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Hotellerie und GastronomieLockdown: Umsatz-Ausfälle von bis 80 Prozent werden abgedeckt

Hilfspakete für betroffene Wirtschaftsbereiche beschlossen: Den Betrieben sollen 80 Prozent des Umsatzes, den sie im November des Vorjahres gemacht haben, ersetzt werden. Auch die alte Kurzarbeitsregelung wird für betroffene Unternehmen wieder aktiviert.

Gastronomie wird gestützt
Gastronomie wird gestützt © (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Um die Folgen des Lockdowns vor allem für Gastronomie und Hotellerie abzumildern, legt die Regierung ein Hilfspaket auf. 80 Prozent des Umsatzes, den sie im November des Vorjahres gemacht haben, sollen den Betrieben ersetzt werden. Die Hilfen sollen unbürokratisch über einen elektronischen Antrag direkt beim Finanzamt beantragt werden können und sollten innerhalb weniger Wochen abgewickelt sein. Das elektronische Antragsformular soll in spätestens zehn Tagen zur Verfügung stehen. Finanzminister Gernot Blümel verspricht: "Um diesen Umsatzersatz möglichst unkompliziert, unbürokratisch und rasch zu ermöglichen wird dieser anhand der Steuerdaten, die der Finanzverwaltung vorliegen, automatisch berechnet." Die Beantragung erfolge dann eben über FinanzOnline, die ersten Auszahlungen sollen noch im November erfolgen. 

Mitarbeiter dürfen nicht gekündigt werden

Damit gehe einher, dass die Betriebe die Mitarbeiter nicht kündigen dürfen, sondern in Beschäftigung halten." Die Kompensation gelte für alle, auch für Vereine, Theater und Museen, etc., ergänzte Vizekanzler Werner Kogler.

Alle anderen Hilfen seien allerdings einzurechnen. Die Obergrenze habe man bei 800.000 Euro eingezogen. Bei Großbetrieben werde noch über eine höhere Grenzmarke verhandelt.  EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe Verständnis für die Hilfsmaßnahme signalisiert.

Für Unternehmen, die nicht direkt vom Lockdown betroffen seien, aber dennoch aufgrund des Corona-Virus deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben, "ist der Fixkostenzuschuss eine wirksame Wirtschaftshilfe". Nach den Querelen mit der EU-Kommission sieht er eine Einigung in Bezug auf den geplanten Fixkostenzuschuss der Phase II in greifbarer Nähe.

Zusätzlich zur oben genannten Kompensation der Umsätze für besonders stark betroffene Unternehmen wolle man für jene, die in geringerem Maße betroffen seien, in Brüssel die Möglichkeit weiterer Fixkostenzuschüsse zu erwirken. "Wir sind da in enger Abstimmung mit Deutschland."

Für Spezialfälle, etwa Unternehmen, die in diesem Zeitraum sehr geringe Umsätze hatten oder die erst heuer gegründet wurden, arbeite an noch an gesonderten Lösungen.

Kurzarbeit soll überarbeitet werden

Darüber hinaus will die Regierung für die betroffenen Betriebe auch wieder die alte Kurzarbeitsregelung aktivieren, wie sie beim ersten Lockdown gegolten hatte. Sie sah vor, dass Firmen die Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer auch auf Null reduzieren können, was zuletzt nicht mehr möglich gewesen ist. Laut Blümel laufen hier noch Gespräche mit den Sozialpartnern.

Man sei bei den Hilfsmaßnahmen bewusst großzügig, da die Monate vor dem zweiten Lockdown auch schon schwierig gewesen seien für die Hotellerie und die Gastwirtschaft, begründet die Regierung die Maßnahmen. Zu den Kosten ist zu hören, man rechne mit weit über einer Milliarde Euro.

Reaktionen

Hans Spreitzhofer (WK Hoteliers Stmlk) versucht es optimistisch: "Besser ein verregneter November als eine völlig verhaute Wintersaison." Ohne Umsatzausgleich würde es freilich düster aussehen; die Kurzarbeit würde die Branche ebenso benötigen. Denn: "Die Erlaubnis, Geschäftsreisende zu beherbergen, macht die Verluste der Betriebe nicht wett." Der Hotelier bedauert, dass es "die Thermen hart treffen wird. Für sie ist November ein guter Monat." Sollte der Lockdown länger andauern, wäre das "dramatisch".

Kommentare (22)
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Church-Hill
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Wenn 80 Prozent des Umsatzes

ersetzt werden und das Finanzamt eine Schätzung vornimmt: Muss man dann später dafür auch Steuern zahlen?

Apulio
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Und was ist mit den

Betrieben die erst 2020 eröffnet wurden????

berndhoedl
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lese ich da was falsch?

80% vom Umsatz heißt ja nicht gleichzeitig 80% vom finanziellen Aufwand....
Also wenn nun die Gewinnspanne 80% in der Gastronomie ist - dann werde ich sofort Wirt.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

80% vom Umsatz ist ja nicht schlecht wen man bedenkt, der
Wirt hat keinen Wareneinsatz, geringere Energiekosten, das
ist ja keine schlechte Unterstützung.

berndhoedl
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Peter

und genau das meinte ich, weil PK ersetzen um Personal zu halten ist klar - Fixkostenunterstützung ist auch klar - jedoch Umsatzabhängig hier zu unterstützen ist etwas eigenartig, weil abhängig von der Wareneinsatzhöhe und der Art des Geschäftsbereiches (5 Sterne Nächtigungsbetrieb bis Imbissbude) ist ein breitgefächerter Bereich.
Kurz und gut 5% Gewinnmarge bei einer Imbissbude wäre ein Disaster hingegen 5% in einem Top-Nächtigungsbetrieb mit 100 Zimmer sicher nicht schlecht. Das selbe gilt für die 80% um die es nun geht. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen das pauschal 80% ausbezahlt werden - ich glaube da wurde gemeint bis zu 80% des Vorjahresumsatzes aber gerechnet eben die belegbaren tatsächlichen Fixkosten.

