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Qualifizierter ZuzugÖsterreich wirbt offiziell um Fachkräfte aus dem Ausland

Der Fachkräftemangel macht es notwendig: Die Austrian Business Agency wirbt ab sofort auch für den Arbeitsmarkt Österreich im Ausland.

Udolf-Strobl: „Work in Austria gegen Fachkraeftemangel“
Ministerin Udolf-Strobl: "Wir brauchen qualifizierten Zuzug." © BMDW/HBF/Clemens Schwarz
 

Die Ansiedlungsagentur ABA will ab sofort auch Fachkräfte aus anderen EU-Staaten nach Österreich lotsen. Dafür wird das ABA-Budget von aktuell 4,3 Millionen Euro auf 7 Millionen Euro erhöht. Österreich könne den Fachkräfte-Bedarf "nicht alleine aus dem Inland decken, deshalb brauchen wir hier einen qualifizierten Zuzug", so Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Die Austrian Business Agency (ABA) soll in Zukunft nicht nur für den Investitionsstandort, sondern auch für den Arbeitsmarkt Österreich werben. Die vormalige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hatte im vergangenen Jahr die Reform der Ansiedlungsagentur hin zu einer Standortagentur angestoßen, die neue Wirtschaftsministerin Udolf-Strobl führt die Initiative fort. Angesichts des Fachkräftemangels in Österreich müsse man bei "den besten Fachkräften Europas punkten", so Udolf-Strobl.

Polen, Rumänien, Bulgarien im Visier

Die ABA fokussiert sich in einer ersten Phase auf IT-, Metall-, Elektro-Fachkräfte aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Später sollen auch Kroatien und Griechenland stärker in den Fokus rücken. Man werde in den nächsten Monaten auf polnischen Jobmessen um Technikabsolventen werben und einen Hackathon in Bukarest veranstalten, kündigte ABA-Geschäftsführer Rene Siegl bei der Präsentation des neuen Schwerpunkts "Work in Austria" an.

Die Wirtschaftsministerin erwartet keine Verdrängung von heimischen Arbeitskräften durch ausländische Beschäftigte, weil der Fachkräftemangel in Österreich bereits relativ hoch sei. Aktuell mangelt es in Österreich an 162.000 Fachkräften, meldete zuletzt die Wirtschaftskammer. Mehr als die Hälfte der neu ausgeschriebenen Fachkräfte-Stellen könnte laut WKÖ nicht innerhalb von sechs Monaten besetzt werden.

Umsatzeinbußen für 40 Prozent

Weiters haben 83 Prozent der österreichischen Mittelstandsunternehmen Schwierigkeiten Fachkräfte zu finden, für 40 Prozent davon ergeben sich daraus Umsatzeinbußen, wie aus einer Untersuchung des Unternehmensberaters Ernst & Young hervorgeht. Derzeit stammen die meisten ausländischen Fachkräfte in Österreich aus Deutschland, gefolgt von Serbien, der Türkei und Rumänien.

Österreich ist für hochqualifizierte Arbeitskräfte und Studenten aus dem Ausland ein nur mäßig attraktives Ziel. Das zeigt die Ende Mai veröffentlichte Studie "OECD Indicators of Talent Attractiveness", für die die Rahmenbedingungen in 35 OECD-Staaten verglichen wurden. Bei der Anziehungskraft auf ausländische Unternehmer landet Österreich im vorderen Drittel.

Die ABA soll bei ausländischen Fachkräften mehr die Werbetrommel für Österreich rühren. "Österreich punktet mit innovativen Unternehmen, hoher Produkt- und Lebensqualität, Sicherheit und gutem Einkommen. Diese Vorteile müssen wir stärker als bisher in die Auslage stellen, um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unsere Firmen zu gewinnen", sagte die Wirtschaftsministerin.

"Wir spielen nicht den Recruiter"

Die ABA werde aber "nicht den gratis Recuriter für kleine Firmen spielen", so der ABA-Chef. "Wir sehen uns als unterstützende Einheit für arbeitskräftesuchende Unternehmen bzw. deren Dienstleister und wollen ihnen ein Stück der Arbeit abnehmen." Geplant seien Veranstaltungen für österreichische Firmen, Gruppenstände auf Job- und Absolventenmessen, eine mehrsprachige Online-Datenbank mit offenen Stellen, ein breites Informationsangebot für Jobinteressierte und Hilfestellung bei Behördenverfahren.

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer begrüßt die Weiterentwicklung der ABA zur Standortagentur. "Die ABA leistet damit einen willkommenen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, der nach wie vor eine der drängendsten Herausforderungen für die heimischen Betriebe ist", so Mahrer in einer Aussendung. Unbesetzte Stellen würden nicht nur den Unternehmen, sondern dem ganzen Standort schaden.

Kommentare (2)

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ronin1234
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Bei der letzten Flüchtlingswelle sind da nicht laut Orf Nachrichten sehr viele qualifizierte Arbeitskräfte ins Land gekommen.

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ChihuahuaWelpe55
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Um die Gehaltsforderungen der heimischen Entwickler und IT Experten im Zaum zu halten?

1) das gabs schon mal und ist an der Sprache gescheitert!
2) das Problem ist selbst-verursacht! Reiche wollen immer mehr für Mieten und das kann man sich zwangsweise nur mit höheren Einnahmen herein holen! Dass werden die zugezogenen IT Experten über kurz oder lang spüren und dann auch solche Gehaltsforderungen stellen!

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