Bis zu 5 Prozent Deutscher Staat wirft Teil seiner Lufthansa-Aktien auf den Markt

Staat trennt sich von bis zu fünf Prozent des 20-Prozent-Anteils. Aktien stehen ab Montag zum Verkauf. Gesamtpaket ist derzeit mehr als eine Milliarde Euro wert.

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© (c) AFP (CHRISTOF STACHE)
 

Der deutsche Bund will in den nächsten Wochen einen Teil seines Aktienpakets an der AUA-Muttergesellschaft Lufthansa abstoßen. "Vor dem Hintergrund der (...) positiven Unternehmensentwicklung" werde der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) seine Beteiligung von 20 Prozent um maximal ein Viertel reduzieren, teilte die Deutsche Finanzagentur am Montag mit. Der Verkauf soll noch am Montag beginnen.

Der Bund hatte die Beteiligung als Teil einer milliardenschweren Stützungsaktion für die in der Coronakrise in Schwierigkeiten geratene Fluggesellschaft für 300 Millionen Euro erworben. An der Börse ist das Paket inzwischen mehr als 1 Milliarde Euro wert.

Der WSF war eingerichtet worden, um wichtigen Unternehmen über die Coronakrise hinwegzuhelfen. "Nach ersten Erfolgen der von der Deutschen Lufthansa eingeleiteten zukunftsgerichteten Maßnahmen passt der WSF damit seine Beteiligungshöhe unter Beachtung der Interessen beider Seiten zielgerichtet an", hieß es in der Mitteilung. "Im Rahmen der bestehenden Stabilisierungsmaßnahmen wird der WSF die Deutsche Lufthansa weiterhin entsprechend seiner Position als wesentlicher Aktionär begleiten."

Schnelle Unabhängigkeit als Ziel

Die Lufthansa-Aktien verloren in Reaktion auf den Verkaufsplan zum Handelsstart mehr als 4 Prozent auf Börsenkurse unter 9 Euro. Der im deutschen MDAX notierte Titel steht schon länger unter Druck, weil die Lufthansa eine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will das möglichst noch im September über die Bühne bringen. Mit dem frischen Kapital muss das Unternehmen die staatliche Finanzhilfe zum Teil zurückzahlen.

Die Lufthansa und die deutsche Regierung wollen die Airline-Gruppe möglichst schnell wieder unabhängig von der Hilfe des Steuerzahlers machen. Geplant ist, dass sich der Staat an der Kapitalerhöhung ohne zusätzliche Ausgaben beteiligt. Die Einnahmen aus den Aktienverkäufen könnten dafür genutzt werden. Außerdem könnte ein Teil der Bezugsrechte des Staates auf neue Aktien veräußert werden, um den Erwerb zu finanzieren. Da es sich um eine weitere Staatsbeihilfe handelt, muss allerdings die EU-Kommission dem Schritt zustimmen. Das kann sie erst, wenn die Konditionen einer Kapitalerhöhung feststehen. Nach dem Rückzahlen der stillen Einlagen muss der Bund dann sein Aktienpaket vollständig verkaufen.

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