Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Landwirtschaft

Tiefer Milchpreis setzt Deutsche Bauern unter Druck

Deutschlands Molkeieriesen, zuletzt wegen Andreas Gabliers Werbung für Müllermilch im Fokus, zahlen nur noch 27 Cent für den Kilo Milch. Enormer Kostendruck auf die Bauern.

Preisgekrönte Milchkühe in Verden, Niedersachsen
© APA/dpa/Carmen Jaspersen
 

Die deutschen Milchbauern erleben mit der dritten Milchkrise in sechs Jahren wieder einmal harte Zeiten. Die Ursachen sind jedes Mal ähnlich: Steigende Kosten auf den Höfen, etwa für Energie und Futtermittel. Dagegen stehen sinkende Einnahmen, denn die Molkereien zahlen weniger für Milchprodukte aus. Ihr Preis rutscht derzeit auf knapp 27 Cent pro Kilogramm. In Österreich ist der Preis ebenfalls im Keller, aber zuletzt mit 33 Cent netto oder 37 Cent inkl. MwSt je Kilogramm Milch noch etwas höher als in Deutschland.

"Wir brauchen aber mindestens 40 Cent, um unsere Unkosten zu decken", so ein deutscher Bauer. Er versorgt täglich rund um die Uhr 95 Milchkühe - und dabei soll es auch bleiben: "Größer werden soll der Betrieb nicht, dann wären mehr Flächen nötig. Doch dafür sind die Preise zu hoch." In den 70er-Jahren kamen die Eltern noch mit vier Schweinen und 16 Kühen gut zurecht: "Damals konnte man besser davon leben als wir jetzt mit dem größeren Hof."

Milchriesen

Bei Deutschlands größtem Milchverarbeiter, dem Deutschen Milchkontor (DMK) im niedersächsischen Zeven, sieht man derzeit wenig Chancen, dass der Milchpreis kurzfristig nach oben geht. Die Durststrecke werde mindestens noch bis Anfang nächsten Jahres andauern, sagt DMK-Sprecher Hermann Cordes. "Das ist massiv, was den Landwirten an Einnahmen fehlt."

Russland-Sanktionen

Das Unternehmen (Umsatz 2014: 5,3 Milliarden Euro) verweist vor allem auf die internationale Lage. Bei dieser "Weltmilchmarktkrise" steige die Milchproduktion im Vergleich zur Nachfrage überproportional an. 2014 seien geschätzt sechs bis sieben Milliarden Kilogramm Milch zu viel produziert worden. Wesentliche Gründe für den Preisrückgang seien die Einfuhrsperre für europäische Molkereiprodukte nach Russland und die Wirtschaftskrise in China.

Das DMK sieht aber auch leichte Anzeichen für eine Entspannung. So sei die Binnennachfrage in den USA offenbar um rund 15 Prozent gestiegen. Für den Milchpreis eigentlich gut: Denn dadurch fließt aus den USA weniger Milch auf den Weltmarkt. In Neuseeland - einem weiteren Top-Produzenten - sei zudem die Zahl der Kühe zurückgegangen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

870NT1LECTNPP9GD
1
4
Lesenswert?

Liebe Leute!

Vielleicht sollten wir hier einmal unseren Dank an unsere heimischen Landwirte aussprechen, die lokale Lebensmittel erzeugen und das Land so sauber und schön halten! Ein herzliches Dankeschön!

870NT1LECTNPP9GD
1
4
Lesenswert?

Re: Liebe Leute!

PS: eigentlich müssten wir unsere Landwirte voll unterstützen. Wenn alle Landwirte ihre Betriebe aufgeben, weil es sich nicht rentiert, dann sind wir von Importe abhängig. Ist übrigens derzeit bereits zu einigen Prozenten der Fall. Denn dank Monsanto und Co können Bauern in Übersee Wahren effektiever und billiger produzieren. Somit können diese Unkrautvernichter-Erzeuger einen wesentlichen Einfluss in den Welternährungsmarkt nehmen. Ein Schelm wer böses denkt! Ich denke mir, das man diese TTIP und die damit verbundenen Vorzüge durch uA Monsanto nicht verhandeln sollte und die Öffentlichkeit schon garnicht von der Verhandlung ausschliessen sollte! Auch die nun wieder in Verhandlung gebrachten Pestiziede und Insektiziede, werden das Bienensterben massiv beeinflussen, sollten sie durchgebracht werden.

Sand2
0
4
Lesenswert?

Wem gehören die meisten deutschen Molkereien?

Den Bauern selber.
Die Bauern sind selber für die Qualität der Milch verantwortlich. Wer bedenkt, dass nur 10 % der bayrischen Kühe jemals in ihrem Leben auf die Weide kommen, dem graust es vor Milchprodukten aus konventioneller bayrischer Milch und kauft eher (importierte) Bioware. In den anderen Bundesländern sieht es kaum besser aus.

exilgrazer
1
4
Lesenswert?

alles nur eine folge

der "geiz ist geil Einstellung". wer alles haben will, aber dafür nix bezahlen, muss sich jetzt nicht aufregen!

HKOE1VQ91THOBHQ5
4
7
Lesenswert?

Der wahre Grund ist die EU

die alle Kleinbauern sukzessive vom Markt drängen will.

9G17MBJUDKG2H61O
2
8
Lesenswert?

Wenn man diese Turbomilchkühe sieht,gehört der Besitzer eingesperrt.
Das ist Quälerei.

HKOE1VQ91THOBHQ5
0
9
Lesenswert?

Dann müsste man aber für die

amerikanischen Farmer neue Gefängnisse bauen, in Anbetracht der Tatsachen, was dort alles geschieht.