Weltweite AktionKlimastreik in Graz: "Ändert sich nichts, ändert sich alles"

Weltweit gingen Menschen für die Klimabewegung "Fridays for Future" am Freitag auf die Straße. In Graz waren fast 1500 dabei.

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© Jürgen Fuchs
 

"Wir sind nicht hier, weil wir die Schule schwänzen wollen", sagt Silvia Lechner aus der Landesschülervertretung gleich zu Beginn der Demonstration ins Mikrofon: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!" An die 1500 Menschen jeden Alters haben sich am Freitag zu Mittag am Grazer Griesplatz zusammengefunden, um - wie Demonstranten in ganz Österreich und auf der ganzen Welt - für den Schutz des Klimas und den Erhalt unserer Lebensgrundlage auf die Straße zu gehen. Nicht nur zu gehen, auch zu skaten oder zu radeln - denn die Kundgebung teilte sich gleich zu Beginn in eine "Geh-Demo" und eine "Alles-was-rollt-Demo", um 14 Uhr trafen die beiden Demos wieder zum Abschluss bei der Oper aufeinander. In der Mandellstraße war als Zwischenstation ein Wohnzimmer aufgebaut. 

"Unsere Zukunft wahren statt SUV fahren", "There is no Planet B", "Ohne Bäume keine Träume" oder "Ändert sich nichts, ändert sich alles", waren nur ein paar der Botschaften, die auf Schildern zu sehen waren - es ging in den Redebeiträgen aber nicht "nur" um Klimaschutz, sondern auch verwandte Themen wie Tierschutz und auch Feminismus. Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future hatten sich mit zahlreichen anderen Initiativen für den Klimastreik zusammengetan, um kurz vor der Grazer Gemeinderatswahl "geschlossen ein Zeichen für Klimagerechtigkeit" zu setzen: MoVe iT, Seebrücke, System Change not Climate Change, VGT, F*Streik und viele andere.

Fridays For Future: Impressionen der Demo in Graz

Keine Wahlwerbung trotz Wahlkampf

"Ich finde es wichtig zu zeigen, dass wir alle ein ähnliches Ziel haben und auch gemeinsam dafür kämpfen", sagte Mitveranstalterin Alena Zöch vorab schwer verschnupft ins Telefon zur Kleinen Zeitung. "Wir wollen eine für alle lebenswerte, sichere Zukunft und dafür müssen wir jetzt zusammen aufstehen und noch lauter und noch stärker werden." Was für die Jugendbewegung klar ist: "Weiter wie bisher ist keine Option". Vorab hatte man allen Parteien gesagt, dass man "weder Wahlwerbung am Rande der Demo noch Parteilogos" wollte - daran hielten sich die Parteien auch. Als Privatpersonen wurden etwa KPÖ-Stadträtin Elke Kahr gesichtet, wie auch eine Grüne Abordnung um Spitzenkandidatin Judith Schwentner und die österreichweite Klubchefin Sigrid Maurer. Auch die Grazer Piratenpartei marschierte bei der Demonstration mit.

Also Unterstützung in der Sache: Ja; parteipolitische Vereinnahmung: Nein. "Jede Partei verwendet Klimaschutz als Marketingstrategie, wir brauchen jedoch endlich Klimagerechtigkeit", sagt dazu Klara König, Aktivistin bei Students for Future. "Weil die Klimakrise alle betrifft, weil sie so zahlreiche andere Krisen hervorbringt und verstärkt, weil ihre Wurzeln in genau jenen ausbeuterischen Machtstrukturen liegen, die für so viele Problemstellungen auf dieser Welt verantwortlich sind."

Erneut Behinderungen für Verkehrsteilnehmer

Durch den Klimastreik quer durch Graz mussten sich wieder Auto-, Öffi- und Radfahrer auf zeitweise Verzögerungen einstellen - den dritten Tag in Folge. Laut Holding Graz Linien waren zahlreiche Buslinien sowie die Tram-Linien 1, 3 und 7 betroffen. Je nach Demofortschritt konnte es zu "kurzen Anhaltungen" kommen.