HB2USD
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Noch nie etwas von

Fixkosten gehört. Was mich immer wieder wundert sind die naiven Kommentarschreiber die glauben überall ihren Senf dazugeben zu müssen. Ich habe erst heute mit einer Betroffenen gesprochen die hat bis heute genau 3000 Euro aus dem Härtefond erhalten und noch keinen Cent vom Fixkostenzuschuss. Die Fixkosten von 4000 Euro pro Monat sind aber schon seit März angefallen obwohl damals 2 Monate komplett geschlossen war. Von den 3000 die sie erhalten hat sind dann noch Sozialversicherung abzuziehen. Wenn das durchrechnet hat jeder Mindestsicherungsbezieher leicht lachen.

Church-Hill
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Das von Ihnen geschilderte Problem

resultiert aber aus den scheinbar nicht eingehaltenen Versprechen der Politiker. Werden die 80 Prozent tatsächlich rasch und unbürokratisch ausbezahlt, dürfte es keinen Grund zum Meckern geben.

Im übrigen darf wirklich jeder überall seinen Senf dazu geben, auch Sie!

berndhoedl
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HB2usd

bin 1. selber Unternehmer und war 2. jahrelang GF - also assoziier mich nicht mit einem Mind.Sicherungsbezieher.
Und falls du dich mit mir messen willst - bei einem 4stelligen Mitarbeiterstab, darfst weiter mit mir reden.

HB2USD
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Meine Antwort

galt Peter.

Amadeus005
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Hohoho Bonus

Sperre zu. Bezahle mein Personal und weder Wirt noch Personal arbeiten. Da ich mir Materialien, Heizen, ... viel spare, hab ich mehr Gewinn als im Vorjahr.

Trieblhe
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@berndhoedl

Richtig erkannt, in der Gastronomie kann man sich heuer eine goldene Nase verdienen - also auf, Lokal eröffnen 🙈

VH7F
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Warum sperrt man die Gastronomie zu,

wenn es dort kaum Fälle gibt, weil die Organisation dort meist passt? Das gleiche gilt für Theater und Co. Alles Placebomassnahmen damit die Leute nicht zu Hause aufeinander sitzen. Das werden sie aber trotzdem machen, weil die Polizei kann nicht jedes Haus bewachen.

CloneOne
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80%

super wenn man 100% Fixkosten zu zahlen hat! Wieder der Erbsenzähler gerechnet oder gibts da noch mehr Inkompetenzbolzen? Wahltag ist Zahltag!

Church-Hill
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Wieviel Prozent macht denn

der Wareneinsatz aus?

HB2USD
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Was kommt

zuerst die versprochenen vom Frühjahr oder die von heute?

weinsteirer
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Habs im frühjahr nicht

Verstanden warum die wko die hilfen auszahlen durfte,sollte, musste....
Das Finanzamt hat ja eh alle Daten!
Wenigstens ist man da gescheiter geworden!

ma12
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HaHa

5 Milliarden sollten bisher ausbezahlt sein, für die Wirtschaft! Nicht einmal 1 Milliarde ist es aber. Frage an den Finanzminister Bliambl, was ist das los???? Ach ja, Sie haben ja Probleme mit dem Komma! Da kann schon einiges schief laufen.

Leop
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MMM

Hallo was ich soeben bei der Pressekonferenz hörte,lies mich aber erstarren.BK.Kurz sprach in Sachen Gastro sie erhalten 80 Prozent des Umsatzes vom November des Vorjahres zurück.Aber es stellt sich die Frage wer zahlt das woher das Geld.Ich habe 2 sehr bekannte wirte einen in Sooss NÖ.und einen in Wien sehr gute Unternehmen binschon jetzt gespannt was die bekommen.

HB2USD
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Zur Info

im Gastrobereich gibt es die Registrierkasse an den Unternehmen wird es nicht liegen. Aber das Vertrauen in die Versprechen ist aus Erfahrung aus dem Frühjahr minimal.

Patriot
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@Leop: Wenn sie den Umsatz 11/2019 ordnungsgemäß versteuert haben,

werden sie gut aussteigen.
Dumm dreinschauen werden jene, die nicht alles angegeben haben, denn dann kriegen sie weniger. Und werden laut "Sauerei" schreien.

Balrog206
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Wer

Glaubt schon daran das ohne irgendwelche Hintertürchen der Umsatz vom Vorjahr eins zu eins ersetzt wird ! Das wird nie passieren !

hutchi65
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oder

es ist wieder ein leeres Versprechen der Österreichischen Verbrecher Partei und sie bekommen nichts! Als erstes wird der Messias wieder auf seine Großspender schauen dass die gut Aussteigen - kommt ja ihn wieder zugute. Frei nach dem Motto " Hände falten - Gosche halten"!!!!