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Proteste

Europas Landwirte leiden unter Preisverfall

Die Schweine- und Milchbauern kommen immer mehr unter Druck. Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter sieht die Europäische Union gefordert. Protestaktionen in Belgien, Frankreich und Deutschland.

Schon Ende Juli protestierten belgische Bauern gegen die sinkenden Milchpreise © APA/EPA/JULIEN WARNAND
 

„Wir haben eine Ausnahmesituation im Milch- und Schweinesektor“, sagt Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) im Interview mit der „Bauernzeitung“ angesichts des anhaltenden Preisverfalls. Die Niedrigpreise bei Schweinefleisch sieht Rupprechter verursacht durch die Hitze und die Schwemme von deutschem Schweinefleisch nach dem Ende der von der EU geförderten Lagerhaltungsperiode. Zudem seien die Auswirkungen des Russland-Embargos spürbar.

Der oberösterreichische Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) hatte am Mittwoch davor gewarnt, dass viele Schweinebauern aufgrund des Preisverfalls in den kommenden Jahren möglicherweise zusperren müssten. Die Betriebe könnten ihre Produktionskosten immer weniger decken und Verluste machen. Ein Betrieb mit etwa 100 Schweinen würde heuer etwa ein Minus von 30.000 Euro einfahren, voriges Jahr waren es noch rund 14.000 Euro.

Rupprechter fordert EU-Maßnahmenpaket

Rupprechter fordert von EU-Agrarkommissar Phil Hogan ein Maßnahmenpaket für den Milch- und Schweinesektor, weil die Russland-Krise nicht von der Landwirtschaft ausgelöst wurde. Zudem solle die EU-Strafe für die Überlieferung der Milchquote im Jahr 2014/15 von 45 Millionen Euro erlassen werden. Seit dem Ende der Milchquote Ende März kann jeder Bauer in der EU so viel Milch produzieren, wie er will. Der Erzeugerpreis je Liter Milch liegt zum Teil unter 30 Cent.

Der Obmann der IG-Fleisch, Leo Steinbichler (Team Stronach), kritisiert Bauernbund- und Kammerfunktionäre. Mit dem Verweis auf den europäischen Markt und den Wegfall der Russland-Exporte würden diese von „ihrem eigenen Versagen abzulenken“.

Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, übt unterdessen Kritik am bestehenden Agrarsystem. "Die massiven Preiseinbrüche bei zentralen Agrargütern, wie Milch, Fleisch und Zuckerrübe, sind Ausdruck einer verfehlten Agrarpolitik. Das einseitige Forcieren auf den Export führt in wirtschaftlichen Krisenzeiten zu massiven Preiseinbrüchen." Anstatt sich auf den Wegfall der Milchquote mit 1. April 2015 einzustellen, sei davor die Quote immer mehr ausgeweitet worden. "Statt neun Millionen Euro nur ins Marketing und in Öffentlichkeitsarbeit zu stecken, wie Rupprechter kürzlich angekündigt hat, wäre es klüger, dieses Geld direkt bei den Bäuerinnen und Bauern zu investieren und damit wirklich bäuerliche Arbeitsplätze zu sichern", betont Pirklhuber.

Bauern blockieren Autobahn

Auch die Landwirte in anderen europäischen Ländern leiden unter dem Preisverfall. Am Mittwoch blockierten Bauern mit ihren Traktoren den Verkehr auf der Autobahn Luxemburg-Brüssel. Auch in Frankreich und Deutschland kommt es immer wieder zu Protestaktionen. Die EU-Agrarminister wollen am 7. September in Brüssel bei einem Sondertreffen über die Lage in der europäischen Landwirtschaft beraten.

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Willkommen in

der Marktwirtschaft.
Beim Kernöl hören wir auch immer, dass die Nachfrage den Preis bestimmt.
Heuer gute Ernte, bin gespannt, ob das Öl billiger wird.
Die Grundstückspreise sind innerhalb von
7 Jahren um 40 % gestiegen, zumindest in Graz Umgebung.
Ich kenne viele Branchen, die auch Probleme mit Preisverfall haben. Diese haben aber nicht so eine starke mediale Unterstützung.

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Wer will schon die mit medikamenten verseuchte micl und das schweinefleisch?

die die hier schreien haben soundso nur produkte die mehr als fragwürdig sind als lebensmittel gelten zu dürfen.

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Dann schaun Sie mal...

Wo z.b die Transporter an so manchen Schlachthof herkommen. Dann hören sie mit der naiven Herkunftsträumerei ganz schnell auf.

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liquidatus
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Ja, liebe Bauern,...

...eure Vertretung, der Bauernbund, ist ja mit der ÖVP auch für die Sanktionen gegen Rußland und damit gegen die Interessen der Bauern, die ja ihre Produkte verkaufen wollen, eingetreten. Ihr seid ebenso keine Patrioten, denn ihr kauft Traktoren der Marken Fendt, John Deere usw. und nicht heimische Produkte, wie Steyr etc. Also, wie ist das ???

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WernStein
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Punktgenau.

Wie sind alle Teil des Systems. Ich kaufe auch dort, wo die gleiche Ware gerade am billigsten ist. Sollten unsere Landwirte jemals eine Arbeitskraft einstellen, dann sicher eine "billige" Osteuropäische - und das neue Stalldach macht eine slowenische Firma. Warum auch nicht?
Jeder versucht etwas zu sparen bzw. am meisten herauszuholen.
Bei einigen Bauern ist es halt immer entweder zu heiß oder zu kalt, zu nass oder zu trocken, zu wenig oder zuviel - es gab kaum ein Jahr, wo die Bauern nicht aus irgend einen Grund "Alarm geschlagen" haben! Zugegeben, man darf nicht alle in einen Topf werfen. Es gehören auch die Medien dazu. Es klingt halt immer gut, wenn jemand "Alarm schlägt". Daher ein Danke an meinen "Ab Hof Verkauf" Bauern - immer beste Ware und nie ein Jammern!

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Wenn ich weiß daß es bei Überschreitung der Milchqote Strafen gibt und die Bauern trotzdem sich nicht daran halten dann sollen sie die Strafen zahlen und nicht der Steuerzahler,der dafür nichts kann.Was wird in der Landwirtschaft nicht subventioniert ??

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Das ist die Freie Marktwirtschaft!

Der Traum der ÖVP

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Blaumacher
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genau..

und jetzt stimmen sie auch noch dem TTIP zu.. jetzt soll sich aber keiner wundern... bei meiner ehr!!

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handlelightd
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Und

träumen schon davon, wie sie auf dem amerikanischen Markt reüssieren können, indem`s z.b. die Hendln, aber bitte nur ohne Chlor, austauschen werden. Wenigstens die Transportindustrie wird`s freuen.

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