Kommentare (14)
Jahcity 1
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Das Totalversagen von Nagl u Schützenhofer

Ich wohne 18 km vom Stadtzentrum Graz entfernt. Ein S-Bahnhof ist fußläufig in 3 min erreichbar und ich pendle so oft es möglich ist mit dem Rennrad zur Arbeit. 1. S Bahn Es gibt nicht mal eine 1h-Taktung geschweige ein WC an den Bahnhöfen oder sonstige attraktive Möglichkeit (Geschäfte, Café, Friseur usw - träum mal schön) dies gibt es alles 1km weiter, beim Kreisverkehr der direkt an die Autobahn angebunden ist. 2. Rad - es gibt keine sicher Radverbindungen, d h keinen einzigen Radweg. Gerade der E-Bikeboom würde hier Möglichkeiten für das Pendeln schaffen. Z. B. Radstrassen von Wildon, Lieboch, Gradkorn, Gleisdorf nach Graz - einzig u alleine der Individualverkehr zählt.

Andreas144
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Klimaschutz

Interessiert mich eigentlich wenig bis gar nicht.
Die Demos sind lustig zum anschauen wie ein Faschingsumzug und die Medien hätten außer Corona nichts anderes zu berichten.

gickigacki
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danke

an alle die für eine bessere Zukunft kämpfen!

Ragnar Lodbrok
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Es ist bereits zu spät...

Die Zeche zahlen nicht wir...aber wir sind die Mitverursacher der Katastrophe...

sanantonio
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Wesentlicher Motor dieser Bewegungen, ist der geniale Gedanke

Wohlstandsverlust, ja selbst schleichende Verarmung als Heldentat zu feiern. Damit werden in den entwickelten Staaten soziale Unruhen abgefangen, die ohne diesen Überbau aus der Einsicht erwachsen würden, dass idealer Wohlstand nur für eine begrenzte Zahl von Menschen erreichbar ist.

Es ist kein Zufall, dass klassische Parteien des sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegs an Zulauf und Bedeutung verlieren (etwa die Sozialdemokraten) und Parteien, die der Masse neue Kargheit und Genügsamkeit predigen, gewinnen.

pinsel1954
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Man kann nur hoffen.....

......das alle Aktivisten klimaschonend zu Fuß nach Graz gekommen sind um für das Klima zu demonstrieren........
Durch diese Demonstation, ausgerechnet Freitags, ist anzunehmen dass der Verkehr in Graz so beeinträchtigt wurde (Staus usw.), dass Graz noch mehr umweltschädliche Schadstoffe abbekommen hat als an Tagen ohne Demonstration.....
Ein Hoch den Aktivisten und das an einem Freitag!

SeCCi
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der ordnung halber,

die Gretl ist keine jugendliche mehr.

peter499
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@SeCCi

Das ist wohl egal, wenn wir jetzt nichts ändern, dann haben unsere Enkelkinder keine Zukunft mehr. Augen auf machen und schauen´, was uns und die nächsten Generationen erwartet! Es ist zum Fürchten, die Menschen machen aus Gier und Blödheit alles hin!

Andreas144
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Peter499

Haben die Enkeln keine Zukunft mehr.. Und wenn Interessiert's ich lebe im jetzt was in der Zukunft passiert ist so ziemlich egal

gickigacki
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mutige

junge leute kämpfen um ihre zukunft

habro
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lobenswert

Der Kampf für eine saubere Zukunft ist äußerst lobenswert und sollte von Allen unterstützt werden.
Man müsste dieser Generation aber auch mitteilen, dass McDonalds- Sackerl nicht einfach aus dem Auto geworfen werden sollten und auch der sonstige Schutz der Umwelt mit der Sauberkeit beginnt.

kumberg
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Die "jungen" Leute

sollten beim einfachsten beginnen - z.B. Mülltrennung

Bluebiru
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@kumberg

Sie meinen, immer bei dem, was Ihnen nicht weh tut und keine Anpassung oder Verzicht ihrerseits erfordert?

kumberg
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Wurde nicht ganz verstanden.

Ob die Großkonzerne viel oder wenig Abgase produzieren kann ich und Sie auch nicht beinflussen - Oder Sie sind der Präs. von USA (Zum Beispiel).
Aber Mülltrennen kann ich - sie auch?
Ich reiss mir den A.... auf, dass die Nachbarn in den Behälter "Altpapier" keine Glasflaschen einwerfen. Oder dass Altmetall nicht in den Müll, sondern wiederverwertet wird.