kristin Grasser, seit Juni Präsidentin der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Kärnten.

Eigene Akamdemie für die Fortbildung

Gesucht werden von vielen Kanzleien "händeringend" neben Berufsanwärtern, die nach dem Studium mindestens drei Jahre lang in einer Kanzlei arbeiten müssen, bevor sie die Prüfung ablegen können, vor allem auch Buchhalter, Personalverrechner und Steuersachbearbeiter. Aber, so Grasser, auch Mitarbeiter mit IT-Affinität seien mehr als willkommen - Stichwort Digitalisierung. Die eigene Akadamie (www.akademie-sw.at) versuche die Arbeit der Kanzleien mit unzähligen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter zu unterstützen.

"Aber nicht nur Zahlen, Rechtliches und Genauigkeit sind in unserem Berufsstand wichtig, auch Empathie und Einfühlungsvermögen. Gerade in den letzten eineinhalb Jahren hat sich gezeigt, wie wichtig wir als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen für die Unternehmen sind. Aber nicht nur wir Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sondern auch alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagt Grasser. 

Die Buchhalter würden sich in den Kanzleien um alle Belange kümmern, welche für eine ordentliche Buchführung notwendig seien, womit sie eine wesentliche Unterstützung der Steuerberaterin oder des Steuerberaters seien. Personalverrechner wiederum seien als Spezialisten für die gesamte Erfassung und Abrechnung aller Lohn- und Personaldaten der in einem Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zuständig.

Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer vertritt österreichweit die Interessen von mehr als 11.500 Mitgliedern, knapp 3700 davon sind Berufsanwärter. In Kärnten hat die Kammer 565 Mitglieder, wovon 440 Steuerberater und 125 Wirtschaftsprüfer sind. Sie haben auch eine eigene Jobbörse - www.ksw.or.at/jobboerse.

Kommentare (1)
Mitte1
0
0
Lesenswert?

…und das wundert Frau Präsidentin?

In ganz Kärnten sind 2 Stellen für den Berufsanwärter zum Steuerberater ausgeschrieben! Wenn die Betriebe nicht ausbilden, braucht man sich später über den Fachkräftemangel nicht beschweren!